Wechsel im Syker Vorwerk: Nils-Arne Kässens übernimmt für Nicole Giese

Gute Nachrichten zum Start

Ulrike Stöver und Heinz Brinkmann (r.) begrüßen Nils-Arne Kässens im Syker Vorwerk.
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Ulrike Stöver und Heinz Brinkmann (r.) begrüßen Nils-Arne Kässens im Syker Vorwerk.

Syke - Von Mareike Bannasch. Von Detroit in die niedersächsische Provinz: Was nach Kulturschock schreit, ist allerdings ganz nach Nils-Arne Kässens‘ Geschmack. Der 36-Jährige übernimmt ab sofort die Künstlerische Leitung im Syker Vorwerk – und konnte direkt gute Nachrichten verkünden. Sogar ziemlich gute. So hat das Zentrum für Zeitgenössische Kunst im vergangenen Jahr den Besucherrekord von 2014 noch einmal gebrochen und verzeichnete an 123 regulären Öffnungstagen 5509 Gäste. Dazu zählten auch 2659 Personen, die sich eine der sechs Schauen ansahen, allein 1326 von ihnen warfen einen Blick auf die Arbeiten von Gerd Kadzik – Spitzenwert für das Ausstellungsjahr 2015. Einen auffällig großen Sprung hat zudem die Besucherzahl all jener Veranstaltungen ohne Ausstellungsbezug gemacht: Von 2017 Gästen in 2014 auf 2850 in den vergangenen zwölf Monaten. - Von Mareike Bannasch.

Doch zurück zu Kässens, der bis März 2017 die Elternzeit-Vertretung von Nicole Giese übernimmt. Aufgewachsen in der Lüneburger Heide, studierte der 36-Jährige in Göttingen und Hamburg, bevor er sich in Kassel niederließ. Dort war der gebürtige Frankfurter von 2008 bis 2012 als Dozent für Kunstwissenschaften an der Kunsthochschule tätig, wurde im Anschluss Kurator des örtlichen Kunstvereins und übernahm schließlich 2014 die Stelle des Leiters am Kunsthaus Rhenania in Köln. „Das ist von der Größe her durchaus mit dem Vorwerk vergleichbar“, erzählt Kässens im Pressegespräch und bringt dabei gleich selbst ein Argument für seine Anstellung – jedenfalls, wenn man Ulrike Stöver glauben kann. Sie hatte gemeinsam mit den restlichen Mitgliedern des Vorstandes der Gemeinnützigen Stiftung Kreissparkasse Syke, die das Syker Vorwerk betreibt, die Qual der Wahl. Nicht nur aus der gesamten Republik hatten mehr als 30 Kandidaten Interesse bekundet, sondern sogar aus der Schweiz. „Darunter waren etliche hochkarätige Bewerber“, betont Stöver. Dennoch sei die Entscheidung am Ende recht schnell und einstimmig gefallen, auch aufgrund von Nils-Arne Kässens‘ Erfahrungen in Detroit.

Dort war der Neu-Heligenfelder im vergangenen Jahr Gastprofessor an der Wayne State University und stellte gleich ein Urban-Art-Projekt auf die Beine, das sich mit der Geschichte Detroits auseinandersetzt. „Das hat er uns natürlich auch vorgestellt, und da haben wir gesagt: Wenn er sowas in Detroit auf die Beine stellen kann, warum nicht auch hier“, erklärt Heinz Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Stiftung Kreissparkasse Syke, und ist sich sicher: „Das wird gut.“

Davon ist – keine Überraschung – natürlich auch Nils-Arne Kässens überzeugt, und stellt gleich seinem neuen Arbeitsplatz ein ausgezeichnetes Zeugnis aus: „Ich bin begeistert von den Räumlichkeiten hier, die einerseits Geschichte atmen, aber andererseits die Kunst nicht erschlagen.“ Räume, in denen ab 24. Januar Druckgrafiken von Gerhard Marcks und Maria Mathieu hängen werden und einen ganz neuen Blick auf die Arbeiten des Bildhauers versprechen. Insgesamt gibt es in diesem Jahr vier Schauen, die alle noch von Nicole Giese geplant wurden und denen Kässens seinen ganz eigenen Stempel aufdrücken will. Genauso wie dem Skulpturengarten, der im Sommer Teil einer Aktion werden soll. Wie genau das aussehen soll? Das wird noch nicht verraten.

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