Mit Höhenangst in den Kletterpark

Balance-Akt im Baumwipfel

Anna Stüttelberg und Nils Siegmann im Verdener Kletterpark

Nils (15) bekämpft seine Höhenangst im Verdener Kletterpark. Und auch Anna (18) testet ihre Grenzen aus.

Von Baum zu Baum über schwankende Holzbalken oder dünne Seile zu balancieren: Das ist definitiv nicht für jeden was. Die 18-jährige Anna Stüttelberg  und der 15-jährige Nils Siegmann, beide aus Twistringen, stellen sich dieser Herausforderung. Sie besuchen zusammen mit chili-Volontärin Anne Schmidtke  den Verdener Kletterpark.

Warum seid Ihr bei dem Ausflug dabei?

Anna: „Ich war vor Ewigkeiten im Kletterwald Nord an der Thülsfelder Talsperre. Die Parcours waren sehr weit oben. Außerdem kann ich mich daran erinnern, dass ich mit ‘ner Seilbahn über den riesigen See gefahren bin. Damals hatte ich ein mulmiges Gefühl beim Klettern. Ich weiß nicht, wie das heute ist. Aber ich möchte es unbedingt wissen.“

Nils: „Obwohl ich tierische Höhenangst habe, war ich vor kurzem mit meiner Ju-Jutsu-Gruppe in Frankreich klettern. Nach kurzer Zeit hing ich aber schon in den Seilen und rief nach Hilfe. Es hat ganz schön lange gedauert, bis jemand kam. Ich habe richtig Schiss vorm Klettern. Heute möchte ich gegen meine Höhenangst ankämpfen.“

Wie äußert sich denn Deine Höhenangst, Nils?

Nils Siegmann im Verdener Kletterpark

Nils: „Ich gucke immer nach unten, obwohl man das nicht machen soll. Ich hab dabei ein schlechtes, mulmiges Gefühl und zittere am ganzen Körper.“

Seit wann weißt Du von Deiner Höhenangst?

Nils: „Die hatte ich schon im Kindergarten. Ich hatte damals Angst, von den kleinen Kästen in der Turnhalle zu springen. Irgendwann wurde das weniger, aber dann bin ich unglücklicherweise von ‘ner Garage gefallen. Dabei ist nicht wirklich was passiert. Ich hatte nur ein paar Schürfwunden. Aber seitdem habe ich richtig Höhenangst.“

Wie sieht es bei Dir mit Höhenangst aus, Anna?

Anna:  „Das weiß ich nicht genau. Im Schwimmbad bin ich mal vom Fünf-Meter-Turm gesprungen. Das brauche ich nicht wieder. Und auf den Zehn-Meter-Turm muss ich erst recht nicht. An den Besuch im Kletterwald damals kann ich mich kaum erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich Angst hatte, dass sich die Gurte lösen. Aber eigentlich weiß ich, dass da nichts passieren kann.“

Was versprecht Ihr Euch von dem Besuch im Kletterpark?

Nils: „Ich will meine Angst überwinden, damit ich auch mal mit Freunden in den Kletterpark fahren kann.“

Anna:  „Ich möchte, dass das Gefühl nicht mehr so stark ist, dass mir irgendwas passieren kann.“

VERLOSUNG:

Jetzt möchtest Du unbedingt auch in den Verdener Kletterpark? Unter allen chili-Lesern, die noch zur Schule gehen, verlosen wir fünf Freikarten. Schick einfach eine E-Mail mit Namen, Alter, Adresse und dem Stichwort „Klettern“ im Betreff an chili@kreiszeitung.de.

Bevor es für Anna und Nils rauf in die Bäume geht, muss Anna erst mal ihre schwarzen Tunnel aus den Ohrläppchen nehmen und die zwei Kugeln des dunklen Bananen-Piercings nach innen in die Nase drehen. Ihre Wertsachen und Taschen geben die beiden bei der Anmeldung ab und setzen Helme auf. Die sind kein modisches Highlight, aber Pflicht.  Außerdem müssen Anna und Nils jeweils einen Klettergurt anlegen. Dabei hilft ihnen ein Ranger. So heißt das Sicherheitspersonal im Hochseilgarten. Alleine ist das nämlich gar nicht so einfach. Die Beine müssen genau in den Schlaufen stecken, und der Gurt muss vernünftig am Körper anliegen. Er darf nicht verdreht sein und auch nicht locker sitzen. Der Ranger erklärt den beiden das Sicherheitssystem. Dann geht es endlich los.

Die Parcours sind nur über Zugangshütten zu erreichen. Dort hängen sich Nils und Anna in das Sicherheitssystem ein. Sie starten mit der Strecke in vier Metern Höhe. Über eine Kletterwand gelangen sie nach oben. Während die 18-jährige Anna, die ab August eine Ausbildung zur Friseurin macht, flink die verschiedenen Hindernisse überwindet, braucht Nils etwas länger. „In zehn Jahren bin ich auch fertig“, witzelt der Realschüler. Aber er schlägt sich wacker. Schritt für Schritt arbeitet er sich über mehrere Balken, die jeweils nur an zwei Seilen aufgehängt sind. Nachdem das geschafft ist, muss er unter anderem durch eine Tonne krabbeln, über ein Netz balancieren und über eine Hängebrücke ohne Geländer gehen. Mitten im Weg hängen Säcke, um die er sich herumschlängeln muss.

„Ich kann mich nirgendwo festhalten – je länger ich brauche, desto schlimmer find ich das hier oben“, sagt Nils. Es dauert etwas, bis er wieder am Boden ankommt.

Anna traut sich währenddessen auf den Zehn-Meter-Parcours. „Das Klettern in vier Metern Höhe habe ich mir schlimmer vorgestellt. Aber wenn ich jetzt nach oben schaue, wird mir schon schwindelig!“

Sie kraxelt nach oben und steht einigen Herausforderungen gegenüber. Sie muss beispielsweise auf einen Balken springen, der wie eine Schaukel aufgehängt ist. Mit genügend Schwung gelangt sie auf die nächste Plattform. Der Kurs führt auch über einen Schwebebalken. Aber die Überwindung gelingt ihr genauso wie das Hangeln von Schlaufe zu Schlaufe über dem Abgrund. „Das geht aber ganz schön in die Arme“, stöhnt die 18-Jährige. Kurz darauf hat sie die Strecke geschafft und kommt glücklich wieder auf dem Boden an.

Und, wie war es?

Anna Stüttelberg im Verdener Kletterpark

Anna:  „In zehn Metern Höhe hatte ich Angst, dass mir was passiert. Ich war kurz davor abzubrechen. Es war wackeliger als gedacht. Aber dann hab ich mir gesagt: ,Du kannst nicht runterfallen. Wenn andere das hinkriegen, dann schaffst Du das auch! Das war krass. Aber an Ende hätte ich mir sogar noch mehr zugetraut!“

Nils: „Ich hatte vor jedem einzelnen Balken Respekt, weil die so gewackelt haben. Trotzdem war’s ein tolles Erlebnis. Wenn man merkt, dass man es schafft, macht Klettern sogar sehr viel Spaß.“

Konntest Du Deine Höhenangst überwinden, Nils?

Nils: „Ich habe meine Angst ein Bisschen überwunden. Ich weiß, dass mir nichts passieren kann, weil ich gesichert bin. Falls ich doch fallen sollte, stürze ich nicht weit runter. Schließlich hänge ich an einem Seil.“

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