Wüsten-Blues ohne Weltmusik-Klischees

Onom Agemo & The Disco Jumpers auf Tour

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Ahmed Ag Kaedy.

Bremen - Von Rolf Stein. Ob der Blues nun aus Mali kommt oder nicht, das ist durchaus umstritten. Und es wird sich wohl auch nicht mehr gänzlich klären lassen. Dass er zumindest einen Teil seiner Wurzeln in Afrika und nicht zuletzt in Westafrika hat, darf derweil als gesichert gelten.

Und der Blues und seine Kinder fanden ihrerseits den Weg nach Afrika, wo sie unter anderem zahlreiche Musiker inspirierten. Lutz Gregors Dokumentarfilm „Mali Blues“ (2016) dokumentiert das eher implizit. Vor allem erzählt er die Geschichte von vier Musikern, die in Mali die Auseinandersetzung mit dem radikalen Islam aufnehmen, jeder für sich, aber auch gemeinsam. Einer der Musiker ist der Gitarrist Ahmed Ag Kaedi, der seine Heimstadt Kidal im Norden des Landes verlassen musste, nachdem Islamisten sein Equipment zerstört und ihm gedroht hatten, seine Finger abzuschneiden, sollte er weiter spielen.

Kaedi gehört den Tuareg an, die Musik, die er mit seiner Band Amanar spielt, die unter anderem auf der legendären Compilation „Music From Saharan Cellphones“ zu hören ist, erinnert an bekanntere Vertreter wie Bombino, Tinariwen oder Tamikrest, die ihre musikalische Tradition unter dem Einfluss westlicher Rockmusiker wie Jimi Hendrix und Mark Knopfler weiterentwickelten. In den kommenden Wochen ist er in Europa auf Tournee, gemeinsam mit Onom Agemo & The Disco Jumpers, was einen neuen spannenden Crossover verspricht: Onom Agemo & The Disco Jumpers sind ein Quintett um den Berliner Saxofonisten Johannes Schleiermacher, die zu den kundigsten einheimischen Formationen zählen, die sich mit afrikanischer Musik beschäftigen. Ihr Debüt „Cranes And Carpets“ (2015) ließ deshalb aufhorchen.

„Liquid Love“ legte zwei Jahre später die Latte noch einmal deutlich höher: Ohne je in die Falle von „Weltmusik“-Klischees zu tappen, gelang ihnen hier eine Mixtur aus westafrikanischer Polyrhythmik, den Trancen der nordafrikanischen Gnawa-Musik, Psychedelic, Funk und der Energie von Rock, die den Namen Fusion auch verdient. Dabei erweisen sie sich auch noch als exzellente Improvisatoren im Jazz-Sinn. Mit Ahmed Ag Kaedi sind sie nun erstmals in der Region zu erleben. Es dürften schweißtreibende Konzerte werden.

Onom Agemo & The Disco Jumpers mit Ahmed Ag Kaedy: Donnerstag, 12. Juli, 21 Uhr, MS Stubnitz, Hamburg;

Freitag, 13. Juli, 21 Uhr, Die Friese, Friesenstraße 124, Bremen.

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