"Der Bauer und sein Prinz": Thronfolger setzt auf Öko

Regisseur Bertram Verhaag dokumentiert in „Der Bauer und sein Prinz“ das ökologische Engagement des britischen Thronfolgers Charles.

So sehen zufriedene Schweine aus. Schön dreckig, Grünzeug mampfend stehen sie auf der Wiese und schauen in die Kamera. Vegetarier können sich im Kinosessel zurücklehnen und diese Bilder genießen; alle aber, die Fleisch aus konventioneller Landwirtschaft essen und Hühnchen für 2,99 Euro kaufen, sollten sich nicht entspannen. Sondern sich berühren lassen von dem, was in der Dokumentation von Bertram Verhaag zu sehen ist – und umdenken.

Das Sympathische an dem Film „Der Bauer und sein Prinz“ des deutschen Regisseurs ist, dass er nicht versucht, mit der Keule zu missionieren. Statt Bilder von gequälten Tieren zu zeigen, präsentiert er uns genau das Gegenteil: ein Landwirtschafts-Idyll in warmen Bildern (Kamera: Gerald Fritzen), das Sehnsüchte weckt.

Im Fokus: David Wilson, Farmmanager der Königlichen Hoheit Prinz Charles. Wilson ist ein Glücksfall. Zunächst einmal für den Prinzen, der vor 30 Jahren die Vision hatte, das Land wieder im Einklang mit der Natur, ohne Gifte, zu bewirtschaften. Dafür heuerte er Wilson an, gemeinsam bauten sie die „Duchy Home Farm“ auf.

Wilson ist auch ein Glücksfall für den Filmemacher: Der muss kaum mehr machen, als den adretten Briten, der genauso aussieht, wie man sich einen Landwirt Seiner Königlichen Hoheit vorstellt, zu filmen: In Stiefeln und Wachsjacke fährt Wilson über die Felder, fotografiert Bienen, streichelt Rindern übers Fell. Und freut sich über jede der 1000 Apfelsorten, die hier angepflanzt werden, damit die Arten nicht aussterben.

Auch der Prinz selbst ist zu sehen; seine Vision: „Sehen ist Glauben. Ein Vorlesungssaal hinterlässt nicht den gleichen Eindruck wie ein Besuch auf der Farm“. Der Bauer und sein Prinz, sie sind Vorbild für mehrere Bauern aus ganz Britannien, die auf ökologische Landwirtschaft umgestellt haben. Wer diesen Film sieht, weiß, warum.

von Katja Kraft

Rubriklistenbild: © DENKmal Film

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