Wegweisende Punk-Ikone

Pete Shelley von den Buzzcocks ist gestorben

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Pete Shelley, Frontman und Mitbegründer der britischen Punkband Buzzcocks.

London - Das britische Punk-Urgestein Pete Shelley ist am Donnerstag überraschend im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Sänger, Gitarrist, Songwriter und Mitbegründer der Band Buzzcocks habe „Generationen von Musikern“ in seiner mehr als 50-jährigen Karriere als Solist und auch mit seiner Band inspiriert, teilte sein Management mit. Shelley starb britischen Medien zufolge an einer Herzattacke in seinem Haus in Estlands Hauptstadt Tallinn. Dort soll er seit einigen Jahren mit seiner Frau gelebt haben.

Eine Reihe von Künstlern würdigte den Musiker in den Sozialen Medien. So lobte der britische Sänger Tim Burgess von der Band The Charlatans Shelleys „brillante Arbeit“. Glen Matlock, britischer Bassist und Gründungsmitglied der Sex Pistols, nannte den Musiker einen „großartigen Künstler“ und „eines der wenigen Originale des Punk“. Der englische Autor Neil Gaiman schrieb, dass mit Shelley auch ein Teil seiner eigenen Jugend gestorben sei.

Shelley wurde am 17. April 1955 im englischen Leigh nahe Manchester geboren und hieß bürgerlich Peter Campbell McNeish. Inspiriert vor allem von den Ramones, gründete er 1975 mit Howard Devoto die Buzzcocks. Als größter Hit erschien 1978 „Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn’t’ve)“. Als eine der ersten Punk-Bands gründeten die Buzzcocks bereits 1976 ihr eigenes Plattenlabel, New Hormones.

Wegweisend war die Band auch in ihren Texten, in denen offen über Dinge gesprochen wurde, die teils bis heute eher schamhaft verschwiegen werden. Ihre erste Single „Orgasm Addict“ erzählte von zwanghafter Sexualität – und wurde von der BBC boykottiert. Ein Schicksal übrigens, das Shelley nicht nur einmal ereilte: Der gleiche Sender strafte auch den Titelsong seines zweiten Solo-Albums „Homosapien“ von 1981 mit Missachtung. wegen ausdrücklicher Verweise auf schwulen Sex.

Auch musikalisch betraten die Buzzcocks Neuland: Anders als die Sex Pistols legten sie Wert auf eine gewisse Pop-Süffigkeit. Nach der Auflösung der Band im Jahr 1981 verfolgte Shelley zunächst eine Solo-Karriere, ehe die Gruppe 1989 neu formiert wurde. Unter anderem begleiteten die Buzzcocks im Jahr 1994 die Band Nirvana auf ihrer letzten Tournee, bevor sich deren Sänger und Gitarrist Kurt Cobain erschoss. Zu Shelleys bekanntesten Werken zählt das Album „Sky Yen“. 

dpa/rs

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