Experimente an der Kasse

Wer schnell ist, zahlt weniger: Weserburg bietet neues Ticketsystem

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In der Weserburg zahlen Besucher jetzt nach Länge ihres Aufenthalts im Museum.

In der Weserburg, dem Bremer Museum für Museum Kunst, gibt es in der Adventszeit eine ganz besonderes Ticket-Regelung: Man zahlt, je nachdem, wie lange man das Museum besucht. Das Weserburg-Team reiht sich damit ein in eine Reihe ungewöhnlicher Bremer Lösungen für Kulturtickets.

Bremen – Während manche unabhängige und nicht zuletzt unkommerzielle Konzertveranstalter das Prinzip einer flexiblen Preisgestaltung schon seit Langem praktizieren, ist bei den großen Kulturinstitutionen zumindest hierzulande erst in jüngerer Zeit Bewegung in die Debatte um den Eintritt gekommen.

Vor beinahe fünf Jahren führte die Bremer Schwankhalle ein System ein, bei dem die Zuschauer zwischen mehreren Preisstufen wählen konnten. Nach einer Unterbrechung kehrte die neue Leitung des Hauses zu einem ähnlichen System zurück: Seit dem 1. August wählen die Besucher aus drei Preisstufen die aus, die ihren Möglichkeiten am nächsten kommt. Sofern sie nicht mit dem Bremen-Pass zum vergünstigten Einlass für drei Euro berechtigt sind.

Studententickets im Theater Bremen und der Shakespeare Company

Zuletzt meldeten das Theater Bremen und die Bremer Shakespeare Company, dass Studierende künftig gratis ihre Repertoirevorstellungen besuchen können: Eine Vereinbarung der Allgemeinen Studierendenausschüsse mit den Theatern.

Einen ganz eigenen Weg geht jetzt die Weserburg: In den Adventswochen vom 26. November bis 22. Dezember zahlen Besucher nicht die gewohnte Tagespauschale, sondern entrichten einen Betrag, der ihrer Verweildauer entspricht: Je zehn Minuten Aufenthalt im Haus kosten in diesem Zeitraum einen Euro, wobei der Tagespreis die Obergrenze bildet. Für Erwachsene beträgt der reguläre Preis neun Euro, ermäßigt fünf Euro.

Wer nicht viel Zeit hat, zahlt also für eine kunsthaltige Mittagspause von 30 Minuten drei Euro, für Ermäßigungsberechtigte wäre 1,50 Euro fällig. Das Modell wurde zuerst von dem Schweizer Ökonom Bruno S. Frey formuliert.

Eintrittsgestaltung im Kulturbetrieb in der Diskussion

Weserburg-Geschäftsführer Tom Schößler forscht seit Längerem unter anderem zu Fragen der Eintrittsgestaltung. Erst in diesem Jahr erschien sein Buch „Preispolitik im Kulturbetrieb“ (Springer VS), seine Dissertation schrieb er über „Preispolitik für Theater“, ebenfalls erschienen bei Springer VS. Mit dem Modellversuch wolle das Museum „Menschen ein Angebot machen, die nur wenig Zeit haben oder nur Teile der Weserburg erkunden möchten, ohne den vollen Preis zahlen zu müssen“, erklärt Schößler in einer Pressemitteilung.

„Erfahrungen aus der Evaluation des freien Eintritts in Museen zeigen, dass die Abschaffung bzw. Reduzierung von Eintrittspreisen zu mehr Erst- und Wiederbesuchen führen kann“, heißt es weiter in der Mitteilung des Museums.

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