geguckt & gedruckt:

„Bully macht Buddy“ (Montag, 21.40 Uhr auf ProSieben)

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Philipp Schockenhoff aus Wietzen

Michael „Bully“ Herbig. Ich verschränke meine Arme und gebe ein lautes, langes „Hmmmm“ von mir. Als die „Bullyparade“ vor mehr als zehn Jahren startete, war ich begeistert, habe zugeschaut, habe nachgesprochen, habe mit Kumpels gemeinsam gelacht. Irgendwann kam dann der erste Film – was waren wir begeistert, was waren wir dumm.

DIE AUDIOVERSION:

Und hier könnt ihr hören, was Philipp sonst noch so zur Sendung zu sagen hat. Im "geguckt & gedruckt" als Audioversion:

audio

Von Philipp Schockenhoff

Denn der zweite Film schaffte etwas, was nicht viele schaffen: „Traumschiff Surprise“ pulverisierte in seinen knapp 90 Minuten sämtliche Liebe, die ich für die Marke Bully hatte. Sogar rückwirkend.

Aber selbst Peter Pan ist irgendwann erwachsen geworden, und selbst ich konnte meine kindische Abscheu nicht ewig beibehalten. Aber begeistert war ich nicht über die Ankündigung, dass ProSieben eine deutsche Sitcom mit Bully im Programm hat.

Tja, Sitcom... Deutsch... Die beste und einzige deutsche Sitcom, die ich für zumutbar halte, ist und bleibt „Ein Herz und eine Seele“ mit Ekel Alfred. So, Statement gesetzt.

Es gab viel Werbung für „Bully macht Buddy“. Das Format bekam den Sendeplatz zwischen „The Big Bang Theory“ und „Circus Halligalli“ – ich frage mich, ob das der richtige ist.

Die Story: „Bully macht Buddy“ handelt von Bully, der einen Film mit dem Titel „Buddy“ machen will. Seine Freundin ist von der Idee genauso angepisst wie von Bully selbst, sie hat keinen Bock mehr und verlässt ihn. Dann kommt Rick Kavanian und quartiert seine Schwester bei Bully ein. Die Schwester sieht aus wie Cindy aus Marzahn und war Jahre lang in Afrika. Bully will aber eigentlich lieber seine Freundin zurück haben. Zumindest ab und zu. Meist will er aber auch lieber seinen Film machen. So viel zur Geschichte.

Die Sendung spielt in einem Raum vor wirklich vorhandenem Publikum. Bully betritt die Bühne, das wirklich vorhandene Publikum lacht und jubelt, er feuert halbgare Gags ab, als ob es kein morgen gäbe. Keiner der Witze ist so richtig lustig. Es wirkt, als ob Bully Angst hat, am Anfang nicht genug zu bieten und darum auf Masse setzt. Die Kavanian-Schwester ist die humoristische Dampframme. Ihre Aufgabe: Viel brüllen und hin und wieder mit ihrem Aussehen als leicht zu treffendes Ziel für Witze herhalten. Rick Kavanian zieht seine übliche „lustige Akzente“-Nummer durch, und scheinbar werden in den nächsten Folgen noch einige bekannte Gesichter aus der deutschen Unterthaltungsbranche vorkommen.

Zwischen den Szenen erklärt mir ein Sprecher, wo die nächste Szene stattfindet, falls ich die Wohnung oder das Restaurant nicht erkenne. Kommt mir eher wie die Karikatur einer Sitcom vor. Kann Bully aber auch fast egal sein, schließlich ist diese Serie nur eine große Werbemaßnahme für seinen nächsten Film. Und die Aufmerksamkeit für „Buddy“ ist ihm wohl sicher, ob die Serie jetzt zerrissen wird oder nicht.

Aber ich will die Serie gar nicht zerreißen. Viel mehr wünsche ich mir, dass sie mit den Folgen besser wird. Dass es eine Charakter- Entwicklung gibt. Dass ich die Figuren lieb gewinne und feststelle, dass sie am Ende andere Personen sind als vorher. Denn gute Sitcoms haben starke Figuren. Jeder Charakter hat ein eigenes Repertoire an Witzen. Nehmen wir „How I met your mother“: Wenn Ted sich wie der Weiberheld Barney verhält, wird das den Zuschauern sofort auffallen, weil sie Ted kennen und wissen, dass er eine weinerliche Heulsuse ist, die immer von der großen Liebe redet und von ihr überfahren werden will und manche Dinge einfach nicht macht. Aber ich will nicht von „How I met your mother“ reden, ich versuche nur, mich vor dem Urteil zu drücken. Was soll’s. Es geht um die deutsche Sitcom „Bully macht Buddy“, und die hat einen sehr mauen Start hingelegt.

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