25 Jahre „Dookie“

Es ist okay, „Du“ zu sein: Eine Liebeserklärung an Green Day

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Green Day in der Sheffield Arena in 2017.

Von Mara Schumacher. Heute vor 25 Jahren ist Green Days Knaller-Album „Dookie“ erschienen. Gut, am 1. Februar 1994 war ich etwa zwei Jahre alt und hatte keine Ahnung, dass ich die Musik der Punkrocker ein paar Jahre später sehr, sehr lieben werde. An dieser Liebe hat sich bis heute nichts geändert.

Als Kind war ich musiktechnisch erstmal ziemlich breit aufgestellt: Da habe ich irgendwas komplett falsch mitgeplappert, was gerade zufällig im Radio lief, oder auch mal in Papas „Led Zeppelin“-Best-of reingehört. Und zwischendurch hat auch Britney Spears natürlich nicht geschadet. Aber so richtig Fan von irgendeiner Band oder einem Sänger war ich lange Zeit nicht.

Bis zu dem Moment, als ich im Jahre 2004 „American Idiot“ von Green Day im Radio hörte. Mein zwölfjähriges Ich war sofort geflasht, ich lief mit fünf Euro Taschengeld in der Hosentasche zum nächsten Media Markt, um mir super stolz die Maxi-CD zu kaufen.

Die nächsten Tage, Wochen und Monate wurde mein cooler CD-Player ordentlich gequält: „American Idiot“ lief rauf und runter und ich grölte Tag ein, Tag aus „Don't wanna be an American idiot“ in meinem Kinderzimmer mit. Natürlich hatte ich keine Ahnung, worum es in dem Song überhaupt geht (Kritik an die US-Politik unter George W. Bush). Meine Eltern waren erstmal nicht so begeistert: „Hmmm, Punkrock für Kinder?“ Oh ja. „Television dreams of tomorrow, we're not the ones who're meant to follow!“

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Wenig später zierten nicht nur alle Alben von Green Day das Ikea-Regal in meinem Zimmer (natürlich inklusive „Dookie“), sondern auch Poster an den Wänden, Band-Shirts in meinem Schrank und Aufnäher an meinem Schul-Rucksack. Ich und Green Day – das war schnell ne ganz große Sache. In der Schule hat mich das tatsächlich oft zur Außenseiterin gemacht. Ich fand diese ganzen Teenie-Bands wie US5, Natural oder Tokio Hotel im Gegensatz zu meinen Mitschülerinnen nun mal furchtbar scheiße. Und wenn ich auf die Frage „Wen findest du von US5 süßer – Richie oder Jay?“ keine Antwort hatte, war ich dann ganz fix die „Komische“ oder die, die ja noch nie in einen Star verliebt war. Ganz großes Drama.

Aber wenn ich jetzt zurückdenke, konnte es ja kaum falsch sein, als Kind die Musik von drei Jungs namens Green Day zu lieben, die Stellung beziehen, die sagen, was ihnen nicht passt, die sich selbst treu sind, die irgendwie rebellisch, aber doch so unaufgeregt bodenständig sind, dass sie keine Skandale nötig haben. Und die einfach verdammt gute Musik machen.

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Auch wenn mir die aktuellen Alben von Green Day nicht mehr ganz so gut gefallen – die Musik erinnert mich immer daran, dass man sein darf, wer man ist, dass man mögen darf, was man eben mag und dass es nichts Schlechtes ist, wenn man andere Wege geht als seine Mitmenschen. Deswegen hängt auch wieder ein Green-Day-Shirt bei mir im Schrank – nur ein ein paar Nummern größer als damals.

Danke, Green Day. ❤

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