DLRG: „Wir haben eine große Verantwortung“

+
Die Jugendlichen der DLRG Weyhe genießen das Wasser und retten Leben.

Weyhe – Wo’s nass ist, da fühlen sich die Jugendlichen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Weyhe wohl. Ob im Freibad, am Steller See oder an der Borkumer Küste – Hauptsache, es ist viel Wasser da. Den Jugendlichen geht es allerdings nicht nur darum, zu schwimmen und Spaß zu haben.

Wenn die norddeutsche Sonne mal richtig scheint und sich die Leute in Bikini und Badehose werfen, dann heißt es für die DLRGler: Wachdienst schieben. Und diese Aufgabe nehmen sie sehr ernst. „Wer Wachdienst macht, hat eine große Verantwortung“, sagt Niklas Kuske (19), der nicht nur ehrenamtlich in der DLRG ist, sondern auch eine Ausbildung als Schwimmmeister absolviert – und so sein Hobby zum Beruf macht.

„Natürlich genießt man bei den Diensten auch selbst die Sonne und die Abkühlung im Wasser“, fügt Leandra Dziuba hinzu. Die 21- Jährige ist schon seit ihrer Kindheit DLRG-Mitglied. „Es ist sogar wichtig, dass man selbst immer wieder ins Wasser geht und eine Strecke schwimmt, damit man fit bleibt und mit den Bedingungen vertraut ist“, weiß Niklas. Das gilt besonders für den Rettungswachdienst an der Nord- oder Ostsee. „Da herrschen jeden Tag andere Strömungsbedingungen.“

Der Azubi spricht aus Erfahrung. Letztes Jahr hat er fünf Wochen auf Borkum verbracht – und dabei nicht nur Schönes erlebt. „Im Herbst mussten wir eine ältere Frau aus dem Meer ziehen, die zu dem Zeitpunkt aber schon an einem Herzstillstand gestorben war. Wir konnten nichts mehr für sie tun. Man muss versuchen, sich von solchen Vorfällen zu distanzieren, um das Erlebte verarbeiten zu können.“

Trotz solcher Erfahrungen – als Wachgänger auf Borkum zu sein ist für die Weyher Rettungsschwimmer was Besonderes. „Man begegnet anderen DLRGlern aus ganz Deutschland, schließt Freundschaften, genießt die Atmosphäre am Strand, schwimmt im Meer und spielt Beachvolleyball. Das ist viel schöner als im Freibad oder am Steller See“, findet Leandra. Aber die Rettungswachdienste auf Borkum sind nicht das einzige, was die Steuerrecht-Studentin an der DLRG-Jugend reizt: „Jeder findet was, das ihm Spaß macht“, ist Leandra sicher.

So leiten die Jugendlichen Schwimmgruppen, bringen den Kleinen alles fürs Seepferdchen bei, trainieren selbst, treten bei Wettkämpfen an, organisieren Ausflüge. Einige machen den Tauch- oder Bootsführerschein. Die volljährigen Mitglieder können sich auch als Einsatzkräfte für den Katastrophenschutz ausbilden lassen. So wie Timm Kück (19) und Jugendwart Christian Nerlich (21): „Es ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und für andere.“

Bei aller Verantwortung: Der Spaß ist auch wichtig. „Wir veranstalten jedes Jahr einen Kinderkarneval, gehen regelmäßig bowlen, die Älteren probieren Paintball, wir haben Spaßwettkämpfe im Schwimmen mit den DLRG-Jugendlichen aus Syke und Twistringen“, erzählt Leandra. Highlight sei immer das Sommer-Zeltlager: „Dabei lernt man die anderen Mitglieder am besten kennen.“ Jannis Zymara und sein Freund Bjarne Asmus sind erst vor ein paar Monaten zur DLRG gestoßen. Die 13-Jährigen aus Brinkum trainieren das Schnorcheln, sie wollen den Tauchschein machen. Zunächst übten sie im kaum zwei Meter tiefen Winterschwimmbecken in Weyhe. Vor Kurzem tauchten sie zum ersten Mal im Steller See – mit kompletter Ausrüstung. Sehen konnten die beiden allerdings unter Wasser nicht viel. Gar nicht so einfach, sich da zu orientieren...

Der 16-jährige Arne Kück hat seinen Tauchschein schon. Sein bisher tiefster Tauchstand war 16 Meter. „So tief ist der Steller See allerdings nicht“, verrät er. Seinen Traum, unter Wasser bunte Korallen und Fische zu beobachten, hat sich Arne im letzten Kroatien- Urlaub erfüllt. „Das war geil“, schwärmt er. Bunte Korallen gibt es im Steller See nicht zu entdecken, aber was anderes, verrät Tauchlehrer Thorsten Reuter und erntet gespannte Blicke. Auf dem Grund sei ein Wohnwagenwrack zu sehen – oder besser: zu ertasten. „Sowas gibt es in Kroatien nicht“, muss Arne zugeben. Wer Aktivitäten rund ums Wasser mag, der muss also nicht weit reisen. Er ist bei der DLRG richtig – da sind sich die Mitglieder einig.

Anja Nosthoff (25 Jahre) aus Heiligenfelde

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Brustkrebs: Es sind nicht nur Knoten – diese Anzeichen solltet ihr ernst nehmen

Brustkrebs: Es sind nicht nur Knoten – diese Anzeichen solltet ihr ernst nehmen

Brustkrebs: Es sind nicht nur Knoten – diese Anzeichen solltet ihr ernst nehmen
Warum sich unsere Generation so wenig für Politik interessiert

Warum sich unsere Generation so wenig für Politik interessiert

Warum sich unsere Generation so wenig für Politik interessiert
Der einsilbige Herr Gies

Der einsilbige Herr Gies

Der einsilbige Herr Gies
Drei Locken für Gott

Drei Locken für Gott

Drei Locken für Gott

Kommentare