Chorwerke von Poulenc und Fauré

Wiegenlied des Todes

Bremen - Von Ute Schalz-LaurenzeDas war sicher ein Konzert jenseits der ausgetretenen Pfade: „Stabat mater“ von Francis Poulenc und „Requiem“ von Gabriel Fauré. Die beiden Franzosen stehen nicht gerade in der ersten Reihe der Komponisten und das zu Recht.

Denn glücklich war das Programm nicht. Zumal es mit gleich zwei katholischen Werken auch nicht unbedingt jedermanns Sache war. Die Montagskonzerte sind gut ausabonniert, aber hier hatten sich reihenweise Besucher abgemeldet. Dabei kann man nicht sagen, dass das Publikum der Bremer Philharmoniker experimentenfeindlich wäre. Es macht viel mit, das Orchester hat in dieser Hinsicht ja auch viel zu bieten.

Es war vor allem ein Konzert des Chores, in diesem Fall des Norddeutschen Figuralchores in der Einstudierung von Jörg Straube. Die gut 50 Sänger und Sängerinnen überzeugten durch Klangschönheit, farbliche Differenzierungen und Homogenität. Poulencs 1950 entstandenes Werk reizt durch den Versuch, viele historische Vorbilder aufzusuchen: eine Sarabande, der Einsatz alter Vokaltechniken, die Überlagerung verschiedener Tonarten, denn die Atonalität war seine Sache nicht. Die Musik ist quasi heiter trotz der traurigen Gedichte aus dem 13. Jahrhundert. Häufig auch scheint die Musik etwas völlig anderes zu erzählen als der Text. Die Sopranistin Sandrine Piau passte großartig in den kraftvoll gemeißelten Stil des Dirigenten Matthew Halls, der für den erkrankten Michel Corboz eingesprungen war.

Und dann das 1887 entstandene Requiem von Fauré, in dem der Komponist selbstbewusst auf das „Dies Irae“ verzichtet. Dafür aber hängt er „In Paradisum“ an, das nicht zur Liturgie des Requiems gehört. Mit diesem lichtvollen „Wiegenlied des Todes“, wie der Komponist selbst sein Werk nannte, endet eine liebliche, manchmal auch sentimentale Klangwelt, aus der der Dirigent mit viel Einfühlung durchaus Kontraste herauszuholen verstand. Wunderbar die Mozartstimme des Baritons Rudolf Rosen. Viel herzlicher Beifall.

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