Glosse zur ersten GNTM-Folge

Topmodel um jeden Preis: „Ich würde alles tun - auch die Haare öffnen!“

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„Lauf nochmal, dreh dich nochmal, schöne Haut, schönes Gesicht blaaaa.“

Von Mara Schumacher. Nur eine kann Germany's next Flopmodel werden. Nur eine kann nach ein paar Wochen nervtötender Dauerpräzenz in der Versenkung verschwinden. Die 13. Staffel „GNTM“ ist am Start - der T-Rex unter den Castingshows. Eigentlich längst ausgestorben, aber noch immer ganz schön grauenerregend.

Thomas Hayo trägt natürlich wieder sein schmuddeliges Tanktop, das seit November 1983 keine Waschmaschine mehr von innen gesehen hat. Ich weiß ja nicht, aber Thomas wirkt immer so, als ob er in irgendeinem Hinterhof Pornos produziert. 

Aber immerhin haben die Money Boy in die Jury gesetzt. Cool. Oder wer ist dieser Vogel in weiß? Ach. Michael Michalsky, der in den Werbepausen immer seine hässlichen Sonnenbrillen verlost und die Mädels mit „Helloooo my friends“ begrüßt. Gruselig. Muss ich was zu Heidi Klum sagen? Nein. Noch lässt sich das Model-Mastermind mit der Überschall-Knall-Stimme aber auch nicht blicken.

Thomas und Michelangelo battlen sich wieder so peinlich und wollen die Mädchen nach dem Laufsteg-Walk für ihr Team gewinnen.  „Du wärst perfekt für mein Team.“ „Nein für meins.“ Ich bin cooler als du. Nää ich! Du bist doof! Du bist immer dreimal so doof! Du bis doof bis zum Mond! Bääh. Äääh. Blödmann.

Eine Kandidatin ist Objektleiterin einer Reinigungsfirma und nennt sich selbst „Putzfee“. Aha. Jetzt isse aber 24 Jahre alt und jetzt wird´s mal Zeit, Model zu werden, ne? „Putzfee, hier komm ich, äh als Model“, sagt sie und lässt alle verwirrt zurück. Was denn nun?

Kandidatin Sara macht jeden Sport und versucht, jeden Tag mit einem Lächeln aus dem Haus zu gehen. Ist mir direkt unsympathisch. 

Gerda bleibt vor allem in Erinnerung, weil ihr Freund so peinlich ist. Er ist ein sogenannter „Instagram-Husband“. Heißt, dass er ständig Fotos von seiner Ollen für Instagram machen muss. „Zeig mal mehr Po, Schatz. Bauch einziehen.“ Süüüüß oder? Der Typ sieht aus wie Popeye, nur dass er den Spinat offenbar im Kopf hat.

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Klaudia (die mit den Bert-Augenbrauen) kommt mir dermaßen bekannt vor. Die war schon mal dabei. Sie ist allerdings immer noch absolut nervtötend, hyperaktiv und unlustig. Ihr Wortschatz: „Äääh, neeein, maaan, hihihiihi, hahaha, suuupi, ich bin totaaaaal besonders.“ Würg.

Die Määäääääädels.

Auch eine Ärztin für Neurochirurgie hat beschlossen, jetzt endlich Topmodel zu werden. Scheiß auf alles, keinen Bock mehr auf Gehirne, die will jetzt modeln und ihr eigenes Gehirn auch wegschmeißen! Bester Plan, oder?

Super motiviert ist auch eine Kandidatin, die sich mit Filzstift immer „FAME“ auf die Finger ihrer Ghetto-Faust schreibt. Das soll sie an ihre Ziele erinnern. Ich mach das auch immer, schreibe aber „FAUL“ auf meine Flossen.

Ein Mädchen bricht vor der Jury komplett zusammen, kauert auf dem Boden, heult: „Ich würde alles dafür tun, Model zu werden - ich kann auch nochmal die Haare öffnen!“ Was? Nein, also das geht zu weit. Haare öffnen - tzzz, wir sind hier nicht bei Udo Walz.

Die Wackel-Kandidatinnen, die bei ihrem Waaalk auf Anhieb leider nicht so fancy waren, müssen noch einmal im Kreis an Thomas und Michael vorbeilatschen. So wie die Sushi-Tellerchen im Asia-Laden, die auf dem Laufband an den gierigen, gefräßigen Gästen vorbeifahren und sabbernd begafft werden.

Dann steht fest: Die Top50-Mädels fliegen in die Karibik. Juhuuu, die Klapper-Kranich-Körper kommen.

Dort wartet übigens auch Heidi Klum. Unsere sonst so glamouröse „Model-Mama“ sieht aus wie eine Schamanin, die die letzten Wochen im Karibik-Dschungel gelebt und dort irgendwelche Zaubertränke gepanscht hat. Aber naja, 93 Jahre Germany`s next Topmodel gehen halt nicht spurlos an einem vorbei.

Erste Aufgabe für die Määäädchen in der Karibik: Ein Beach-Outfit für ein Shooting aussuchen, das den Körper betont und die Persönlichkeit unterstreicht. Das schreit nach dem Borat-Badeanzug, oder? Den hatte aber keine dabei.

Eine Kandidatin offenbart, dass sie nicht gerne fotografiert wird und dabei tänzelt sie beschämt von einen Fuß auf den anderen. Noch ne andere bekennt, dass sie sich selbst irgendwie scheiße und langweilig findet. Das ist sehr glaubwürdig, denn deshalb macht man bei einer Model-Casting-Show mit. Total normal.

Es wird dämonisch angedroht, dass nur etwa die Hälfte der Mädels eine Runde weiterkommt und Heidi Klum so:

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Die Glücklichen wurden bei Rumgezappel und Rumgelatsche am Strand auserkoren, dabei bin ich aber kurz weggepennt. Entschuldigung. 

Der einzige kurze Lichtblick der ersten ewig langen Folge war ein süßer Hund, der am Strand entlang trottete. Und was sagt Michalsky dann ernsthaft: „Igitt, hoffentlich macht der da nicht hin, ich will nicht irgendeine Krankheit kriegen.“ Der soll seine scheiß Sonnenbrillen einpacken und gehen. So! 

29 Mädels kommen weiter und dürfen sich schon auf ein Nackt-Shooting in der nächsten Folge freuen. Deswegen wird schon fleißig geflennt. Versteh ich nicht- die wollten doch alles machen! Sogar die Haare öffnen.

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