Weltpremiere im Profifußball

5G-Revolution im Fußballstadion: VfL Wolfsburg stellt neue Digitalstrategie vor

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Dank des 5G-Mobilfunknetzes ist es möglich, Statistiken eines Fußballspiels quasi in Echtzeit auf die Mobiltelefone der Fans im Stadion zu übertragen.

Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga sind so beliebt wie, nun ja, Fußpilz. Das triste 1:1 zwischen Wolfsburg und Hoffenheim machte dabei jüngst keine Ausnahme. Um wenigstens ein paar positive Schlagzeilen einzusammeln, stellte der VfL Wolfsburg bei dem Spiel seine neue Digitalstrategie vor. 

Im Mittelpunkt dieser Weltpremiere im Profifußball steht die Wolfsburger Volkswagen Arena als Deutschlands erstes Bundesligastadion mit einer Anbindung ans neue 5G-Mobilfunknetz. Für dieses Projekt aktivierten der Klub, die Deutsche Fußball Liga DFL und Technologiepartner Vodafone vor dem Spiel die erste 5G-Funkzelle im Stadion und starteten damit den Testbetrieb. 

Wenn ab 2020 in größerem Umfang 5G-Smartphones verfügbar sind, können VfL-Fans auf ihrem Mobiltelefon im Stadion beispielsweise sehen, mit welchem Tempo ein Stürmer gerade Richtung gegnerisches Tor läuft – oder wie groß rein statistisch seine Chancen sind, den Ball im Tor unterzubringen. 

Eigenes Rechenzentrum in Volkswagen Arena

Weil 5G die Daten praktisch in Echtzeit überträgt, und weil Vodafone direkt unter dem Wolfsburger Stadiondach ein eigenes Rechenzentrum installiert hat, sind mit einer neuartigen App Informationen zum Spiel, Einblendungen und auch Augmented-Reality-Animationen live verfügbar. Ein Fan, der sein Smartphone Richtung Spielfeld hält, sieht dann beispielsweise die Laufwege eines Spielers auf einer mehrfarbigen Karte (Heatmap) über den Rasen gelegt. 

Dafür erfasst die DFL bei jeder Partie rund 3,6 Millionen Positionspunkte der Spieler, des Balls und des Schiedsrichters und verbindet sie ohne Zeitverzögerung mit umfangreichen Statistiken aus Datenbanken. „5G ist der Aufbruch in eine neue Zeitrechnung, und die Bundesliga macht den Anfang. Zusammen mit Vodafone und dem VfL Wolfsburg können wir diesen ersten Anwendungsfall präsentieren, der unterstreicht, wozu die neue Technologie in der Lage ist“, so DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. „Immer mehr Fußball-Zuschauer nutzen einen zusätzlichen Bildschirm, um sich während des Spiels mit weitergehenden Informationen zu versorgen. Diese Möglichkeiten stehen dank 5G künftig auch im Stadion zur Verfügung.“ 

Vodafones Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter erklärt, wie die Stadionbesucher davon profitieren: „Wir erweitern das Stadionerlebnis für Fußball-Fans. Informationen aus der digitalen Welt und Emotionen aus dem Stadion verschmelzen. Statistik-Liebhaber können zukünftig sämtliche Informationen, die es sonst erst abends in der Sportschau gab, in Echtzeit auf dem Handy abrufen.“ 

Weitere Stadien sollen 5G-Funktion nutzen können

Michael Meeske, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, geht davon aus, dass „die Aufbereitung von relevanten Live-Daten für mobile Endgeräte das Stadion-Erlebnis der Zukunft für alle Fans noch spannender und interaktiver gestalten wird“. Gleichzeitig mit dem Start des neuen 5G-Dienstes hat Vodafone auch die Kapazitäten für den aktuellen Mobilfunk-Standard LTE (4G) in der Wolfsburger Arena um weitere rund 60 Prozent erhöht. 

Im Lauf des Jahres 2020 sollen Fans in weiteren Bundesliga-Stadien, unter anderem in Düsseldorf, die neuen 5G-Funktionen nutzen können. Ob das dann tatsächlich spannender ist, als ein Fußballspiel einfach live im Stadion zu genießen, muss die Zukunft zeigen.

jh

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