Anna bei GNTM

„Meine Segelohren waren nie Thema“

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Topmodel-Kandidatin Anna

Anna (17) ist mit "Schönheitsmakeln" wie ihren X-Beinen aktuell die ungewöhnlichste Kandidatin bei „Germany’s Next Topmodel“. Im Interview erzählt sie, wie sie mit ihrem "unkonventioneller Look" umgeht.

Von Anne Hundt

Sie hat Segelohren, X-Beine, Zahnspange und eine schiefe Hüfte. Anna (17 Jahre) aus Wittmund ist wohl die ungewöhnlichste Kandidatin in der laufenden Staffel von „Germany’s Next Topmodel“. Was ihr Aussehen und ihren Gang betrifft, scheint sie nicht wirklich in die Reihe der makellosen Schönheiten zu passen, die sich Woche für Woche bei „GNTM“ messen. Aber sie hat einen Fan in der Jury: Star-Designer Wolfgang Joop glaubt an Annas Erfolg und spricht ihr „High-Fashion-Quality“ zu. Auch die Fotografen zeigen sich begeistert von ihrem „unkonventionellen Look“. Gerade ist Anna wegen einer Drehpause in Deutschland – eine gute Gelegenheit, das angehende Model mal über Essgewohnheiten, Fitness und Heidi Klum auszuquetschen.

 Anna, in der Sendung wird andauernd betont, dass Du „Schönheitmakel“ wie Segelohren hast. Du wirst als „unkonventionell“ bezeichnet. Wie fühlt sich das an? „Mich stört das nicht. Vor ,GNTM‘ waren meine Segelohren nie ein Thema. Ich denke mir einfach, dass ich durch sie was Besonderes an mir habe. Solange ich gut bei der Jury ankomme, ist es mir egal, was andere sagen.“

Fühlst Du Dich in eine Rolle gedrängt? „Meine X-Beine und Segelohren werden schon ziemlich stark aufgegriffen. Das ist eben so im öffentlichen Leben. Für mich ist das aber gut, weil ich mich dadurch von den anderen abhebe. Ich bin eben nicht 08/15.“

Hast Du in der Schule auch schon immer zu den begehrten und schönen Mädchen gezählt?  „Da war ich nicht so Thema. Eher ein ganz normales Mädchen. Aber dadurch, dass ich groß und schlank bin, haben viele meine Fotos kommentiert und gesagt, dass ich Model werden sollte.“

Hast Du manchmal auch Selbstzweifel, weil Du nicht zu den „klassischen“ Schönen gehörst? „Nein. Aber ich hatte nie das größte Selbstbewusstsein. Ich war auch nicht davon überzeugt, dass ich bei ,GNTM‘ genommen werde. Von 15.000 Mädchen ausgewählt zu werden, ist dann aber doch ein schönes Kompliment. Abgehoben bin ich dadurch allerdings nicht.“

Warum hast Du Dich bei der Show beworben? „,GNTM‘ ist ein Sprungbrett, um an die Öffentlichkeit zu kommen und im Modelbusiness Fuß zu fassen. Aber es hängt nach der Sendung an einem selbst, was man daraus macht. Man darf nicht erwarten, dass die Agenturen zu einem gerannt kommen, nur weil man an so einer Produktion teilnimmt. Man muss sich selber den Arsch aufreißen.“

Kannst Du noch rausgehen, ohne auf der Straße erkannt zu werden?  „Seit einer Woche ist es schon schlimm. So, dass ich in der kleinen Stadt, in der ich wohne, nicht mehr in Ruhe einkaufen gehen kann.“

Nervt Dich das?  „Nein, ich freue mich, wenn mich Leute ansprechen. Es ist nur ungewohnt, dass ich so angeguckt werde, und dass plötzlich zwölf Kinder schreiend rumrennen, nur weil ich den Laden betrete.“

Du bist 17 und noch schulpflichtig. Musst Du am Set Hausaufgaben machen? „Nein, Quatsch. Ich hab eine Beurlaubung bei der Schule eingereicht. Aber ich muss die zwölfte Klasse wiederholen, weil ich abiturrelevante Klausuren verpasst habe.“

Ziemlich cool, ein Jahr frei zu haben, oder? „Naja, ab und zu ist das auch blöd. Meine Freunde sind alle in der Schule und machen zusammen den Abschluss.“

Gibt es Leute, die jetzt plötzlich auf beste Freunde machen, mit denen Du vor Deinen Auftritten gar nicht viel zu tun hast?  „Ich bin total verwundert, dass es nicht so ist. Natürlich schreiben mir viele und wünschen mir Glück. Aber mit meinen Freunden ist alles normal geblieben. Wenn wir uns treffen, geht es auch gar nicht um ,GNTM‘.“

Hast Du beim „GNTM“-Finale im letzten Jahr gesehen, dass zwei Femen-Aktivistinnen auf den Laufsteg gesprungen sind? „Ja. Aber richtig beschäftigt hat mich das nicht.“

Kannst Du verstehen, dass diese Frauen die Sendung sexistisch finden?  „Nein. Es gibt doch auch Models, die 15 Jahre alt sind und in Unterwäsche Fotos machen. Man befasst sich ja vorab damit, wenn man zu so einer Show geht.“

Gab es schon mal eine Situation beim Modeln, in der Du Dich lieber geweigert hättest? „Das wird ja in den kommenden Wochen gezeigt...“

Ist Heidi Klum anders, wenn die Kamera aus ist?  „Ich finde, dass sie genauso ist wie vor der Kamera. Sehr sympathisch. Sie kümmert sich gut um uns. Sie ist ja selbst Mutter und kann sich deshalb gut in unsere Situation versetzen. Zum Beispiel in Nancy, die ihren zweijährigen Sohn für ,GNTM‘ zu Hause gelassen hat. Heidi Klum ist auch nur ein ganz normaler Mensch.“

Du hast ja eine tolle Figur. Wie viel machst Du dafür? „Also, ich tue für meinen Körper nichts. Ich bin wohl ein, zwei Mal zum Zumba gegangen, habe aber sonst noch nie Sport gemacht. Ich hab einfach einen sehr guten Stoffwechsel.“

Hast Du keine Lust auf Sport, oder woran liegt’s?  „Ich bin der Meinung, ich brauch einfach keinen Sport zu machen, weil ich eine gute Figur habe – ich bin ja nicht dick. Ich verbringe lieber meine Zeit mit Freunden, als in irgendein stinkendes Fitnessstudio zu gehen.“

Zählst Du Kalorien?  „Nein, ich find’s auch ganz schrecklich, wenn das Mädchen in meinem Alter machen. Das gehört doch nicht in die Jugend! Man sollte das essen, was man mag. Und wenn man merkt: ,Das war jetzt doch eine Pommes in der Woche zu viel‘, dann sollte man nächste Woche eben mehr Gemüse essen.“

Was isst Du am liebsten? „Fastfood. Am liebsten dreimal die Woche. Und bei uns in Ostfriesland gibt es ganz viel Hausmannskost. Meine Mama macht oft Eintöpfe. ,Gestampfte Möhrchen‘ ist mein Lieblingsgericht, da geht mein Herz auf!“

Wie sehr achtest Du drauf, wie Du aus dem Haus gehst? „Ich gehe hauptsächlich ungeschminkt aus dem Haus. Und auch mal in Schlabberklamotten. Nur wenn ich zum Beispiel wie heute zu meiner besten Freundin fahre, dann mache ich mich auch mal ein bisschen hübsch. Ansonsten bin ich aber total normal geblieben und muss mich nicht für irgendwelche Leute rausputzen.“

Wenn Du nicht gewinnst – würdest Du dann auch ins Dschungel-Camp gehen, um noch mal in die Medien zu kommen? „Niemals! Egal, ob ich gewinne oder nicht – bevor man sowas macht, soll man sich besser einen schönen Job suchen und vernünftig arbeiten. Es ist doch nicht notwendig, so Geld zu verdienen! Außerdem habe ich Angst vor solchen Tieren...“

Was machst Du beruflich, wenn es mit der Modelkarriere nichts wird? „Ich möchte Psychologie studieren. Und wenn das nicht klappt, auf jeden Fall was Soziales mit Menschen. Oder mit Kindern – das wäre mein Traum.“

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