Meine Meinung

Was ist schon für immer?

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Laura Hoffmann

Von Laura Hoffmann (15) aus Eydelstedt. „Wir bleiben für immer beste Freundinnen und werden uns nie trennen!“ Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört oder selbst gesagt und dabei gehofft, dass er in Erfüllung geht.

Meine beiden besten Freundinnen und ich erlebten die komplette Grundschul- und Kindergartenzeit gemeinsam. Wir teilten alles, redeten über die intimsten Dinge und alberten rum, so wie wir es mit niemand anderem konnten. Glaubten wir.

Ich bezeichnete das Haus meiner Freundinnen immer als mein „zweites Zuhause“, und genauso war es auch. Fast täglich waren wir beieinander, trafen uns und machten die verrücktesten Dinge zusammen. Streit war ein Fremdwort, und wenn es mal Unstimmigkeiten gab, dann waren sie nach einer Stunde wieder vergessen. Alles schien perfekt.

Wer hätte gedacht, dass sowas Besonderes jemals vorbei sein könnte? Keiner. Aber nach der vierten Klasse (wir hatten uns gerade noch so sehr darüber gefreut, die selbe weiterführende Schule zu besuchen), begann sich unser starkes Band der Freundschaft ganz langsam aufzulösen. Irgendwas brachte uns auseinander. Etwas, das ich heute immer noch nicht richtig verstehe.

Eine neue Schule, fremde Gesichter, andere Themen – mit der Zeit begannen die Leute, die man bisher noch nicht kannte, irgendwie interessanter zu werden als die, die man schon in- und auswendig kannte.

Plötzlich waren wir nicht mehr nur zu dritt, wenn wir uns trafen, sondern hatten einen großen Freundeskreis um uns rum gebildet. Und die neuen Bekanntschaften wurden auch immer wichtiger und passten plötzlich irgendwie besser zu einem.

Streit, Tränen und Wut – viel ist passiert in dieser Zeit… Wenn ich daran zurückdenke, an all die schönen Momente der alten Freundschaft, in denen ich dachte, wir wären für immer ein unbesiegbares Team, überfällt mich eine heftigeTraurigkeit und Wehmut. Aber es huscht auch ein Lächeln über mein Gesicht, wenn ich mich erinnere, wie wir zusammen gelacht haben und albern waren, wie wir die verrücktesten Ideen und Zukunftspläne schmiedeten.

Auch wenn ich unzählige Stunden damit verbracht habe, meine Tränenvorräte für die nächsten Jahre zu verbrauchen, bereue ich nicht, dass es nun vorbei ist mit meinen Sandkastenfreundinnen. Wir haben uns auseinander entwickelt. Heute passen wir einfach nicht mehr so zusammen wie früher. Jetzt, drei Jahre nachdem wir uns in der sechsten Klasse endgültig voneinander trennten, weiß ich das.

Einen richtigen Platz im Leben werden meine beiden Kindheitsfreundinnen wohl nie wieder bei mir haben, aber ein Platz in meinem Herzen wird ihnen immer erhalten bleiben. Auch wenn er kleiner geworden ist, weiß ich, dass uns immer was verbinden wird. Unsere vergangene Freundschaft. Die Erinnerungen daran möchte ich nicht vergessen, denn sie sind viel wert!

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