Meine Meinung:

Eine App für jede Lebenslage

Ohne Apps ist unser Smartphone wie ein leeres Bücherregal. Wie eine Pizza ohne Belag, nicht mal mit Tomatensoße und Käse.

Jannis Hartmann (19 Jahre) aus Blumenthal

Wie froh können wir sein, dass wir dank der Erfindung von Apps sowohl Bücher und Zeitschriften, die in unseren Regalen fehlen, komplett herunterladen können, als auch jede erdenkliche Zutat für eine Pizza vorgeschlagen bekommen und sogar direkt bestellen können. Echt jetzt. Mal ganz ohne Spaß und Ironie – ich schwör auf meinen „Flappy Bird“-Highscore!

Wie oft liege ich morgens im Bett, geweckt von meiner Wecker-App, und suche nach Gründen, noch einen Moment länger liegen zu bleiben. Dank meiner Facebook-App gibt es zumindest die Hoffnung, dass in den vergangenen sechs Stunden, in denen ich mit Schlafen beschäftigt war, irgendwas passiert ist, das ich erst mal in Ruhe lesen und eventuell auch kommentieren kann. Vielleicht ja die neueste Analyse von der Schlafphasen-App, die ein Freund von mir gerade testet. Er sagt, das klappt wirklich. Zumindest glaubt er das. Überprüfen kann man es leider nicht, man schläft ja blöderweise dabei.

Wenn ich im Bus sitze und auf dem Weg zur Schule bin, lese ich schnell ein paar Artikel – dank meiner „Spiegel“-App. Wenn auf Facebook aber so wenig los war, dass ich schon im Bett angefangen habe, Spiegel-online zu lesen, müssen die Apps der „Zeit“ und „Süddeutschen Zeitung“ her.

Im Englisch-Unterricht übersetzt mir die „Leo“-App schwere Wörter – übrigens viel besser als die App von Google. Die nehme ich sowieso nur dann, wenn ich im Anflug von Albernheit die Google-Vorlese-Stimme irgendwas Sinnloses sagen hören möchte. Später in der Pause ist es die Wikipedia-App, die dafür sorgt, dass ich beweisen kann, dass ich bei der letzten Wette (natürlich!) Recht hatte. Währenddessen bricht neben mir die Panik aus, als irgendjemand die App herumzeigt, die Sekunde für Sekunde herunterzählt, wie lange es noch bis zu den Abiturprüfungen ist. Aber das wird sofort zur Nebensache, als ein anerkennendes Raunen durch die Pausenhalle hallt: Ein neuer „Flappy Bird“-Rekord! Nur selten liegen Freude und Hass so nah beieinander! Angesichts der Tatsache, dass mein Highscore deutlich niedriger ausfällt, entschließe ich mich, den zum neuen Highscore zugehörigen Smartphonebesitzer nerdig zu finden („Wenn ich so oft spielen würde, wäre ich mindestens genauso gut!“).

Auf dem Weg nach Hause schaue ich auf meine Twitter-App, was es so Spannendes geben könnte, um dann mal wieder festzustellen, dass in dieser Hinsicht Twitter noch nie meinen Ansprüchen gerecht werden konnte. Zum Glück zeigt mir meine Facebook-App an, wo heute Abend eine Party stattfindet. Und eine Gästeliste mit den Leuten, die „teilnehmen“, „vielleicht teilnehmen“ oder definitiv „nicht teilnehmen“, gleich mit. Generell ist die Facebook-App für mich heute der Held unter den Apps. Zumindest so lange, bis man übermütig wird und anfängt, Fotos zu veröffentlichen und Sätze zu posten, die man, wenn man feiert, noch lustig findet. Ihr wisst schon, diese Posts, die man am nächsten Morgen als erstes wieder löscht und betet, dass alle, die man kennt, sie noch nicht gelesen haben.

Wenn die Party langweilig wird, hilft ein Blick auf meine VBN-App, und ich bin rechtzeitig an der Haltestelle der Nachtlinie, die mich nach Hause bringt. Im Bus spiele ich „Flappy Bird“. Vielleicht klappt es ja diesmal mit dem neuen Highscore. Und wehe, irgendjemand nennt mich einen Nerd!

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