Community im „Zeit gegen Zeit“-Prinzip

DepriBuddy bietet psychisch kranken Menschen Hilfe, wenn der Alltag zur Hölle wird

Nicht nur Ältere und Menschen mit körperlichen Erkrankungen sind manchmal auf Hilfe im Alltag angewiesen. Auch für psychische erkrankte Menschen können Kleinigkeiten zur unüberwindbaren Herausforderung werden. Die Community „DepriBuddy“ soll helfen.

Für psychisch kranke Menschen gibt es Tage, an denen nur eins zählt: einfach irgendwie überleben. An einen normalen Alltag ist in diesen Phasen nicht zu denken. Statt Arbeit, Einkaufen und Haushalt stehen Einsamkeit, Verzweiflung und Hilflosigkeit an der Tagesordnung. Der Corona-Lockdown macht die Situation für psychisch erkrankte Menschen noch schlimmer, da gewohnte Strukturen, soziale Kontakte und Möglichkeiten zur Ablenkung fehlen. Doch niemand ist allein – und jeder kann auf unkomplizierte Hilfe zählen, wenn sie dringend nötig ist.

„DepriBuddy“ funktioniert im Prinzip „Zeit gegen Zeit“

Dafür hat Alexander Liedtke die Community „DepriBuddy“ ins Leben gerufen. Der 39-Jährige arbeitet als Arzt und ist seit 25 Jahren an Depressionen erkrankt. „Ich engagiere mich für DepriBuddy, weil ich mithelfen möchte, dass (depressive) Menschen aufeinander zugehen und kleine positive Momente erleben.“ Das Prinzip von „DepriBuddy“ ist einfach und wie funktioniert im Grunde wie Nachbarschaftshilfe oder Kleinanzeigen: Das Ganze erfolgt kostenlos im Prinzip „Zeit gegen Zeit“.

Bei psychischen Erkrankungen hilft leider kein Pflaster.

Unterstützung für psychisch kranke Menschen: „DepriBuddy“ bietet Selbsthilfe-Gruppen

Mitglieder der Community können ein Hilfegesuch einstellen (zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen) oder auch Hilfe anbieten (zum Beispiel bei der Kinderbetreuung). Zudem ist es möglich, Menschen für gemeinsame Freizeit-Aktivitäten wie Sport zu suchen. „DepriBuddy“ funktioniert dabei vor allem auch als Kommunikations-Plattform. Offen ist die Community für alle Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Willkommen sind auch Menschen, die psychisch Kranke unterstützen möchten. Und wenn man einfach nur mal quatschen möchte, geht das im „Klubraum“, der Chat-App von „DepriBuddy“. Aber das ist noch nicht alles.

Eine weitere Möglichkeit bietet „DepriBuddy“ mit virtuellen Kennenlern-Treffen. Dabei können andere Nutzer kennengelernt und gefunden werden, die vielleicht ähnliche Interessen oder auch Sorgen teilen Sollte in der eigenen Region noch kein anderer „Buddy“ registriert sein, dem man Hilfe anbieten oder von dem man eben auch Hilfe annehmen kann, bietet „DepriBuddy“ mehrere virtuelle Selbsthilfe-Gruppen. Bei Interesse an einer Gruppen-Aufnahme reicht eine Mail an depribuddy@gmail.com.

Jeder kann „DepriBuddy“ bereichern und mitgestalten

Natürlich kann jeder – ob psychisch erkrankt oder nicht – das Angebot von „DepriBuddy“ bereichern und aktiv mithelfen. Wer das tun möchte, kann zum Beispiel Flyer von „DepriBuddy“ verteilen, Blog-Beiträge schreiben oder etwas im Merchandising-Shop kaufen. Auch Freiwillige für weitere Aktivitäten werden regelmäßig gesucht. Wer Lust darauf hat, kann sich ebenfalls unter depribuddy@gmail.com melden.

Unterstützt bei seiner ehrenamtlichen Arbeit wird „DepriBuddy“-Gründer Alexander Liedtke von Matthias Poczesniok. Der 18-Jährige aus Wein kümmert sich vor allem und Social Media und Online-Marketing. „Ich engagiere mich für DepriBuddy, weil ich das Projekt toll finde und weil DepriBuddy auf jeden Fall eine Zukunftsaussicht hat, um zu einem großen Netzwerk zu werden, das vielen Menschen hilft, schreibt Matthias auf „DepriBuddy.“

Wir finden: „DepriBuddy“ ist eine großartige Sache! Mit ein bisschen Hilfe können auch die größten Herausforderungen gemeistert werden und alles, was man dazu braucht, ist Herz und ein bisschen seiner Zeit. Das sollte doch machbar sein, oder? ❤

Rubriklistenbild: © Malte Mueller via www.imago-images.de

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