Erinnerungen an die beste Zeit

Partyfotos von damals: Wir waren die coolsten Style-Verbrechen auf dem Dancefloor ❤

Kennt ihr noch Partys? Diese Sache, bei der man mit Freunden rausgeht und Spaß hat? Ne? Wir auch nicht. Zum Glück hat das Partyfoto-Portal „Szenenight“ in der Corona-bedingten Feier-Pause die richtigen Hardcore-Partyfotos aus vergangenen Zeiten rausgekramt.

  • Wegen der Coronakrise ist momentan leider nix mit Feiern und Party
  • Szenenight“ hat daher mal witzige Partyfotos aus vergangenen Zeiten rausgekramt
  • Warum sah man damals auf Partyfotos bloß aus wie das Style-Verbrechen in Person?

Wir schwelgen in Erinnerungen und denken an die Zeit zurück, in der man mit weißen Hüfthosen um die Häuser gezogen ist. Partyfotografen hatten damals den härtesten Job der Welt. Ständig wurden sie in Discos belagert, entweder von beschwipsten Mädels, die sich anhörten wie ein Schwarm Wellensittiche „Heeey, kannst du mal ‘n  süßes Foto von uns MädelZzZ machen?“, und dann ihr Duckface in die Linse gehalten haben. Oder von derbe coolen Typen, die grundsätzlich so posiert haben, als wollten sie Werbung für ein illegales Inkasso-Büro machen. Aber damals waren Bilder vom Partyfotografen die einzige Option, überhaupt was Bleibendes von den vielen Blackout-Partys im Capitol, Stubu und Co. zu haben

Zwar musste auch das eigene Motorola-Klapphandy für Fotos auf‘m Disco-Klo herhalten, aber die Bildqualität war so scheiße, dass man am nächsten Morgen gar nicht wusste, wen oder was man da überhaupt fotografiert hatte. Eine andere Alternative war, die Digitalkamera von den Eltern mitzuschleppen. Allerdings ging das nicht ohne besorgte Worte von Muddi: „Bitte verliere nicht die Kamera, da sind noch Fotos vom Ostsee-Urlaub drauf.“ JAJA, dachte man sich, stopfte das Monstrum lässig in die Hosentasche und sah aus, als würde man einen Backstein mit in die Disco gehen. 

Mamas Sorge war auch nicht ganz unbegründet. Denn beim Versuch, Knutsch-Selfies mit den Mädels beim Tanzen zu machen, ist die Kamera das ein der andere Mal unsanft aus den Wodka-Energy-Fingern geglitscht und ein paar Meter über den Dancefloor geschlittert. Aber eeeegal, wen stören denn die kleinen Kratzer in der Linse! Leider waren aber auch die Digitalkamera-Fotos für die Tonne, weil sie grundsätzlich nicht mehr als abgeschnittene Köpfe, völlige Überbelichtung oder Schatten im Disco-Nebel zu bieten hatten.

Aber es gab noch Hoffnung auf ein vernünftiges Foto, wenn man am nächsten Morgen neben einem angebissenen Cheeseburger das kleine Kärtchen vom Partyfotografen mit der Web-Adresse in der Tasche gefunden hat.

YEAH! Partyfotos sind online! Im Dunst des eigenen versoffenen Ichs hat man sich dann zum Computer gequält, den alten Schrotthaufen hochgefahren, die Partyfotos auf „Szenenight“ und Co. nach den eigenen sensationellen Visagen durchforstet und sie bei ICQ erstmal in die Runde geschickt, um dann folgende Kommentare auszutauschen:

„Boa, voll die hässlichen Fotos. Dabei sahen wir doch süß aus gestern.“ „Ich hatte das viel besser in Erinnerung.“ „Och nööö ey, guck mal meine Haare, die liegen gaaar nicht!!“ „Guck mal, wie ich guuuuck.“ „Ich find, Sarah geht, aber guck mich mal an – boooa, so hässlich!“

Die Hoffnung auf ein richtig geiles Partyfoto war endgültig dahin, aber wenn wir uns die Bilder rückblickend nochmal anschauen, lag das niemals am Partyfotografen – sondern an unserer eigenen Präsenz.

Style-Katastrophen: Warum wir auf Partyfotos von 2008 einfach scheiße aussehen

  • Mädels haben ihre Haare mit einem Kreppeisen bearbeitet, um wie geriffelte Pommes auszusehen. 
  • Oder haben die Haare mit 250 Grad geglättet, dass man auf Fotos fast noch den Dampf sehen konnte.
  • Grundsätzlich wollten wir offenbar aussehen wie glitzernde Karotten, wenn man sich mal den übertriebenen Einsatz von Bräunungscreme und Bronzing-Puder ansieht.
  • Oder unsere Gesichter sahen so blass aus, als hätten wir Schulkreide als Make-up benutzt.
  • Zu der Weißwurst-Visage ließ sich immer gut schwarzer Kajal und silbrig-blauer Lidschatten kombinieren.
  • Weiße Hüfthosen, aus der zuuufällig der Hüftknochen rausragte, waren ‘ne ganz heiße Nummer.
  • Auch der schwarze, bis unter die Achseln gezogene String-Tanga, der UNABSICHTLICH herausblitze, war ein wichtiges Statement in der Disco.
  • Knallenge Tops in Neon-Farben, greller als jede Warnweste, bewiesen absolutes Stilgefühl.
  • Männer trugen gerne Shirts mit V-Ausschnitt, der bis in die Intimsphäre ragte.
  • Die Shirts mussten so eng sein, dass sie von den McFit-Muskeln fast gesprengt wurden.
  • Zu dem Look kombinierte man gerne ein hübsches Satin-Halstuch oder eine drei Kilo schwere Kette.
  • Wichtig war auch der drei Meter breite Gangster-Gürtel mit Schnalle, an der man lässig Zeigefinger und Daumen zum Posieren einhaken konnte.
  • Und: Nadelstreifen-Westen! Heute undenkbar, damals ein Style-Hit.
  • Auch Rasenmäher-Frisuren waren bei Männern sehr beliebt: Hinten lang, vorne furchtbar, halbherzig blondiert und klebrig vom Gel.
  • Männer trugen auch gerne riesige Glitzer-Klunker-Ohrringe, die jeder Discokugel ordentlich Konkurrenz machten.
  • Mädels haben gerne knallenge Schlauchkleider getragen und dazu einen Gürtel von Orsay unter die Brüste geschnallt. Machte halt 'ne Hammer-Figur! Move bitch, get out the way!
  • Nicht zu vergessen: Plastik-Kreolen mit 5 Meter Spannweite und Neckholder-Tops!

Die Zeiten waren hart, aber geil. Lasst uns die Partypause in der Coronakrise nutzen, um uns ganz kurz für unsere damaligen Style-Verbrechen zu schämen und uns darauf zu freuen, in ein paar Wochen oder Monaten eventuell mal wieder ein Kärtchen vom Partyfotograf in der Tasche zu finden.

Rubriklistenbild: © Partybouncer

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