Warum Corona eine neue Art von Freiheit gibt

Was ist mir wichtig, wenn das Unwichtige verboten ist?

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Das Coronavirus hat uns unser normales Leben, wie wir es bislang kannten, einfach mal genommen. Aus Freiheit ist starke Einschränkung geworden. Dafür hat uns die Krise jedoch eine neue Form von Freiheit gegeben.

Denn wir lernen uns selbst aus einer anderen Perspektive kennen, wenn wir frei von unserem gewöhnlichen Alltag sind. Frei von Action, Abenteuer und Ablenkung, aber eben auch frei von Stress, Hektik und Zerstreuung. So frei von allem, wenn fast nichts mehr da ist, was uns sonst beeinflusst und bedrückt, kann es auch mal langweilig sein. Aber an diesem Punkt trifft man jemanden, den man so vielleicht noch gar nicht kannte: sich selbst. 

Wer bin ich eigentlich, wenn ich nur mit mir selbst zu tun habe? Wen oder was vermisse ich, wenn sich das Leben fast nur in den eigenen vier Wänden abspielt? Was habe ich vielleicht viel zu lange vernachlässigt? Und was macht mich überhaupt glücklich? Was ist mir wichtig, wenn das Unwichtige verboten ist? 

Juhu, die Sonne scheint ins Wohnzimmer!

Es klingt banal, aber nach der vielen Zeit mit mir allein zuhause freue ich mich mittlerweile jeden Tag darüber, wenn zwischen 10 und 11 Uhr die Sonne zuverlässig in mein Wohnzimmer scheint (Wo ist eigentlich der Regen hin? Egal, er soll bleiben, wo er ist!). Während der Coronakrise habe ich auch zum ersten Mal seit langer Zeit ein Buch in die Hand genommen und wieder gemerkt, wie schön es ist, stundenlang darin zu versinken und in andere Welten abzutauchen. 

Ich fühle, dass mein Herz aufgeht, wenn die Nachricht eines lieben Menschen auftaucht, die ich im normalen Alltagsstress vielleicht gar nicht genug hätte wertschätzen können. Und ich merke, was es mir für gute Laune macht, die Musik laut aufzudrehen und in der Home-Office-Mittagspause kurz zu meinem Lieblingssong abzurocken. Oder wie beruhigend es ist, die vielen Satelliten am sternenklaren Himmel beobachten zu können, die hin und wieder zu sehen sind. Und, und, und. 

Alles fährt runter: Himmel und Horizont werden klarer

Das eigene Herunterkommen während der Coronakrise gibt mir das Gefühl, als würde alles etwas klarer werden, nicht nur der Himmel, sondern auch mein Horizont. Denn wenn ich eines in den vergangenen Wochen gelernt habe, dann, dass es die kleinen Dinge sind, die jeden auch noch so eintönigen Tag in etwas Schönes verwandeln können. Das Traurige daran ist, dass diese kleinen schönen Dinge schon immer da waren und ich sie im Dunst des normalen Lebens gar nicht gesehen habe.

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