Erster Trailer sorgt für Aufregung

Ghosterbuster-Girls teilen die Geister

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Die neuen Ghostbusters: Auffallend weiblich.

Der neue Ghosterbusters-Trailer ist draußen! Und alle so: Yeah! Aber ihr wisst auch was das bedeutet: Gender-Debatte Teil zwei! Und alle so: Hmpf :-/

Die #OscarsSoWhite Diskussion versiegt so langsam, auch über Donald Trump kann man sich ja nicht jeden Tag aufregen. Und bis die Bombe platzt, dass der neue James Bond schwarz sein wird, dürfte wohl auch noch etwas Zeit vergehen. Wenn es denn überhaupt passiert. Hollywood sei Dank gibt es aber ja noch die neue Auflage der Ghostbusters-Reihe! Und siehe da: Alle vier Geisterjäger sind ab jetzt Geisterjägerinnen. Das ist natürlich nicht neu, schon im Januar hatte Regisseur Paul Feig angekündigt, der Reboot des beliebten 80er-Jahre-Films würde vier Frauen in den Hauptrollen haben.

Schon damals ging ein Aufschrei durchs Land, beziehungsweise Internet. Weibliche Ghostbuster würden die Kindheit zerstören, so der überwiegende Tenor der Fangemeinde. Noch dazu gab es an der Attraktivität der Schauspielerinnen etwas zu bemäkeln, Melissa McCarthy und Leslie Jones entsprechen nicht gerade dem Schönheitsideal schlanker Hollywood-Starlets. Darüber hinaus gibt es noch die soziologisch besonders Wachsamen, die entdeckt haben wollen, dass die Geschlechterdiskriminierung inzwischen die Vorzeichen verkehrt und die armen Männer unterjocht hat. Das klingt auf den ersten Blick nicht nur ziemlich falsch, sondern auch ein wenig weinerlich. Ist es auch. Glücklicherweise ruft das aber nun wieder die Frauen sowie die Verfechter des „schwachen Geschlechts“ („Weiße Ritter“ genannt) auf den Plan. Zusammen dreschen diese verbal auf die heulenden Sexisten (sprich: „Manbabies“ ) ein, die von weiblichen Ghostbusterinnen nicht überzeugt sind.

Eine Riesenaufregung also, von der nun wirklich niemand profitieren kann! Außer natürlich solche, die Geld an dem Film verdienen wollen. Aufmerksamkeit hat schließlich noch nie geschadet, kostenlose Werbung auch nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Heute gibt es aber endlich Butter bei die Fische, in Form des ersten Trailers. Seht selbst.

Ich liege nicht gerade lachend unter dem Schreibtisch, aber Humor ist ja bekanntlich Geschmackssache. Außerdem geht es hier ja nicht um einen stinknormalen Comedy-Streifen, vielmehr zeichnet Ghostbusters die Frontlinie zwischen Sexisten und Feministen in den Sand. Also zurück zur Rezeption im Netz. Dort geht es natürlich vor allem um die weibliche Besetzung. Die „Bild“ etwa kümmert sich gar nicht so sehr um die Darstellerinnen an sich, sondern beschränkt sich mit dem Titel „Die Ghostbusters haben jetzt Brüste“ stattdessen auf deren acht schlagfertigsten Argumente. Ähnlich niveauvoll geht es auf Twitter und in YouTube-Kommentaren zu, denn der Trailer wird insgesamt negativ aufgenommen. Während knapp 86.500 eine positive Bewertung hinterließen, urteilen ganze 147.000 mit „Daumen runter“. Das ist selbst für schwache Film-Trailer eine außergewöhnlich negative Bewertung.

Woran liegts also? An der Euphorie der Frauenhasser? Das vermutet zumindest Regisseur Feig, der sich mit dem Casting der übergewichtigen McCarthy, der schwarzen Jones und der lesbischen Kate McKinnon natürlich gerne als progressiven Filmemacher positionieren will. Und er hat einen validen Punkt, in den Kommentaren findet sich mehr als nur der übliche Teil misogyner Hass-Kommentare. Aber berechtigte Kritik ist dabei. Denn die Drei im Trailer als geniale Wissenschaftlerinnen abgefeierten Heldinnen werden unterstützt von einer Angestellten der Metropolitan Transportation Authority. Die ist zwar keine hochgebildete Wissenschaftlerin, dafür nennt sie aber die gute alte Straßenschläue ihr eigen. Außerdem ist sie laut und aufbrausend und verteilt ganz offensichtlich gerne Ohrfeigen. Und ihr Onkel besitzt einen Leichenwagen! Leider haben die Ghostbusters-Produzenten sich offenbar gedacht, dass diese Eigenschaften eher eine schwarze als eine weiße Frau beschreiben und die Rolle mit Leslie Jones besetzt.

Auch dem weiblichen Publikum ist dieser Stereotyp aufgefallen, Journalistin Summer Brennan drückt ihr Dilemma auf Twitter aus:

Ob es übrigens besonders progressiv oder auch irgendwie sexistisch ist, statt eines weiblichen Nebencharakters Chris Hemsworth als aufreizenden Augenschmaus durch den Trailer wackeln zu lassen, sei mal dahingestellt. Ich darf mich aber nicht zu sehr über das Filmchen auslassen. Dann wäre ich nämlich ein Mann, der nicht damit zurecht kommt, dass ich ausnahmsweise mal nicht das Zentrum der Zielgruppe wäre, wie Journalistin Anne Helen Petersen erklärt:

Am besten bringt es wohl Oliver Campbell auf den Punkt:

Auf jeden Fall befindet man sich auf allen Seiten in einer Diskussion,

die man nicht gewinnen kann. Es gilt das Motto, dass man schon durch die Teilnahme an einer Internet-Diskussion zu derem Verlierer wird. Am besten lässt sich die ganze Gender-Debatte wohl mit einem Bild des Trailers zusammenfassen: Als künstlicher, grüner CGI-Kotzstrahl nämlich. Ob das auch den Ghostbusters-Reboot treffend beschreibt, kann wohl erst beurteilt werden, wenn mehr als zweieinhalb Minuten davon veröffentlicht worden sind.

Ob Melissa McCarthy übrigens im neuen Ghostbusters mitspielt, könnte mir kaum egaler sein. Sollte sich aber herausstellen, dass es die Dreharbeiten dieses Filmes waren, die eine Rückkehr von Sookie St. James nach Stars Hollow verhinderte, werde ich mich doch noch mit größtem Eifer in der Twitter-Debatte zu Wort melden!

ch

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