Lässige Lehrer:

Der Coole von meiner Schule

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Andreas Klein ist der "AK.ademiker"

Nervig, uralt und so uncool – das denken viele in unserem Alter über die Erwachsenen, die da in der Schule vor uns an der Tafel stehen. Coole Lehrer – gibt’s sowas überhaupt? Ich sage: Ja! Kommt mal zu mir an die Realschule Syke, da gibt’s gleich ein paar davon. Einen stelle ich Euch hier mal vor.

Von Daniel Schmidt 

 Er heißt Andreas Klein, wohnt in Bremen und ist meiner Meinung nach ein sehr guter Rapper. Ihr könnt Euch auf Youtube ja selber mal angucken, was er drauf hat. Sein Künstlername ist „Ak. ademiker“. Ein Lehrer, der richtig rappen kann, kommt ja nicht so oft vor. Also hab ich mich mit Herrn Klein zum Interview verabredet.

Eigentlich duzen wir auf der chili-Seite ja immer alle, die wir interviewen. Aber weil Sie mein Lehrer sind, müssen wir wohl mal eine Ausnahme machen. Ist es okay, wenn wir uns siezen?

(lacht): Ja klar, Daniel.

Herr Klein, ich hab Sie in Englisch. Warum unterrichten Sie denn nicht Musik?

Weil ich kein Instrument spiele. Und das ist die Vorraussetzung, um das Fach zu unterrichten. Ich hab zwar früher mal versucht, Gitarre zu lernen, aber das hat nie so richtig geklappt. Also ist mein einziges Instrument meine Stimme geblieben, und das reicht leider nicht, um Musiklehrer zu werden.

Wann haben Sie mit dem Rappen angefangen?

Kurz vorm Abitur, da war ich ungefähr 19 Jahre alt. Ein paar Leute aus meiner Stufe haben gerappt, dann hab ich’s auch einfach mal ausprobiert. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass klar war: Ich mach damit weiter. Und so hat sich das dann immer weiter entwickelt. Erst hatte ich ein kleines Studio bei mir zu Hause mit billigem Equipment, da hab ich die Beats alle selber am Computer gemacht. Irgendwann hab ich dann ein richtiges Tonstudio gefunden und habe angefangen, selber Konzerte zu organisieren. Das war dann bald schon mehr als ein Hobby. Außer dem Studium hab ich eigentlich die ganze Zeit nur Hip-Hop gemacht. Momentan habe ich leider nicht mehr so viel Zeit dafür, denn wenn man anfängt zu arbeiten, müssen die Hobbys halt drunter leiden.

Hatten Sie schon Live-Auftritte?

Ja, einige, die ich selber organisiert hatte. Und ich hab auch an Rap- Contests teilgenommen.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Weil ich mit Musik, wie ich sie mache, kein Geld verdienen kann. Ich habe zwar immer das Geld, was ich für die CD-Produktionskosten ausgegeben habe, wieder reingekriegt, aber mehr auch nicht. Also ist das Rappen ein Hobby geblieben, und um Geld zu verdienen, brauchte ich ‘n Job.

Was wollen Sie mit Ihren Liedern ausdrücken?

Das ist unterschiedlich. Hip-Hop ist ein sehr gutes Mittel, um viel auszusagen, denn man hat ja viel Text, und man kann gut auch mal was Persönliches schreiben. In einem Teil meiner Lieder geht es um mein Leben. Als ich noch studiert habe, hab ich darüber gerappt. Und dann fließen eben meine persönliche Erfahrungen und Meinungen mit ein. Ich mache aber auch mal lustige Sachen, nicht nur sowas Nachdenkliches.

Haben Sie ein Vorbild unter den Hip-Hoppern?

Aus der näheren Umgebung finde ich momentan „Afro“ richtig gut. Der ist meiner Meinung nach einer der besten deutschen Rapper. Wer mir von den Texten und Beats her auch sehr gut gefällt, ist „Jintanino“.

Werden Sie in der Schule oft aufs Rappen angesprochen?

Ja. Es kommen auch immer mal Schüler zu mir und fragen, ob ich ihnen bei einem Rap helfen kann. Ich habe auch schon mal einen Text für eine Schülerin geschrieben.

Kriegen Schüler, die sagen, dass Ihre Lieder gut sind, eine bessere Note?

(lacht) Nein! Da trenne ich Beruf und Privates komplett voneinander. Genauso ist das auch, wenn mich im Unterricht jemand aufs Rappen anspricht. Dann sag ich immer, dass derjenige nach der Stunde zu mir kommen soll, wenn er eine Frage zum Rappen hat.

Ich finde, man kann sich Ihre Lieder alle anhören, aber am besten ist „Eure Welt“. Welches finden Sie selber am besten?

Auch „Eure Welt“. Das hör ich mir auch immer mal wieder gerne zwischendurch an.

Kommt bald wieder was Neues von Ihnen raus?

Momentan steht nichts an, weil ich erst vor einem Jahr nach Bremen gezogen bin und noch kein Studio habe. Aber vielleicht schaff ich’s ja bald mal wieder.

 

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