Das Weimarer Bläserquintett spielt in der Bremer Glocke

Witzige Explosionen

Das Weimarer Bläserquartett wurde 2002 gegründet. Foto: Weimarer bläserquintett

Bremen - Von Ute Schalz-laurenze. So interessant die Besetzung Bläserquintett - Flöte, Oboe, Fagott, Horn, Klarinette - auch ist, an dem Problem, dass es nicht genug qualitativ hochstehende Literatur gibt, ist nicht vorbeizuhören. Und die Freude an überragendem Einzelkönnen und perfektem Zusammenspiel reicht auch nicht unbedingt für einen ganzen Konzertabend.

Vor diesem Dilemma steht die Gattung Bläserquintett seit ihrer Gründung durch den böhmischen Komponisten Anton Reicha, der in Bonn in der Kurfürstlichen Hofkapelle neben dem Bratscher Ludwig van Beethoven Flöte spielte. „Ohne Reicha ständen wir nicht hier“, informiert denn auch der Klarinettist Sebastian Lambertz im gut besuchten Philharmonischen Kammerkonzert in der Bremer Glocke. Er ist Mitglied des Weimarer Bläserquintettes, das seit seinem Debüt-Konzert 2002 auf eine vielfach preisgekrönte Karriere zurückblicken kann. Neben Lambertz sind Thomas Jäckle (Flöte), Friederike Timmermann (Oboe), Stephan Schottstädt (Horn) und Jacob Karwatt (Fagott) die seit der Gründung unveränderte Besetzung. Dies resultiert in einer fast schon traumwandlerischen Sicherheit, mit der jeder Musik auf die anderen Klangfarben hört, sie aufnimmt, kontrastiert und ergänzt.

In diesem Sinne erlaubt die Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“ ungewohnte Einblicke in die ansonsten streicherlastigen Strukturen: Der schwungvolle Unterhaltungscharakter ist schön getroffen. Kein Bläserquintettkonzert kommt indes ohne die wohl beste Originalkomposition aus dem 20. Jahrhundert aus: die Bagatellen für Bläserquintett von György Ligeti (1953). Bestens arbeiteten die Musiker hier die folkloristischen Anteile heraus und wissen immer wieder durch attackenartige und witzige Explosionen mitzureißen. Auch in diesem Fall gilt, was Ligeti einst betonten hatte: „Ich sah die Instrumente als fünf Persönlichkeiten an.“ Komplexe Musik ist auch das Bläserquintett von Eliott Carter (1948) mit enormen technischen Schwierigkeiten: toll gemacht.

Und dann ist da noch eines von 24 Bläserquintetten von Reicha: Für die fast dreiviertelstündige Länge reicht die kompositorische Qualität nicht aus. Freilich ist es trotzdem eine sehr gut gespielte Wiedergabe, die man auch als eine interessante Information zur Musikgeschichte verstehen kann. Zu Recht viel Beifall.

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