Glosse zur ersten Folge auf RTL

Vielleicht ist das gar nicht der „Bachelor“, sondern Manuel Neuer

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Gar nicht verkehrt, der Sebi!

Der neue „Bachelor“ hat mal im Knast gesessen. Jetzt sitzt er freiwillig – in der Bachelor-Villa aka Frauenknast. Vielleicht nenne ich ihn Walter. Die erste Folge der neuen Staffel auf RTL war mal wieder großes Fremdschäm-Kino.

Unser neuer liebesbedürftiger RTL-Prinz heißt Sebastian Preuss und ich habe ein Problem mit ihm. Denn ich habe bislang eigentlich nichts an ihm auszusetzen, obwohl ich ja eigentlich zum Lästern hier bin. Scheiße. Gut, die Knast-Vergangenheit macht ihn nicht gerade zum Disney-Prinzen, aber ich heiße ja auch nicht Rapunzel.

Immerhin kotzt mich schon mal der Vorspann der zehnten Bachelor-Staffel an, der sich irgendwo zwischen James-Bond-Trailer in der Trash-Version und klebriger Paco-Rabanne-Werbung befindet. 

Der Bachelor möchte ein besserer Mensch werden

Der Bachelor ist übrigens 29 Jahre, kommt aus München, hat einen eigenen Malerei-Betrieb und ist auch noch Profi-Kickboxer. Seine kriminelle Vergangenheit mit Körperverletzung, Platzverbot und Knast-Aufenthalt konnte er nicht überlackieren, aber nun möchte er ein besserer Mensch werden. Ich weiß nur nicht so genau, wieso man seinen kriminellen Lebenslauf jetzt auch noch mit der Rolle als Bachelor ergänzen muss. Aber okay.

Ich würde Sebastian im realen Leben definitiv anquatschen. Das würde ich mich aber erst nach drei Bier trauen, mich dann absolut peinlich benehmen und ihn sofort in die Flucht schlagen. Von daher ist es ganz gut, dass ich zuhause auf dem Sofa sitze und mich für andere Mädels fremdschämen kann. 

Sebastian ist tatsächlich der erste Bachelor der Geschichte, der ernsthaft ganz sympathisch wirkt und nicht wie ein voll arroganter Lackaffe, der am liebsten Sex mit seinem eigenen Spiegelbild hätte.

Bachelor 2020: Bist du es, Manuel Neuer?

Er sieht leicht aus wie Manuel Neuer, nur mit Bad-Boy-Image. Vielleicht ist das gar nicht der Bachelor, sondern Manuel Neuer. Hauptsache, er verliert bei den vielen Bällen nicht den Überblick. 

Apropos: Ich bin froh, dass immerhin die Mädels wieder maximal unerträglich und doof sind. Erstmal werden alle Ärsche der 22 Damen ausgiebig am Strand in Mexiko gefilmt. Ansonsten bestehen ihre Persönlichkeiten aus Glitzerkleidern und genialen Sprüchen wie „Ich brauche nicht unbedingt einen Mann, aber ich hätte gerne einen.“ So geht es mir mit 100 Millionen Euro: Brauche ich nicht unbedingt, aber hätte ich schon ganz gerne. 

Bachelor-Mädels: Jenny, Jenny und nochmal Jenny

Jede zweite Kandidatin heißt Jenny, was es nicht unbedingt einfacher macht, die Fashion-Barbies auseinander zu halten. Aber eine Jenny ist clever und sagt: „Ich bin Jenny, aber nenn‘ mich einfach Jenny-Jasmin.“ Alles klar. 

Dann wären da auch noch Zwillinge, die ganz bestimmt auch Jenny heißen. Oder Jessy. Oder Hanni und Nanni. Ich weiß es nicht. Hoffentlich haben sie ihren aus den Kleidern herausschwappenden Brüsten keine Namen gegeben, dann wäre es noch komplizierter. 

Eine Kandidatin hat zum Kennenlernen mit dem Bachelor vor der Villa direkt mal eine Einwegkamera mitgebracht. Damit die schönen Momente zu Zweit festgehalten werden können, sagt sie. Ich habe eine Frage: Ist ihr klar, dass man die Fotos erst mal zu Rossmann bringen und entwickeln lassen muss? Das wird länger dauern, als ihre Zeit mit dem Bachelor

„Groß, blond, deutsch, am liebsten mit Babyface!“

Eine andere Dame hat gewisse Erwartungen an ihren Traummann:„Groß, blond, deutsch, am liebsten mit Babyface!“ Ich wüsste da einen anderen Sebastian für sie. Oder hat Vettel schon ‘ne Freundin? Und ist der überhaupt groß?

Weiteres Highlight ist Denise Jessica (heftiger Name): Sie kommt im Dirndl und bringt dem Bachelor einen Tennisschläger mit. Was man zum Date so mitbringt, oder? Ihr kennt das. Dann stellen die beiden auch noch prustend fest, dass sie beide am 9. Mai Geburtstag haben und beide aus München kommen. Mein lieber Scholli! Vielleicht sind die Zwei ja Zwillinge und wissen es nur nicht? Also lieber Pfoten weg.

Hervorzuheben wäre auch ganz klar der Auftritt von Birgit. Sie trägt einen weißen BH, darüber ein durchsichtiges Top und an ihre Hose hat sie sich offenbar ein weißes Bettlaken genäht. Eigentlich ganz praktisch, falls man sich spontan als Gespenst verkleiden und heimlich vom Acker machen will. 

Hier noch eine kleine Auswahl von Sprüchen, die die Mädels so vom Stapel gelassen haben, um sich zu präsentieren:

  • „Wenn ich verliebt bin, dann bin ich süß“ 
  • „Ich habe mir gerade noch eine Handmaske gemacht“ 
  • „Ich bin schon ein kleiner Tollpatsch“
  • „Ich kack mir in die Hose“ 
  • „Ich kann das nicht“ 
  • „Ich kann das wirklich nicht“ 
  • „Ich schaffe das nicht“ 
  • „Oh man, ich krieg es nicht hin, Leute“
  • „Ich bin nicht vorbereitet“ 
  • „Erstmal dieses Glas exen“

  • Aber auch Sebastian ist nicht gerade ein Talkmaster. Merke: „Und wie ist euer Hotel so?“ machen peinliche Smalltalk-Pausen nicht besser. 

    Während der Villa-Party wird schnell klar, dass gefühlt die Hälfte der Kandidatinnen schon mal bei einem anderen Reality-Verbrechen wie „Love Island“ oder „DSDS“ am Start war. Sebastian sagt trocken. „Ich kenne diese Reality-Show nicht.“ Wirst du bald, keine Sorge. Ein paar andere Mädels geben quasi offen zu, dass ihnen der Bachelor am Popöchen vorbeigeht und sie nur wegen Instagram-Reichweite da sind und ein bisschen in der Villa chillen wollen und so. Was für eine Überraschung. 

    Bachelor: Schnell vom Acker machen!

    Also ich hab am Ende eigentlich nur einen Rat an Sebastian: Schnapp dir das Gespenster-Laken von Birgit, schleiche dich nachts aus dem Frauenknast, flieg nach Hause, genieße die Freiheit und suche dir eine echte Frau. Wenn es mit der Liebe im echten Leben dann doch nicht klappt, warte einfach, bis RTL dich für „Adam & Eva“ versklaven will.

    Lest hier, wer in der ersten Folge „Der Bachelor“ 2020 rausgeflogen ist.

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