Jetz' hömma: Die wichtigsten Alben für unsere Generation

Jede Generation hat ihre musikalischen Meilensteine. Welche Alben sind die wichtigsten für Jugendliche heute? Von Marcel Kloth (17) aus Syke und Phillip Syvarth (17) aus Bassum

... und das Beste: Wir verlosen alle Alben drei Mal. Ihr müsst einfach nur bis Sonntag um 17 Uhr eine Mail mit dem Albumtitel im Betreff, mit Eurem Namen und Eurer Post-Adresse an chili @kreiszeitung.de schicken. Viel Glück!

Die wichtigsten Alben für unsere Generation:

 „Believe“ von Justin Bieber

Genre: Dance-Pop, R&B

Wer sich dieses Album kauft: Mädchen. Nur Mädchen unter 14.

Das beste Lied ist „Beauty And A Beat“.

Die Musik klingt professionell produziert, aber eintönig. Abheben können sich nur Titel, die Justin Bieber mit anderen Künstlern zusammen singt.

In den Texten gehts immer um das Gleiche: Liebe und Gefühle! Und das, obwohl Justin so gern ein knallharter, schwer tätowierter R&B-Star wäre.

Wer das gut findet, mag auch: Serien wie „GZSZ“. Milkshakes. Disney. Miniäffchen. Cody Simpson.

Bemerkenswert: Der Teenie-Star wurde durch YouTube bekannt und von Usher entdeckt. Obwohl ihn viele hassen, hat er es geschafft, sich eine große, treue Fangemeinde, die „Beliebers“, aufzubauen. Und die wird ihn auch in der Zukunft begleiten. Denn er wird auch in 15, 20 Jahren noch minderjährig aussehen.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Oh... Die muss hier wohl die kleine Schwester unseres Nachbarjungen... mal... äh: VERGESSEN! haben...“

"Mit K" von Kraftklub

Genre: Indie-Rock

Wer dieses Album kauft: Schüler und Studenten, die viel feiern und nicht dumm sind. Texte und die Musik treffen genau das Lebensgefühl einer jungen, selbstbewussten, lustigen, eher gebildeten Generation.

Das beste Lied ist „Songs Für Liam“. Und „Eure Mädchen“.

Die Musik klingt dynamisch und gut gelaunt. Der Rhythmus ist schnell. Rockig. Gitarren und Rap-Passagen.

In den Texten gehts um Herkunft, Liebe und um Rebellion gegen Regeln und Zwänge der engstirnigen Gesellschaft. Lustig, wortgewandt und selbstironisch.

Wer das gut findet, mag auch: Fritz Kola, Spaghetti Bolognese, Madsen, Wodka mit Waldmeister-Brausepulver.

Bemerkenswert: Die Band entstand zufällig nach dem „Splash“-Festival 2009. Erster großer Auftritt beim Bundesvision Song Contest 2009. Das Debüt-Album ging direkt auf Platz 1 der Charts.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Die! Mann! Leg auf! War das ‘ne geile Zeit...“ Es sind vor allem die Texte, die das Album noch lange interessant erscheinen lassen. Auch wenn die Band irgendwann vergessen sein wird.

„Red“ von Taylor Swift

Genre: Country-Pop

Wer dieses Album kauft: Mädchen und Jungs mit Herz und einem Sinn für verträumte Melodien.

Das beste Lied ist „I Knew You Were Trouble“

Die Musik klingt nach Blumenwiese unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken: ruhige Gitarren, die sich ab und zu seichte Breaks trauen.

In den Texten gehts um Herzschmerz, Liebe, Probleme – um alles, was einen manchmal so zerreißen kann. Wer das gut findet, mag auch: Schaumbäder, xxl-Tafel Schokolade, Kelly Clarkson, Carly Rae Jepsen, Briefe schreiben.

Bemerkenswert: Mit 23 Jahren hat Taylor Swift schon sieben Grammy Awards gewonnen und drei Nummer-Eins-Alben in Amerika hintereinander rausgebracht. Sie steht damit in einer Reihe mit den Beatles und Michael Jackson!

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Ach, das hab ich damals ständig gehört, als ich diesen schrecklichen Liebeskummer hatte... Mann, ging’s mir da scheiße! Witzig – die Texte kann ich immer noch auswendig...“

„Raop“ von „Cro“

Genre: Pop Wer dieses Album kauft: Unter 18-Jährige, die gerade anfangen, sich für Party-Hip-Hop zu interessieren. Und Mädchen. Das beste Lied: „King Of Raop“, „Du“. Die Musik klingt nach: Jetzt Spaß haben, das Leben ist kurz. Wie wahrscheinlich auch die Karriere von „Cro“. Ein paar Hip-Hop- Elemente, ansonsten ist es wenig abwechslungsreicher Pop mit dem immer gleichen Rhythmus. Seine Stimme ist monoton und hat keinen Wiedererkennungswert. In den Texten gehts um Themen wie Liebe, Herzschmerz und Freiheit, aber so oberflächlich, dass es wirkt wie bedeutungsloses Füllmaterial. Wer das gut findet, mag auch: Casper, Bravo, Chima. Bemerkenswert: Der Junge mit der Pandamaske sieht gar nicht so scheiße aus, dass er es nötig hätte, sein Gesicht zu verstecken. Und er hat es in kürzester Zeit geschafft, sich ein Markenzeichen aufzubauen und mit „Raop“, dem Mix aus Rap und Pop, ein eigenes Musikgenre zu schaffen. Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Was? Cro? Cro... was?!“ Der Hype lässt sich nicht auf Dauer halten. Cro und sein „Raop“ sind nur eine kurze Phase in den Charts und in der Bravo, die schnell wieder abklingen wird.

„The Truth about Love“ von „P!nk“

Genre: Pop-Rock

Wer dieses Album kauft: einfach jeder

Das beste Lied: „Just Give Me A Reason“.

Die Musik klingt nach Frauenpower. Stark, frech und immer auffe Fresse.

In den Texten gehts darum, nie aufzugeben und es immer wieder zu versuchen, bis das Ziel erreicht ist.

Wer das gut findet, mag auch: Avril Lavigne, No Doubt.

Bemerkenswert: Für den Nummer-Eins-Hit „Just give me a reason“ holte sie sich Unterstützung bei Nate Ruess, dem Sänger von FUN.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Perfekt, ich wollte sowieso gerade zum Sport gehen!“

„Seeed“ von „Seeed“

Genre: Dancehall, Reggae

Wer dieses Album kauft: Dancefloor-Helden, die in der Disko nicht labern, sondern abgehen wollen. Okay, ‘n bisschen labern auch...

Das beste Lied ist „Molotov“.

Die Musik klingt nach Marathonfeiern und dem nächsten Jugendslang- Wort, das wir dann alle irgendwann eine Weile benutzen.

In den Texten gehts darum, das Leben zu genießen und sich selbst und alles andere nicht zu ernst zu nehmen. Wer das gut findet, mag auch: Shooters trinken, Berlin, rumgrölen, Peter Fox, Multikulti, Mono & Nikitaman.

Bemerkenswert: Diese CD ist nach sieben Jahren das Comeback-Album der Band. Alle drei Sänger haben sich solo ausprobiert. Nur Peter Fox hat auch alleine Erfolg. Seit seiner Rückkehr klingt „Seeed“ noch mehr nach Peter Fox.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Bling-bling! Hahaha! Ja, Hamma – das war eine Zeit! Da hab ich so viel gefeiert und getanzt, da konnte ich mir das Fitnessstudio sparen. Aber ganz textsicher bin ich nicht mehr...“

„Living Things“ von „Linkin Park“

Genre: Alternative-Rock

Wer dieses Album kauft: Alle, die die Energie und unterdrückte Gefühle rauslassen wollen. Denn „Linkin Park“ vereinen so viele verschiedene Genres in ihrer Musik, dass die Altersgruppe der Fans so groß wie die Variationen der Stile. Rockige Songs treffen auf ruhige Balladen und mitreißende Hymnen.

Das beste Lied ist „Castle Of Glass“ oder „I’ll Be Gone“.

Die Musik klingt nach Power pur.

In den Texten gehts viel um Kritik an der Gesellschaft. Sie sind meist tiefgründig und nachdenklich.

Wer das gut findet, mag auch: Kapuzenpullover, Fixie fahren, Billy Talent, 30 Seconds to Mars, Kickboxen, schwindelerregende Höhen.

Bemerkenswert: Nach dem Erfolg des Albums wurde kürzlich der Nachfolger „Living Things +“ vorgestellt, der neben den Songs auch eine Live-DVD enthält.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Das hab ich schon gesucht!“ Weil dieses Album durch sinnvolle Texte und Wechsel in den Genres punktet, kann man die Musik auch noch in 20 Jahren hören.

„21“ von Adele Genre: Soul

Wer dieses Album kauft: Es spricht zwar ein breites Publikum an und setzt alle Altersgrenzen außer Kraft, aber es trifft insgesamt wohl eher den weiblichen Geschmack.

Das beste Lied ist „Rumour Has It“.

Die Musik klingt nach allem, nur nicht nach Mainstream. Professionell produziert. Stark im Vordergrund steht die Stimme. Ansonsten setzen die Produzenten auf ruhige, klassische Töne und vor allem auf Klavierbegleitung.

In den Texten gehts um Liebeskummer.

Wer das gut findet, mag auch: Lana del Rey, Amy Macdonald

Bemerkenswert: Das Album ist seit mehr als 25 Monaten in den Charts. Nach dem überwältigenden Erfolg brachte Adele den Bond-Song „Skyfall“ raus. Schade, der ist zwar nicht auf dem Album, klingt aber sehr ähnlich.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Ein gutes Album. Damals und heute.“ Egal, ob vor zehn oder in 20 Jahren – diese Musik ist zeitlos, und man kann sie sehr oft und sehr lange hören, ohne dass sie ihren Reiz verliert.

„Ballast der Republik“ von „Die Toten Hosen“

Genre: Rock/ Punkpop

Wer dieses Album kauft: Altpunks genauso wie Paare um die 30 und Leute in unserem Alter. Kommt ja selten vor, dass unsere Eltern die gleiche Musik kaufen wie wir – aber mit dieser CD kann das passieren.

Das beste Lied ist die Hymne „Altes Fieber“.

Die Musik klingt nach Lebenserfahrung. Abwechslungsreich, nicht zu professionell – und zu keiner Zeit langweilig.

In den Texten gehts um alles. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Alben sind die Themen der Hosen absolut breit gefächert. Mal tiefgründig und sinnvoll, mal persönlich, mal politisch, mal zum Mitgrölen. Sänger Campino beschäftigt sich genauso mit aktuellen Themen der Gesellschaft wie mit eigenen – in „Draußen vor der Tür“ arbeitet er beispielsweise die Beziehung zu seinem Vater auf.

Wer das gut findet, mag auch: Jupiter Jones, Die Ärzte.

Bemerkenswert: Unter den 16 Titeln ist auch „Tage wie diese“, ein Song, der zur EM-Hymne wurde. Die Hosen selbst sagen, sie könnten ihn inzwischen nicht mehr hören.

Das werden wir in zehn Jahren sagen, wenn jemand diese CD in unserer Musiksammlung entdeckt: „Welches Studioalbum war das? Das 15.? Davor war ja... und danach kam doch noch...“ Eins ist klar: Diese Band existiert seit 30 Jahren, und auch mit dieser CD beweist sie, dass sie das Niveau halten kann. „Die Toten Hosen“ sind ein Stück deutsche Geschichte, und das werden sie auch bleiben.

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