Die Bremer Philharmoniker stellen die Spielzeit 2019/2020 vor

Weiterhin mittendrin

Marko Letonja will mit den Bremer Philharmonikern in jede soziale Nische vordringen. Foto: SEAN FENNESSY

Bremen - Von Ute Schalz-laurenze. Zunächst einmal gibt es einen Auftritt für die Grafik: Das Programm 2019/2020 der Bremer Philharmoniker erscheint dabei nicht in einer Farbe, sondern gleich in vier, genauer gesagt vier Grüntönen. Ein ist trotzdem schnell klar: Die 195. Spielzeit platzt geradezu vor neuen Ideen und Formaten.

„In zehn Jahren wird es die Tradition der Sinfoniekonzerte so nicht mehr geben“, weiß Generalmusikdirektor Marko Letonja und hat mit Intendant Christian Kötter-Lixfeld sowie dessen Team ein Programm erarbeitet, das in fast jede soziale Nische vordringen will. Staatsrätin Carmen Emigholz zeigte sich beglückt über die gut funktionierenden neuen Besetzungen: Letonja als Generalmusikdirektor (GMD) der Philharmoniker und Yoel Gamzou als GMD der Oper.

Die Neuigkeiten voran: Letonja wird seine erste Oper dirigieren, und zwar Falstaff (Paul-Georg Dietrich führt Regie). Dann gibt es „Mittendrin“: Ein Begriff, der ohnehin der Leitfaden für die Ideen der Philharmoniker sein soll. „Mittendrin“ bedeutet in der schon bewährten Reihe „Pausenphiller“ in den Proben im Orchester Platz zu nehmen. „Dass die Leute dabei sein wollen, ist eine zunehmende Erfahrung“, sagt Kötter-Lixfeld. Neu ist auch, dass das Portal der Philharmoniker über jedes Format im Internet informiert. Außerdem treten in der kommenden Spielzeit zwei Orchestermitglieder als Solisten auf: die Flötistin Hélène Freyburger und der Bratscher Boris Faust – er wird mit seinen Geigenschwester Isabelle Faust das Konzert für Violine, Viola und Orchester von Mozart spielen.

Die Buchungen der Reihen der Sinfoniekonzerte sind geringfügig zurückgegangen, dafür gibt es bei den kleineren Formaten wie „5 nach 6“ eine steigende Tendenz. Dass sich die Besucher nicht mehr so festlegen wollen, sei eine weltweite Entwicklung, so Letonja. „Insgesamt können wir für das ganze Programm über 70 000 Besucher erwarten“, erklärt Kötter-Lixfeld.

Die erprobten Standards bleiben indes unverändert: zwölf Abonnementskonzerte, jeweils montags und dienstags. Eins davon wird der Musikfestbeitrag sein: Yoel Gamzou stellt dann seine Fassung der unvollendeten zehnten Sinfonie von Gustav Mahler vor. Für das Gesamtkonzept (mit acht Sonntagskonzerten) hat Letonja ein Fünfjahresprogramm entworfen, das der Geschichte der Sinfonie von der Klassik bis zu dem „letzten großen Sinfoniker“ Dmitri Schostakowitsch nachspüren will. Und das natürlich mit allerbesten Dirigenten – schade, dass nur eine Frau dabei ist – und Solisten. Dann das himmlische Sonntagsvergnügen, das an vier Nachmittagen Kammermusik bringt.

Dann gibt es wieder acht Sonderveranstaltungen, zu denen die Bürgerparkgala, das Benefiz-Adventskonzert und ein Familienkonzert mit dem Titel „Nussknacker–Suite“ gehören. Bewährt und wieder dabei: „Symphonic Mob“ unter der Leitung von Marko Letonja, bei dem der Weser Park in einen Konzertsaal verwandelt wird und jeder mit einem Instrument mitspielen darf.

Wer sehr neugierig auf die Spielzeit ist, der bekommt am 29. Juni einen ersten Einblick: Beim von Marko Letonja moderierten Einführungskonzert um 11 Uhr in der Glocke.

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bremer-philharmoniker.de

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