Tischreservierungen gehen durch die Decke

„Saumäßig Angst“: Pubs in England öffnen bald wieder –Briten drehen schon durch 🍻

In Sachen Corona-Lockdown ist uns England voraus: Am 12. April werden zahlreiche Beschränkungen aufgehoben. Und die Engländer wissen schon seit Wochen, was sie dann zuerst machen wollen: Bier trinken!

Restaurants und Pubs in England dürfen ab dem 12. April wieder Essen und Trinken servieren, sofern die Gäste draußen sitzen können. In der Frühlingssonne ein kühles Bierchen zischen? Da klingt im Corona-Chaos von Deutschland leider gerade wie ein ferner Traum in irgendeinem Paralleluniversum. Da darf man ruhig ein bisschen neidisch auf die Briten sein.

LandEngland
HauptstadtLondon
Bevölkerung55,98 Millionen (2018)
WährungPfund Sterling

Als diese Lockerung im Februar beschlossen worden ist, hatten die Engländer offenbar sofort nur eins im Sinn: Bier! Denn die Tische in sämtlichen Pubs und Biergärten sind schon jetzt monatelang im Voraus ausgebucht. Das Restaurant „Craft“ in Birmingham nahm ab dem 24. Februar Tisch-Reservierungen entgegen, kurz nachdem die Lockerung für Pubs bekanntgegeben worden ist. Was passierte?

147 Gruppen mit insgesamt 601 Menschen buchten innerhalb von 20 (!) Minuten einen Platz im „Craft“. So begehrt sind nicht ja mal Konzerttickets für irgendwelche Superstar-Tourneen! Aber nicht nur in England wartet man verzweifelt auf sein erstes „After Lockdown“-Bier. In den USA hat eine 93-Jährige einen hopfigen Hilferuf abgesetzt.

Gibt‘s bald wieder solche Szenen?

Pubs in England öffnen: Leute sehnen sich nach Normalität

„Craft“-Chef Sam Morgan erzählte gegen über „The Guardian“, dass alle Plätze bis in den gesamten Juli schon ausgebucht sind. Der Bier-Durst steigt den Briten wohl schon langsam zu Kopf. Auch in Manchester geht es jetzt schon ab: Die Bar „One Eight Six“ ist ab Mai für 10 aufeinanderfolgende Wochenenden komplett ausgebucht. Chef Dean Mac sagt, dass die Menschen sich verzweifelt nach Normalität sehen und ihm schreiben, dass sie es nicht mehr abwarten können, einen neuen Cocktail zu trinken. Scheint auf jeden Fall so.

Britin macht direkt 12 Reservierungen für Biergärten klar

Die 20-jährige Amanda aus Nortumberland hat auch schon mal ein paar Planungen mit ihren Freunden vorgenommen und direkt mal 12 Reservierungen in verschiedenen Biergärten ab Mitte April gemacht. „Ich glaube wirklich, dass wir fort überall hingehen werden“, sagt sie. Weil es so schwierig war, an den Wochenenden einen Tisch zu bekommen, musste Amanda auch für unter der Woche Reservierungen in den Biergärten vornehmen. „Ich bin drauf vorbereitet, dann Urlaub auf der Arbeit zu nehmen“, sagt die 20-Jährige. Da zeig jemand aber wirklich großen Einsatz für ein frisch Gezapftes! 🍺

Da scheint ja lustig zu werden. Denn – naja – viele Engländer glänzen beim Feiern und Trinken ja nicht gerade mit ihrer vornehmen Art. Tom Canning vom „The Hare and Hounds“-Pub bei Cambridge hat jetzt schon „saumäßig Angst“, nachdem er mit Platz-Buchungen für seinen Pub geflutet worden ist.

Viele Bierfreunde hatten aber offenbar kein Glück. In den sozialen Medien beschweren sich mehrere Menschen, dass es so gut wie unmöglich sei, irgendwo einen einen Platz im Pub in der Gegend zu reservieren. Das ist scheinbar ganz viel Herzschmerz mit im Spiel. 💔

Pubs in England: Mediziner warnten bereits vor „Zirkus voller betrunkener Clowns“

Schon im Juli 2020 durften die Pubs in England nach dem ersten Lockdown kurzzeitig wieder öffnen. Die Wiedereröffnung der Pubs in England hatte direkt Eskalations-Potenzial: Im Londoner Partyviertel Soho blockierten Menschenmassen die Straßen und hinderten teilweise die Autos am Durchkommen. Betrunkene taumelten und stürzten übereinander, einige tanzten nackt vor den Autos. Normales Feiern halt. Mediziner warnten damals sogar vor einem „Pub-Ageddon“ und vor Zuständen in Notaufnahmen wie in einem „Zirkus voller betrunkener Clowns“. Ob es ab April wieder ähnliche Szenen zu sehen gibt? Wahrscheinlich.

Brauereien müssen abgelaufenes Bier wegkippen

Während die Briten also gedanklich schon in Bier baden, muss das flüssige Gold in Deutschland verrotten. Denn statt Bier-Gelage ist hier erstmal Notbremse angesagt. Das zwingt viele Brauereien, ihr Bier im Millionenwert zu vernichten, weil das Haltbarkeitsdatrum abläuft. Bei einem längeren Lockdown droht vielen Vorräten dasselbe Schicksal. Besonders Brauer, die auf den Ausschank und Feste ausgerichtet sind, müssen massenweise Bier wegkippen. Wie gut, dass es aber findige Typen wie Christian Vormann gibt! Der Privat-Brauer aus Hagen macht aus seinem Bier jetzt Schnaps! Der wird schließlich nicht gammelig. Bis auch in Deutschland wieder Kneipen aufmachen, wird es wohl noch etwas dauern. Aber theoretisch könnten wir die Zeit bis dahin mit diesem aufblasbaren Pub überbrücken.

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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