Fünf historische Serien im Überblick

Jon Snow macht Pause: Diese Alternativen haben „Game of Thrones“-Fans

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Im Mittelpunkt der Drama-Serie „Vikings“ stehen die Abenteuer des legendären Wikingerkriegers Ragnar Lodbrok.

Von Britta Buntemeyer. Die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“  erscheint erst im April 2019. Weil Not erfinderisch macht, haben wir fünf Alternativen für Fans fantastischer und historischer Unterhaltung zusammengesucht.

Zum Glück leben wir gerade in der Glanzzeit der TV-Serien, sodass niemand lange Däumchen drehen muss. Daher hier nun fünf Tipps für Serien, die sich aber auch außerhalb der Wartezeit auf „Game of Thrones“ für jeden Fan toller historischer Unterhaltung lohnen.

Vikings

Die Drama-Serie „Vikings“, die auf dem History Channel ausgestrahlt wird, spielt zu Beginn der Wikingerzeit um das Jahr 800 n. Chr. Im Mittelpunkt stehen die Abenteuer des legendären Wikingerkriegers Ragnar Lodbrok, dessen Familie sowie seinen Wikingerbrüdern. Die Serie von Michael Hirst („Die Tudors“) thematisiert die ersten großen Plünderungszüge durch Europa (vor allem England und Frankreich), die Sitten, Bräuche und Traditionen der Wikinger, den Konflikt zwischen Christentum und Heidentum, politische Machtspiele sowie die ganz unterschiedlichen Ambitionen, Wünsche und Träume der Wikinger. 

Die Figur von Ragnar Lodbrok ist angelehnt an eine legendäre Figur aus der nordischen Sagenwelt. Ob er wirklich existiert hat, ist umstritten. „Vikings“ erzählt eine mitreißende Geschichte mit beeindruckenden Kampfszenen, menschlichen Dramen und einer ganz besonderen Atmosphäre. Die Serie schafft es fulminant, dem Zuschauer die faszinierende Kultur der als Barbaren verschrienen Wikinger näherzubringen und eine unglaublich fesselnde Stimmung zu erzeugen. Dazu zählen Opferbräuche zu Ehren der Götter ebenso wie atemberaubende Landschaftsaufnahmen. „Vikings“ nimmt sich zwar gern so manche historische Freiheiten, ist allem in allem aber eine unglaublich unterhaltsame, spannende und packende Perle der TV-Unterhaltung.

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The Last Kingdom

Vom Kampf der Wikinger gegen die Engländer erzählt auch die BBC-Serie „The Last Kingdom“. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts war das heutige Großbritannien noch in verschiedene Königreiche unterteilt, einige davon spielen auch in „Vikings“ eine Rolle. Es dürfte klar sein, woher „Game of Thrones“-Autor George RR Martin die Inspiration für seine Sieben Königreiche hat. In „The Last Kingdom“ behauptet sich Wessex als einziges Königreich gegen die einfallenden Wikinger. 

Die Geschichte handelt von Uhtred, der im damaligen Britannien lebt und dessen Eltern von dänischen Wikingern ermordet werden. Fortan wächst Uhtred inmitten des eigentlich feindlichen Volkes auf und schwankt zwischen Loyalität zu den Wikingern und seiner alten Heimat. 

Übrigens: Auch in „The Last Kingdom“ taucht ein Ragnar auf. Das BBC-Epos glänzt mit einer brutalen, geschichtsnahen, realistischen Erzählweise und ist für Liebhaber mittelalterlicher Epen genau das Richtige. Dabei geht es wie bei „Vikings“ auch hier um den Zusammenstoß zwischen Christentum und nordischer Götterwelt, was zu interessanten Debatten zwischen beiden Gruppen führt. Fans von „Game of Thrones“ dürften sich zwischen Schlachtengemetzel, spannenden politischen Konflikten und menschlichen Dramen bestens aufgehoben fühlen.

Die Tudors

George RR Martins „A Song of Ice and Fire“-Reihe basiert lose auf den englischen Rosenkriegen im 15. Jahrhundert, die schließlich durch die Heirat von Heinrich VII. Tudor und Elizabeth of York ihr Ende fanden. „Vikings“-Schöpfer Michael Hirst widmet sich in „Die Tudors“ der Geschichte des englischen Monarchen Heinrich VIII., Sohn von Heinrich VII., und dessen sechs Ehefrauen. Dabei werden die historischen Begebenheiten zwar relativ frei und neu, dafür aber umso spannender und mitreißender interpretiert. Heinrich VIII. ist kein fetter, feister König, sondern ein macht- und sexbesessener Schönling, der aber auch eine empfindsame Seite zeigt. 

In der Hauptrolle brilliert Jonathan Rhys Meyers, der genau die richtige Mischung aus Sexappeal und Sensibilität mitbringt. Verrat, Intrigen und Brutalität machen die irisch-kanadische Dramaserie „Die Tudors“ zu einem unterhaltsamen Schmaus für Fans gut gemachter Historienunterhaltung. Mit Natalie Dormer in der Rolle von Anne Boleyn taucht sogar ein bekanntes Gesicht aus „Game of Thrones“ (Margaery Tyrell) auf.

Black Sails

Die Geschichte von Robert Louis Stevensens Roman „Die Schatzinsel“ dürfte wohl vielen bekannt sein. Aber wie sah das Leben von Captain Flint und seiner Crew um Long John Silver & Co. eigentlich vor der großen Suche nach dem Piratenschatz aus? Eine Vorgeschichte erzählt die unter anderem von Michael Bay („Armageddon“, „Pearl Harbor“) produzierte US-amerikanische Abenteuerserie „Black Sails“. Dabei werden aber auch historische Piraten wie Jack Rackham, Benjamin Hornigold und der legendäre Blackbeard in die Handlung eingestrickt. 

„Black Sails“ setzt etwa 20 Jahre vor der Geschichte von „Die Schatzinsel“ an. Captain Flint und seine Mannschaft machen Jagd auf das Schiff Urca de Lima aus der spanischen Silberflotte, das einen beachtlichen Goldschatz an Bord hat. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Über insgesamt vier Staffeln entspinnt sich eine abenteuerliche, mitreißende Freibeutergeschichte mit tollen Schlachten sowohl auf See als auch an Land sowie interessanten Charakterzeichnungen von Menschen zwischen Profitgier und individuellen Träumen. Blitzschnell werden Machtverhältnisse auf den Kopf gestellt, neue Allianzen geschmiedet – wer gerade noch oben auf war, kann schnell wieder auf dem Boden landen. 

„Black Sails“ ist leider zu Unrecht etwas untergegangen, dabei bietet das Piratenepos eine tolle Mixtur aus teilweise bombastischer Action und erstaunlich aktuellen politischen Botschaften. Also: Ob mit oder ohne Buddel Rum – „Black Sails“ lohnt sich.

Britannia 

Mitten in den Kampf zwischen Römern und Kelten entführt die opulente britische Fantasy-DramaSerie „Britannia“, die erste Co-Produktion zwischen Sky und Amazon. Im Jahr 42 n. Chr. fallen die Römer auf ihrem Eroberungszug auch in Britannien ein. Zerstrittene Kelten müssen sich gegen die Invasoren zur Wehr setzen. Dafür schließen sich sogar rivalisierende Stammesführerinnen zusammen. Aulus Plautius führt eine 20.000 Mann starke römische Armee an, die im neuen Land auch auf fremde Kulturen und Religionen trifft. „Britannia“ vereint so ziemlich mit das Beste aus „Game of Thrones“ und „Vikings“. 

Die Serie strahlt eine unglaubliche Mystik aus und fesselt den Zuschauer mit einer ganz besonderen Atmosphäre zwischen heidnischen Ritualen und brutalen Schlachten. Auch „Britannia“ ist natürlich keine Dokumentation, sondern ein unterhaltsames spannendes Fantasydrama mit Druiden, mystischen Riten, Steinkreisen und allem, was sonst dazu gehört. In Deutschland startet die erste Staffel am 23. Februar auf Sky.

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