Bedeutung der Messe wächst

„Spiel 2018“ bricht Besucherrekord: 190.000 Gäste kommen nach Essen

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Für viele Besucher beginnt ein Besuch der „Spiel“ in Messe-Halle 3.

Essen - Rund 1400 Neuheiten auf 80.000 Quadratmetern bot die „Spiel 2018“ den Besuchern der Essener Messe. 190.000 Mensche kamen zu dem Event. Doch nicht diese Rekordzahlen lassen aufhorchen, sondern eine politische Debatte, die auf der Veranstaltung geführt wurde: die Anerkennung von Spielen als Kulturgut - auf einer Höhe mit Musik, Theater oder Film.

Am Donnerstag, dem ersten Publikumstag der „Spiel“, waren erstmals auch Politiker eingeladen, um gemeinsam mit Akteuren und Fans der Szene darüber zu diskutieren, welchen Stellenwert analoge Spiele in Zeiten vermeintlich allgegenwärtiger Digitalisierung haben - oder eben trotz allem Engagements für Computerspiele in Wirtschaft und Forschung noch nicht haben.

Auf Einladung der Spiele-Autoren-Zunft waren unter anderem die Bundestagsabgeordneten Helge Lindh (SPD) und Erhard Grundl (Grüne) nach Essen gekommen und nahmen an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Kulturgut Spiel - Teil unserer Gesellschaft“ teil. Zudem beteiligten sich auch der NRW-Landtagsabgeordnete Bernd Petelkau (CDU) sowie Spieleautor Steffen Bogen („Camel Up“) an der Debatte.

Debatte: Spiele als Kulturgut

Die drei Vertreter des Deutschen Kulturrates zeigten sich begeistert von der Popularität der Messe und der Entwicklung, die analoge Spiele in den vergangenen Jahren genommen haben. Für viele der Diskussionsteilnehmer war es der erste Besuch auf einer „Spiel“.

Bei der Podiumsdiskussion zum Stellenwert von Brettspielen als Kulturgut waren alle Beteiligten aufgeschlossen, Gesellschaftsspiele in der Wahrnehmung des Kulturbetriebes stärker zu würdigen, etwa durch eine Aufnahme in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek oder eine intensivere Förderung von Spielen in Schulen und sozialen Einrichtungen.

SPIEL Messe 2018: Spiele als Faszination und Kulturgut

SPIEL Messe 2018 - Faszination und Kulturgut

Einleitend hatte Prof Dr. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid, die Richtung der Diskussion vorgegen. Spielerische zu experimentieren werde derzeit allzu oft ausgebremst, weil die Gesellschaft stattdessen nach ökonomischen Maßstäben der Effizienz funktioniere.

Während sich die Teilnehmer der Debatte einig waren, dass Spiele ein prominenteren Platz in der Wahrnehmung von Politik und Gesellschaft einnehmen sollten, stand für die ersten Zehntausenden der 190.000 Messebesuchern am Donnerstag die mitunter überwältigende Vielfalt der diesjährigen „Spiel“ im Vordergrund.

1300 verschiedene Programmpunkte

1150 Aussteller aus 50 Nationen buhlten bis Sonntag um die Aufmerksamkeit der Besucher, 1300 kleinere und größere Programmpunkte ließen kaum Wünsche offen. Neben zahlreichen bekannten Verlagsgrößen wie Ravensburger und Pegasus standen erstmals auch Autoren aus Indonesien in größerem Rahmen mit ihren Spielen bereit.

„Spiel“-Messe Essen - ein Festival für Spielefans

 © Köhnken
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Zwei Spiele aus Europa rückten dieses Jahr besonders in den Fokus: Zum einen beim „innoSpiel“, dem Preis für besonders innovative Umsetzungen. Zum anderen beim „Deutschen Spiele-Preis 2018“, der am Mittwochabend vergeben wurde. Als besonders innovativ erachteten die Juroren in diesem Jahr das Spiel „Cool Runnings“, in dem junge und alte Spieler gemeinsam Eiswürfel ins Ziel bringen müssen, während sie sich vor Pust- und Salz-Attacken ihrer Mitspieler hüten müssen. Zum besten Spiel beim „Deutschen Spiele-Preis“ wurde wiederum „Azul“, das „Spiel des Jahres 2018“ gewählt. Autor Michael Kiesling aus Achim freute sich entsprechend über einen doppelten Erfolg.

Spiel 2018: Anfänger-Guide auf dem Weg zum richtigen Spiel

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Die nächste „Spiel“-Messe findet vom 24. bis zum 27. Oktober 2019 in Essen statt. Alle Informationen zur Anreise, den Öffnungszeiten und eine Übersicht über alle Angebote gibt es im Vorfeld auf der Homepage des veranstaltenden Friedhelm Merz Verlages.

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