Kommentar

Lockdown: Das Kino liegt im Sterben – interessiert das denn niemanden?

Ein leerer Kinosaal
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Die Schließung der Kinos ist absolut unnötig.

Der erneute Lockdown walzt wie ein Bulldozer über uns hinweg und macht besonders eine Branche platt, die sich schon lange nicht mehr wehren kann: Ich kann und will nicht verstehen, warum ausgerechnet Kinos wieder schließen müssen. Ein Kommentar.

  • Der erneute Corona-Lockdown walzt die Kultur-Landschaft nieder.
  • Besonders die Schließung der Kinos findet unsere Autorin absolut sinnfrei.
  • Sie befürchtet, dass der Lockdown für viele Kinos der Todesstoß sein wird.

Seitdem das Coronavirus unser alltägliches Leben nervt, war ich dreimal im Kino. Sowohl im kleineren Privat-Kino als auch im großen Multiplex-Kino. Nirgendwo sonst hab ich mich vor dem Coronavirus so sicher gefühlt, wie im Kino. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich dort tatsächlich Menschen anstecken könnten. Die Hygiene- und Abstandsregeln können im Kino absolut perfekt umgesetzt werden. Im Grunde muss man dort zu keinem fremden Menschen Kontakt herstellen, wenn man sein Ticket schon vorab online gekauft hat. Selbst der Kontrolleur kann das Ticket mit genügend Abstand einscannen. In jedem Kino-Foyer ist genügend Platz, sodass Menschenansammlungen kaum möglich sind.

Corona und Kino: Wer sich ansteckt, hat wahrscheinlich die Türklinken abgeleckt

Und im Kino-Saal selbst? Purer Luxus! Bei jedem meiner letzten Besuche hatte ich die ganze Sitzreihe für mich und meine Freunde allein. Keine nervigen Sitznachbarn, kein Gedränge, keine Idioten, die Popcorn durch die Gegend schmeißen. Vom Betreten des Kinos bis zum Ende des Films fühlte sich der gesamte Besuch total sicher und dank der Kino-Betreiber perfekt organisiert an. Wenn man sich beim Kino-Besuch mit dem Coronavirus ansteckt, muss man schon dem Ticket-Kontrolleur die Zunge in den Hals gesteckt oder die Türklinken der Kino-Toiletten abgeleckt haben. Ich bin mir fast sicher, dass das Infektions-Risiko in meiner eigenen Wohnung höher ist als im Kino.

Coronavirus: Das Kino ist ein sicherer Zufluchtsort

Das Kino war für mich schon immer ein Ort der Zuflucht. Dort kann ich abschalten und in eine andere Welt eintauchen. Wenn ich physisch oder psychisch vor irgendetwas wegrennen sollte, würde ich zuallererst ins Kino laufen. Dort haben alle Ängste und Sorgen mal kurz Pause. Auch alle mit dem Coronavirus verbundenen Gedanken machen im Kino mal kurz Pause. Warum wird ausgerechnet dieser Ort erneut Opfer des Lockdowns? Der Ort, der alle Corona-Regeln vorbildlich umsetzt und allen Gästen ein sorgenfreies Kino-Erlebnis bietet. Ich verstehe es nicht. Die Betreiber haben Mühe, Zeit und Geld investiert, um die Corona-Maßnahmen einhalten zu können. Der Lockdown ist einfach nur ein fetter Mittelfinger für jedes Kino. Für viele wird der Lockdown der endgültige Todesstoß sein. Seit Jahren haben es die Kinos wegen der vielen Streaming-Angebote wie Netflix mehr als schwer. Der Patient Kino liegt im Sterben – und nun werden die lebenserhaltenden Maßnahmen einfach abgeschaltet, als sei es egal.

Lockdown: Für viele Kinos könnte es bald zu spät sein

Einige Lockdown-Maßnahmen kann ich nachvollziehen, doch die Schließung der Kinos ergibt für mich keinen Sinn. Es wirkt, als habe die Politik einfach alles geschlossen, was Spaß macht und eine Ablenkung bietet, ohne Sinn und Wirkung wirklich zu hinterfragen. Kino? Egal, wird dicht gemacht! Dabei ist es der perfekte Ort, um auszugehen, einfach mal rauszukommen, ohne sich und andere zu gefährden. Die Schließung der Kinos ist absolut sinnfrei und sollte schleunigst überdacht werden, denn für eine Reanimation ist es schon bald zu spät.

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