Trio con brio Copenhagen gibt Bremer Debüt

Zwei plus zwei gleich drei

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Auf „zwei plus zwei gleich drei“ führt das Trio con brio Copenhagen seinen Erfolg zurück.

Die rätselhafte Rechenaufgabe meint, dass der dänische Pianist Jens Elvekjaer mit der koreanischen Geigerin Soo-Jin Hong verheiratet ist, die wiederum die Schwester der Cellistin Soo-Kyung Hong ist. Könnte sein, dass eine derartige Nähe und Intimität die Basis der unerhörten Homogenität ist, die das Publikum in ihrem Bremer Debütkonzert in Kleinen Saal der Glocke erleben durfte. Wenn es so ist, dann passt dazu aber nicht, dass die für das Klavierquartett von Johannes Brahms dazugeladene russische Bratscherin Tatjana Masurenko sich so perfekt eingliederte, als wärs eine weitere Schwester.

Umso besser: So viel gemeinsamen Atem, Schwung, Energie, Klangcharakter, Artikulation und was noch so alles erforderlich ist für eine gelungene Kammermusik, hört man selten. Kaum war Johannes Brahms in Düsseldorf im Hause Schumann gelandet, begann der 32-Jährige zwei Jahre später das Klavierquartett in g-Moll op. 25, das ohne Zweifel die Spuren einer „überschwänglichen Seligkeit, einer Liebeserwartung und einer verwirrenden Lebenskraft“ (wie Richard Specht 1928 formulierte) in Bezug auf Clara Schumann trägt. Die vier Musiker spielten das orchestral gedachte Werk explosiv, innig, setzten ein Hauptgewicht auf die großen dynamischen Kontraste und den faszinierend hymnischen Ton im Mittelteil. Das kann man nicht besser machen und man versteht, dass der Geiger Joseph Hellmesberger nach der Uraufführung (mit Clara Schumann am Klavier) gesagt haben soll: „Das ist ja der Erbe Beethovens!“

Das überzeugend geschlossene Programm – jedes Stück nahm Bezug auf Volkslieder – wurde eröffnet mit dem Klaviertrio G-Dur von Josef Haydn, anfangs noch etwas brav gespielt, aber für das Presto „all'Ongarese“ ein wunderbarer frech-fetziger Ton. Und mit dem „Trio sur Mélodies populaires irlandaises“ (1925) des Schweizers Frank Martin, mit dem er wie in vielen anderen Werken zeigte, dass es durchaus eine Alternative zur abgelehnten Zwölftonmusik gab, entfalteten die Copenhagener vorwärtsstürmende Klangpracht und energie-geladene Reibungen der reichhaltigen Überlagerungen von Melodien und Rhythmen.

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