Interview

„Mir reicht’s, wenn meine Oma mich erkennt.“

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Der Österreicher Ben-e ist Samstag im Moments.

Er ist diesen Samstag der Headliner im „Moments“. Obwohl in Wien, wie er selbst sagt, jeder Zweite DJ ist, hat sich „Ben-e“ mit seinem melodischen Electro-Style in seiner Heimat einen Namen gemacht.

Von Rafael Kaluza

Und jetzt will der 24-Jährige Bremen aufmischen. Was ist das für ein Typ, der Samstagnacht bei „In Love We Trust“ auftritt und tagsüber auf den bürgerlichen Namen Benedikt Ölz hört? Wir haben unseren Auszubildenden Rafael Kaluza (20) aus Göddern auf den DJ angesetzt.

Ben-e, kennst Du meinen Lieblings-Song „Sie liebt den DJ“? Ich frage mich nämlich immer: Ist das die Wahrheit? Stehen alle Mädchen auf den DJ?

Verlosung Freikarten

Es wird heiß am Samstag im Bremer „Moments“: Ab 23 Uhr tobt die House- Electro-Melodic Techno-Party „In Love We Trust“, und DJ Ben-E ist Headliner. Wir verlosen fünf Freikarten. Schick einfach jetzt gleich eine E-Mail mit dem Betreff „Tutto Ben-e“ an chili@ kreiszeitung.de.

"Nee, den Song kenn ich nicht. Ich versuche auch eigentlich immer zu vermeiden, zu sagen, dass ich DJ bin. In Wien ist jeder Zweite DJ und dadurch wahnsinnig cool und bla, bla, bla. Das geht mir dezent an’n Sack. Dieses Poser-Ding! Und zu Deiner anderen Frage: Nee. Entweder man findet eine Person ansprechend oder nicht. Aber man steht doch nicht auf jemanden, nur weil er auflegt!“

Kriegst Du denn nicht ab und zu Telefonnummern zugesteckt?  (lacht:) „Nee, leider nicht. Ich bin auch nicht der Typ, der sagt: Ich hole mir jetzt fünf Mädels heim und mach’ mit denen irgendwelche Geschichten. Also – ich würd’s schon machen, aber irgendwie ergibt sich das nie.“

Wie bist Du DJ geworden?

„Musik mache ich schon, seit ich acht Jahre alt bin. Ich komme ursprünglich aus dem klassischen Bereich, hab Klavier gelernt, später Gitarre und war knapp neun Jahre im Chor. Mit 16, 17 bin ich in den Elektronik-Bereich reingeflutscht. Vor drei Jahren hab ich mit Techno angefangen – beziehungsweise mit Deep House und Pop-Techno. Hauptsache, es ist eine schöne Melodie drin. Das ist mir wichtig.“

Was hörst Du selbst gerne?

„Alles – von Elektronik über Pop bis Klassik. Im Elektronischen zum Beispiel die Pachanga Boys, aus dem Klassischen bin ich ein extremer Fan von Hans Zimmer. Und im Pop-Bereich finde ich zurzeit Katy Perry mit Abstand am besten. Und Coldplay ist auch noch sehr weit vorne.“

Lieber Mozart oder DJ Antoine?

„Was für eine Frage! Mozart kommt aus Salzburg wie ich – eindeutig Mozart! Und DJ Antoine hab ich zwar schon mal gehört, aber ich will lieber gar nicht so genau wissen, wer das ist...“

Du hast mit 17 Jahren angefangen aufzulegen. Heute bist Du 24. Wie hast Du Dich in der Zeit verändert?

„Heute bezeichne ich mich nicht mehr unbedingt als DJ, denn ich versuche, aus vorhandenen Liedern ein neues zu gestalten. Sprich: Ich bin mittlerweile eher ein Live-Act geworden. Ab nächstem Jahr werde ich wahrscheinlich mit meinem Studiopartner, dem Falki, nur noch live spielen. Er Gitarre, ich Keyboard. Dazu wird es ein audiovisuelles Spektakel werden. Ich bin nämlich ein ziemlicher Nerd. Ich mache extrem viel Bühnengestaltung. Und wahnsinnig viel mit Licht.“

Kannst Du von Deiner Musik leben?

„Leider noch nicht. Ich mache im Moment ein Tontechnik-Studium in Wien. Es ist noch relativ offen, ich hab viele Bereiche, die mich interessieren. Nummer eins ist die Musik, Nummer zwei ist visuelle Kunst, und Nummer drei ist Marketing. Mein Studium wird weitergehen mit dem Schwerpunkt Kultur- und Musikmanagement. Und ich kann mir auch vorstellen, in die Richtung zu gehen. Ich mache mir deshalb gar keinen Stress.“

Bist Du viel unterwegs wegen der Musik?

„Das wird gerade mehr und mehr. Monatlich komme ich so einmal nach Deutschland. Im Sommer hab ich extrem viel in Wien aufgelegt. Allerdings hab ich jetzt angefangen, die Termine zurückzuschrauben und nur noch selektiv Gigs zu spielen. Es macht mir mehr Spaß, dort meine Musik zu präsentieren, wo es Sinn macht, als so wie jeder zweite DJ überall zu spielen, nur weil’s cool ist.“

Was weißt Du über Bremen? 

(überlegt:) „Da gibt’s doch diese Bremer Stadtmusikanten, oder?“

Richtig. Und noch was: Es gibt ein paar Österreicher, die bei Werder Bremen Fußball spielen...

„Boah, ich hasse Fußball, da darfste mich gar nix fragen! Ich bin eher der Extremsport-Typ. Ich komme ja aus Salzburg, von mir zu Hause waren es zehn Minuten bis ins Skigebiet. Ich bin von kleinauf immer nur Ski gefahren, und das ist mittlerweile mehr Free-Skiing geworden, wobei das in Wien leider nicht so gut geht. Und seit ich acht war, bin ich Skateboard gefahren.“

Auflegen, rumreisen, studieren, Ski fahren – hast Du da noch Zeit für Deine Freunde?

„Ich glaube, mittlerweile hasst mich mein halber Freundeskreis (lacht). Okay, hassen ist übertrieben, aber das Verhältnis ist schon a bissl abgekühlt. Das Problem ist, dass ich doch sehr zielstrebig angefangen habe, Prioritäten zu setzen. Leider ein bisschen auf die Kosten meiner Freunde. Ich habe aber schon noch meinen ganz engen Freundeskreis, und mit den Leuten versuche ich so oft wie es geht, was zu machen. Da bin ich dann wieder der liebe Typ, umarme sie alle die ganze Zeit oder habe irgendeinen Spaß mit ihnen.“

Hast Du eine Freundin?

„Nee, seit einem Jahr schon nicht mehr. Das hatte aber nix mit fehlender Zeit zu tun...“

Nötigen Deine Freunde Dich eigentlich, auf ihren Partys aufzulegen? 

„Auf WG-Partys lege ich auf. Ich liebe das, das macht am allermeisten Spaß. Allerdings ist es mir immer lieber, dass mein Mitbewohner Philipp, der auch DJ ist, ran soll, bevor ich spiele. Denn der rockt echt jede WG-Party durch.“

Gibt es einen Song, der immer ankommt und jeden zum Tanzen bringt?

„Klar! Mein persönlicher Killer ist von Moguai & Tocadisco ,Freaks in the Morning’. Das spiele ich seit drei Jahren jedes Mal zum Schluss, und das wird sich nie ändern. Das ist der absolute Club-Killer in meinen Augen. Aber mehr werde ich jetzt nicht verraten.“

Setzt Du Dir Silvester ein Ziel, was nächstes Jahr erreicht sein muss?

„Ja, das mache ich jedes Jahr. Letztes Jahr war das Ziel, mindestens einmal im Ausland zu spielen. Das ging echt gut. Nächstes Jahr wird das Ziel sein, davon leben zu können. Es wäre schon extrem gechillt, wenn das mit dem Projekt ,Bene & Falki’ mit meinem Studiopartner klappt. Gleichzeitig ist mir aber auch wichtig, dass ich mein Studium fertig kriege. Dass wir unser audiovisuelles Projekt voranbringen. Und ich habe auch die Vorstellung, dass ich im Marketing-Bereich weitermache.“

Würdest Du gerne richtig bekannt sein?

„Oh Gott, ich kann mich ja selbst noch nicht mal gescheit im Spiegel anschauen! Das heißt jetzt nicht, dass ich hässlich bin, aber... Also ich bräuchte es nicht, dass mich jeder auf der Straße erkennt. Aber wer hätte es nicht gern, dass alle einen bemerken und toll finden, wenn man reinkommt? Na... Mir reicht es vollkommen, wenn mich meine Oma mit 80 Jahren noch erkennt.“

Umfrage: Ein DJ ist gut, wenn...

Eine Umfrage von Nina Huwer (14) aus Twistringen:

Lena Bergner

„Auf meiner nächsten Party dürfen Lieder von etwas unbekannteren Bands, wie zum Beispiel 'We came as romans' oder 'Enter Shikari' nicht fehlen. Aber damit zwischendurch noch einmal richtige Partystimmung aufkommt, müssen Songs mit richtigem Beat her. Ich finde durch ein Mischmasch aus Lieblings- und Partymusik kommt richtige Stimmung auf. Außerdem denke ich, dass die meisten Leute bei den angesagtesten Hits aus den Charts so richtig abgehen, da die bei den meisten einfach bekannt sind und fast immer den passenden Sound haben. Ein DJ sollte ab und zu etwas sagen, aber nicht so oft, dass es nervt. Ebenfalls sollte er von jeder Musikrichtung etwas spielen, damit für alle was dabei ist. Es wäre schön, wenn er auch auf einige Musikwünsche eingehen würde. Ein DJ darf auf keinen Fall unfreundlich und unlustig sein, da er ein wichtiger Bestandteil einer Party ist.“ Lena Bergner (15) aus Bassum

Ervi Mbiyeya

„Auf meiner nächsten Party dürfen die Musikrichtungen Dance und Elektro House nicht fehlen. Ganz gut finde ich zum Beispiel das Lied ‚Houseparty‘ von DJ Antoine und ich denke, dass alle zu einem anderen Song von ihm‚ nämlich ‚Ma Cherie‘ abgehen werden. Ein DJ sollte schon durch Ansagen Stimmung machen und zudem nicht zu abwechslungsreich im Bezug auf Musikrichtungen sein. Aber es schadet auch nicht, wenn ein bisschen Abwechslung in den Raum gebracht wird. Er sollte auf keinen Fall zu viel Aufmerksamkeit auf sich lenken, schließlich ist er dafür zuständig gute Musik laufen zu lassen und nicht, um ein Konzert von ihm zu geben." Ervi Mbiyeya (15) aus Twistringen

Manuel Brandt

„‚Hey brother’ von ‚Avicii‘ oder ‚Talk dirty to me‘ von ‚Jason Derulo‘ sollten auf meiner nächsten Party unbedingt gespielt werden, weil diese Songs einfach gute Laune machen. Bestimmt werden viele heftig zu ‚The spark‘ von ‚Afrojack‘ tanzen. Ein guter DJ sollte sich mit seinen Songs zu der Stimmung der Party anpassen. Es wäre schön, wenn alles möglichst glatt läuft und es keine Pausen zwischen den Liedern gibt. Es sollte alles ineinander übergehen.“  Manuel Brandt (14) aus Twistringen

Sophia Winter

„Auf meiner nächsten Party sollten natürlich die Charts gespielt werden, weil die einfach jeder kennt und somit auch alle mitsingen können. ‚Das geht ab‘ von den ‚Atzen‘ wird auf jeden Fall einer der Songs sein, bei dem die meisten mitfeiern werden. Ein DJ sollte mit coolen Sprüchen für ordentlich Stimmung sorgen und lieber keine Pausen machen, da sonst die gute Stimmung zerstört wird.

Sophia Winter (14) aus Twistringen

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