Wie war’s denn wirklich?

chili-Reporter erzählen von ihrem „Ersten Mal“

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Verändert dieses „Erste Mal“ unser Leben? Ein paar unserer chili-Reporter erzählen Euch von ihrem persönlichsten Erlebnis zu zweit.

Dieses Thema beschäftigt uns. Total. Wir reden viel darüber, aber irgendwie auch wieder nicht. Wenn, dann sind wir auch nicht immer ganz ehrlich. Ist der erste Sex wirklich ganz groß und rekordverdächtig? Oder doch eher tollpatschig und pannenbelastet? Schön oder schmerzhaft – oder beides?

Verändert dieses „Erste Mal“ unser Leben? Ein paar unserer chili-Reporter erzählen Euch von ihrem persönlichsten Erlebnis zu zweit. Dass sie das lieber anonym machen, könnt Ihr bestimmt verstehen.

„Parkplatz-Romantik“

Das funzelige Licht einer Straßenlaterne erfüllte seinen Zweck fast genauso gut wie Kerzenschein. Der gepflasterte Parkplatz war nicht so gemütlich wie ein kuscheliges Bett, aber durch ein parkendes Auto vor neugierigen Blicken geschützt. Und die Musik? Aus dem Partyzelt drangen nervige Schlager rüber. Manchmal kommt eben alles anders, als man denkt.

Meine Freundin und ich waren zu einem 18. Geburtstag eingeladen: Zelt im Garten, Flaschenbier, Gulaschkanone. Und irgendwie war an diesem Abend alles anders. Es war wohl das berühmte „Kribbeln“ – wir konnten uns keine Sekunde aus den Augen lassen und hingen aneinander wie die Kletten. Für die anderen bestimmt nervig – aber egal.

Warum wir nicht zu mir oder zu ihr gegangen sind? Wir hatten selbst nicht damit gerechnet, dass „es“ passieren würde. Selbst als wir Hand in Hand auf der Straße spazieren gingen, dachte ich nicht an Sex. Mit meinen Vorstellungen vom „Ersten Mal“ hatte das Neubaugebiet wenig zu tun. Aber schon nach wenigen Metern blieben wir stehen, küssten uns. Und anders als die vielen Male davor blieb es nicht dabei. Der Ort, die Zeit, die Kälte und die Angst, gesehen zu werden – für uns spielte das alles keine Rolle mehr.

Vielleicht, weil wir keine großen Erwartungen hatten. Weil nichts geplant war, war es wunderschön und unvergesslich.

männlich (19 Jahre)

„Von Pannen geplagt“

Ich war 15 und gerade drei Monate mit meiner Freundin zusammen. Eines Abends teilte sie mir mit, dass sie unbedingt mit mir schlafen wolle. Bis dahin hatten wir natürlich schon Petting gemacht, aber ehrlich gesagt: An richtigen Sex mit ihr hatte ich noch kaum einen Gedanken verschwendet.

Am nächsten Abend stand ich dann vor ihr und hatte ein paar Teelichter angemacht. Völlig ungeplant und unvorhersehbar...

Schon das Vorspiel war geplagt von Pannen. Für uns beide war es das „Erste Mal“, wir waren daher beide sehr aufgeregt. Als wir dann loslegen wollten, merkten wir, dass wir in der Nervosität beide nicht an Kondome gedacht hatten. Sie nahm noch nicht die Pille, trotzdem wollten wir es unbedingt ausprobieren.

Zack, nächste Panne: Beim Eindringen verkrampfte sie sich auf einmal, was bei mir sofort einen vorzeitigen Samenerguss auslöste. Wir nahmen uns noch ein paar Minuten in den Arm und starteten dann einen zweiten Versuch.

Es klappte. Dabei schauten wir uns tief in die Augen – und bekamen einen riesigen Lachanfall. Das befreite uns. Nach zwei Minuten war der Spaß dann vorbei, und wir fragten uns beide, warum aus Sex jeder so ein Riesending macht. Die nächsten Wochen waren von der Angst geprägt, dass sie schwanger sein könnte.

männlich (17 Jahre)

„War okay, mehr nicht“

Der Raum ist schummrig. Überall stehen Kerzen rum, im Hintergrund dudelt leise Musik, neben dem frischbezogenen Bett steht eine Schüssel mit Erdbeeren. Der Moment ist genau der richtige, der Typ natürlich der absolute Traummann, große Liebe – alles perfekt. So hätte ich’s mir gewünscht. Aber so war’s nicht. Es war ein unromantischer Nachmittag, aus den Boxen hallte Eminems hocherotische Stimme einen Tick zu laut, um unerwünschte Geräusche zu verschlucken. Es gab auch keine Erdbeeren, keinen Sekt, überhaupt nichts. Essen kann man ja auch bei anderen Gelegenheiten.

Der Moment war nicht optimal. Aber er war auch nicht vollkommen scheiße. Das ist sicher mehr, als andere von ihrem „Ersten Mal“ behaupten können.

Und der Typ? Der war auch irgendwie... okay. Ich war nicht verliebt in ihn und er nicht in mich. Ich war nicht seine erste. Also machte er seine Sache auch nicht falsch. Er war rücksichtsvoll und ziemlich vorsichtig. Es tat nicht besonders weh, ich sprühte aber auch nicht über vor Begeisterung. Es war nur ein komisches, ungewohntes Gefühl. Es hätte alles schlimmer kommen können.

Ich kann also nicht behaupten, dass mein „Erstes Mal“ schlecht oder so war. Es war okay, aber mehr auch nicht. Aber ich muss es so schnell nicht wieder haben.

weiblich (15 Jahre)

„Üben“

Katastrophen am Fließband – wir haben’s ein halbes Jahr probiert, nie klappte es! Mal waren die Eltern da, dann hatte sie Schmerzen, dann ließ die Erektion nach... Wir waren am verzweifeln! Aber irgendwann ging es. Deswegen: Glaubt nicht, dass es anderen so anders geht beim „Ersten Mal“. Aber wenn man übt, wird’s besser!

weiblich und männlich (beide 17 Jahre)

„Böse Überraschung“

Schlimmer geht’s immer: Ich war ein echter Spätzünder – aber der Junge, mit dem ich es mit 18 dann endlich getan habe, war es sowas von nicht wert! Die Prozedur selber war nicht spektakulär. Aber als ich danach zur Frauenärztin ging, stellte sich raus, dass ich mir durch ihn Filzläuse eingefangen hatte! Ich war geschockt und wütend auf ihn.

Meinen Freunden erzählte ich direkt davon, auch als er dabei war, das hatte er verdient, fand ich.

Ich hab tausend Mal bereut, es mit ihm getan zu haben – und dann auch noch das wichtige „Erste Mal“! Nach ein paar Wochen hab ich dann Schluss gemacht. Die Filzläuse habe ich ihm noch immer nicht verziehen. Aber zum Glück hat mich die Männerwelt mittlerweile für dieses schlimmste „Erste Mal“ entschädigt.

weiblich (21 Jahre)

„War schön“

Ziemlich spät für einen Jungen in meinem Freundeskreis: Ich war 17 und schon seit ein paar Monaten mit meiner ersten Freundin zusammen. Deshalb hab ich es meinen Kumpels danach auch gar nicht groß erzählt. Natürlich wollte ich mehr. Aber ich wollte nicht drängeln, deswegen sagte ich nix. Als ihre Eltern im Urlaub waren, lud sie mich zu sich ein. Ich kam in ihr Zimmer, und überall brannten Kerzen. Ich konnte mir denken, was das bedeuten sollte und nahm meine Chance wahr. Es war schön. Wir hatten danach eine viel stärkere Bindung zueinander.

männlich (20 Jahre)

„Als wären wir füreinander bestimmt“

Der erste Kuss, der erste lange Blick, das erste Händchenhalten, das alles hatte ich schon hinter mir. Ich hielt mich schon für erfahren, aber eins fehlte noch: Das berühmte „Erste Mal“ stand mir noch bevor.

Natürlich haben mir alle Freunde, die es schon gemacht hatten, erzählt, dass es nichts Kompliziertes ist und ich mich in der Sache schnell zurechtfinden würde. Aber ich konnte und wollte nicht glauben, dass es alles so einfach sein soll. Es spukte wie ein Geist durch meinen Kopf, ließ mich selbst in meinen Träumen nicht los; es war, als hätte ich das Fahrradfahrenlernen vor mir, wo man weiß, dass man auf die Schnauze fallen wird, aber man will es trotzdem probieren.

Und genau in diesem Chaos – zwischen Angst, sich zu blamieren, Neugier und purer Aufregung – schwankten meine Gefühle, als ich mit meiner Freundin im Bett lag und sie anschaute.

Mir war gleich klar, dass es heute nicht beim Kuscheln bleiben würde. Wenn man schon einige Zeit zusammen ist, kommt dieser Moment nun mal. Wir haben uns nie abgesprochen oder vorbereitet, und wir brauchten es auch nicht. Ein Blick genügte, und ich wusste, dass ich die Erlaubnis hatte, weiter zu gehen als sonst. Mein Herz raste. Ich versuchte, mich zu konzentrieren und mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen.

Mit zittrigen Händen zog ich meine Freundin aus und begann, sie zu küssen, und ich fühlte, dass es ihr ähnlich ging wie mir. Ich fühlte ihr Herzklopfen und ihre Spannung. Nachdem wir uns immer leidenschaftlicher geküsst hatten, ließen wir uns einfach mitreißen und vergaßen die Welt um uns rum. Ab einem gewissen Moment war der ganze Stress, die Nervosität und die Angst, uns zu blamieren, irgendwie vergessen. Wir genossen jeden Augenblick, als wären wir schon ewig füreinander bestimmt.

Nachher guckten wir uns ein bisschen verschämt an. Aber das dauerte nicht lang, und wir kuschelten gefühlvoll. Schließlich schliefen wir mit einem sehr beruhigenden Gefühl ein.

Wenn ich heute an diesen Abend denke, wird mir warm ums Herz, weil ich glaube, so unschuldig wird mein Leben nie mehr sein. Und auch wenn wir uns kurze Zeit später getrennt haben, wird dieses Mädchen immer bei mir einen speziellen Platz in meiner Erinnerung haben, weil sie die Erste war.

männlich (19 Jahre)

„Es war ein langer Weg, bis es Spaß machte“

Wir hatten noch keine sexuellen Erfahrungen, denn es war die erste richtige Beziehung für uns beide. Ich war 15 und mein Freund gerade 20 geworden. Wir redeten von Anfang an offen über das Thema, und er versicherte mir, so lange mit Sex zu warten, wie ich möchte. So vergingen die Wochen, wir machten gemeinsam unsere Erfahrungen beim Vorspiel. Nach zweieinhalb Monaten sagte ich ihm, dass ich es mir jetzt vorstellen könne, bald mit ihm zu schlafen.

Ich redete viel mit meiner älteren Schwester über die Verlässlichkeit von Kondom und Pille und was ich sonst noch beachten sollte. Sie riet mir, beim „Ersten Mal“ doppelt zu verhüten, damit ichnicht durch Angst vor einer Schwangerschaft noch zusätzlich angespannt wäre. Wir kauften zusammen Kondome, sie beruhigte mich. Bei ihr hatte es nicht weh getan und kaum geblutet.

Mein Freund und ich dachten, es wäre am besten, es zu tun, wenn ich bei ihm übernachte, damit wir genug Zeit haben. Aber dann vergaß ich am Anfang des Monats an einem Tag, meine Pille zu nehmen. Und weil ich absolut sicher sein wollte, war für den Rest des Monats das „Erste Mal“ tabu. Mein Freund meinte, dass es für ihn kein Problem sei, noch zu warten.

So waren wir schon vier Monate zusammen, als wir es dann wagen wollten. Vorher musste ich meinem Freund versprechen, dass ich sofort Bescheid sage, wenn ich starke Schmerzen hätte, weil es seine größte Angst war, mir weh zu tun.

Als wir kurz davor waren, gab es dann das nächste Problem: das Kondom. Obwohl meine Schwester mir die Marke empfohlen hatte und meinte, dass es ganz unkompliziert sei, schaffte mein Freund es nicht, sich auf Anhieb eins überzustreifen. Nachdem wir beide es mehrere Minuten versucht hatten, war er nicht mehr erregt genug. Wir versuchten, uns zu entspannen, um es dann noch mal mit einem neuen zu probieren. Allerdings war mein Freund danach so abgeschreckt, dass er gar nicht mehr erregt genug wurde. Er war natürlich ziemlich deprimiert, und ich hatte Mühe, ihn zu trösten. Wir einigten uns darauf, es an diesem Abend zu lassen.

Außerdem verwarfen wir die Idee, es unbedingt bei einer Übernachtung zu tun, weil es nicht so geplant geschehen sollte, damit er sich nicht noch mehr unter Druck setzt. Wir versuchten es noch ein paar Male, bis aus der Zwölfer-Packung Kondome nur noch vier Stück übrig waren, ohne dass wir miteinander geschlafen hatten.

Schließlich rief ich in seiner Gegenwart bei meiner Schwester an und bat sie um Rat. Sie meinte, dass sie auch schon mal einen Freund gehabt hätte, der genauso bei Kondomen reagierte, und dass man da halt nichts machen könne. Sie versicherte mir, dass aber auch die Pille alleine eine sichere Verhütung sei. Ich besprach das mit meinem Freund, und nachdem wir gemeinsam bei meinem Frauenarzt waren, der uns die Sicherheit der Pille bestätigte, beschlossen wir, es zu versuchen.

So schliefen wir dann „erst“ nach einem halben Jahr, kurz vor meinem 16. Geburtstag, miteinander.

Obwohl ich mir Mühe gab, mich zu entspannen, verkrampfte ich mich anscheinend zu stark, denn obwohl mein Freund so vorsichtig wie möglich war, tat es doch ziemlich weh, und nach 20 Minuten hörten wir auf.

Es hatte gar nicht geblutet, allerdings war er auch nicht allzu tief in mich eingedrungen, weil ich das von den Schmerzen her nicht aushalten konnte. Trotzdem ließ ich mich davon nicht allzu sehr abschrecken, und von Mal zu Mal wurde es weniger schmerzhaft, bis ich es eines Tages genießen konnte.

weiblich (17 Jahre)

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