„Bushido ist ein Alphatier“

Rapperin Bahar

„Ich wurde wiedergeboren! Das ist mein neues Leben. Guck mich an, Junge, das ist mein Geburtstag.“ Das ist eine Zeile aus dem Song „Geburtstag“ von der Rapperin Bahar.

Diesen Monat ist sie 28 geworden. Zurzeit arbeitet Bahar, die früher bei Bushidos Label „ersguterjunge“ gerappt hat, mit Hochdruck an einem neuen Projekt. Worum es geht? Ich hab bei ihr mal nachgefragt.

Bahar, wie bist Du eigentlich zum Rap gekommen?

Wie kommt eine Frau zum Rap? Natürlich durch einen Mann. Ich habe mich damals in einen Mann verliebt, der gerappt hat. Und wen gab es groß an weiblichen Rapperinnen? Okay, Sabrina Setlur. Ich fand sie cool, wollte es aber noch besser als sie machen. Ich habe also angefangen und relativ schnell große Fortschritte gemacht. Ich saß auch mit den Jungs von „Aggro Berlin“ zusammen, weil die auf der Suche nach einer Rapperin waren, aber ich glaube, ich hätte nicht in deren Konzept reingepasst, und das wollte ich auch gar nicht. Dann ist der Kontakt zu „ersguterjunge“ hergestellt worden. Verantwortlich waren Taichi und D-Bo. Bushido hat von mir ein Demo erhalten und fand das cool. Daraufhin hat er mich eingeladen, und ich habe den Job bekommen. Nach der Zusage habe ich mit meinem damaligen Freund erst mal lachen müssen, weil wir nie damit gerechnet hatten.

Du hast mit Deinem Produzenten Yannek sehr eng zusammengearbeitet. Habt Ihr noch Kontakt?

Wir haben zwar noch Kontakt, aber arbeiten nicht mehr zusammen. Wir waren ja zusammen, und nach der Trennung hat die Zusammenarbeit nicht mehr so funktioniert. Jetzt habe ich ein neues Produzententeam und muss sagen: Ich bin stolz und glücklich!

Es ist in letzter Zeit etwas ruhiger um Dich geworden. Was machst Du zurzeit?

Ich sitze gerade mit einem bekannten Rapper an einem Collabo-Album. Es ist ein echt spannendes Projekt. Leider kann ich dazu noch nicht viel sagen, denn er möchte es groß ankündigen. Bisher war es für mich sehr untypisch, Collabos zu machen, man konnte mich ja meistens alleine hören. Deswegen war es eine Herausforderung für mich. Ende des Jahres kann man sich echt auf was gefasst machen.

Du warst etwa ein Jahr bei „ersguterjunge“ unter Vertrag. Wie war die Zeit? Hast Du noch Kontakt zu den anderen Künstlern?

Zu D-Bo habe ich noch Kontakt, wir haben über den Verlag „Universal“ miteinander zu tun. DJ Stickle habe ich neulich auf einem Geburtstag gesehen, aber zu Bushido hab ich gar keinen Kontakt mehr. Man hat sich zwar nicht ganz so krass zerstritten, aber jeder geht seinen eigenen Weg. Ich bekomme mit, was die anderen von „EGJ“ mittlerweile treiben, und ich wünsche ihnen Erfolg. Aber sonst muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich die Zeit bei „ersguterjunge“ nicht ganz so gut in Erinnerung. Ich bin zwar in Kreuzberg groß geworden, aber der Ton da war schon sehr rau. Alles in allem war die Zeit für mich ein menschlicher Rückschritt.

 Ursprünglich wolltest Du über „ersguterjunge“ ein Album rausbringen. Warum ist es nicht dazu gekommen?

Das ist auch so eine Sache. Es hat sich immer wieder rausgezögert und rausgezögert. Bushido war und ist einfach ein Alphatier. Er konnte es nicht ganz so gut leiden, wenn jemand mit ihm auf einer Ebene stand. Und wenn das der Fall war, dann musste der auch wieder runtergedrückt werden. Deswegen kam auch mein Album nie raus.

Wolltest Du von vornherein beruflich rappen, oder war’s nur ein Hobby?

Ich habe es wirklich von Anfang an als Berufung angesehen. Und diese Ansicht hat sich bis jetzt nicht geändert. Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste, aber man muss ja auch zusehen, dass man nicht auf der Strecke bleibt. Und ich bin ehrgeizig. Von daher wird es so weitergehen.

Was denkst Du über den aktuellen deutschen Rap? Es gibt ja viele aufstrebende Künstler...

Zurzeit gibt es eine sehr gute Entwicklung. Es kommen immer mehr junge Künstler mit Themensongs. Ich finde es besser, als wenn alle rappen: „Ich ficke den und den“! Die neuen Künstler leben es aus, dass sie sich komplett frei entwickeln können. Es macht Spaß, die Entwicklung zu beobachten. Nehmen wir als Beispiel Casper: Der ist der Traum einer solchen Entwicklung. Er kommt aus der Hip-Hop-Szene und hat eine andere Seite an sich entdeckt. Die lebt er aus und bringt Hip-Hop in eine weitere Musikrichtung. Sensationell.

Hörst Du privat auch Rap?

Eigentlich höre ich alles Mögliche. Aber beim Hip-Hop kann ich sagen: Ich feier die alten Sachen von unbekannten Künstlern. Robert Stylez zum Beispiel finde ich genial. Der hat’s einfach drauf. Das hört man auf dem Album „Uhrwerk des Zorns“ auch echt raus. Aber ich höre auch gerne die beiden Mixtapes von Sentino „Sentinos Way I und II“, einfach cool.

Was hättest Du im Rückblick auf Deine Vergangenheit lieber anders gemacht?

Ich hätte viel mehr meinen eigenen Weg gehen sollen. Ich habe damals manche Songs aus einem falschen Grund geschrieben. Das ist ein Fehler. Ich hätte einfach die Erzählrichtung einschlagen sollen. Das wäre für mich besser gewesen. Aber man kann auch sagen: Man geht seinen Weg, egal wie. Und es hat trotzdem gut geklappt!

Von Benedikt Wellmann (23 Jahre) aus Barrien

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