Neues Festival für Alte Musik: „Musicadia“ im Sendesaal von Radio Bremen / Barockorchester spielt „English Pomp and Glory“

„Was bei Hans Otte angefangen hat, muss weitergehen“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze(Eig. Ber.) · Der gerettete Sendesaal ist das eine, es finden Produktionen statt und er wird vermietet.

Damit aber lässt sich kaum an die große Tradition erinnern, die mit Radio Bremen verbunden ist: Das sind vor allem die seit 1959 von Hans Otte ins Leben gerufenen Festivals „Pro Musica Antiqua“ und „Pro Musica Nova“, die eines Tages sang- und klanglos verschwanden – in Bezug auf ihre Bedeutung eine Peinlichkeit. Doch nun könnte sich das Blatt wenden, denn drei Gruppen haben sich zusammengetan, um weiterzugeben, was mal war: der Verein der Freunde des Sendesaals – in der Pressekonferenz vertreten durch Peter Schulze –, die Hochschule für Künste – vertreten durch die Professorin für Gambe Hille Perl – und Radio Bremen – vertreten durch die preisgekrönte Tonmeisterin Renate Wolters und Hans Dieter Heimendahl (Stellvertretender Programmdirektor Radio Bremen). Die beiden Damen sind die künstlerischen Leiterinnen eines neuen Festivals für Alte Musik, das zweijährlich stattfinden soll: „Musicadia“ heißt es – „ein Kunstwort“, Schulze hat gegoogelt, und es gibt nichts dergleichen.

Also können die „Tage für Alte Musik im Sendesaal“ losgehen am 5. November mit der Sopranistin Dorothee Mields und dem Ensemble „Sirius Viols“ – mit dem Programm „John Dowland und seine Zeitgenossen“. „Sirius Viols“ sind „meine Gambenmädels und ich“, so Hille Perl, die damit einen wichtigen Aspekt des Festivals deutlich macht: Es soll neben „berühmten“ Interpreten der Nachwuchs auftreten. Immerhin studieren in Bremen 90 Studenten Alte Musik. Ein großer Teil von ihnen ist vertreten im Konzert des Barockorchesters der Hochschule für Künste Bremen unter der Leitung von Thomas Albert: Sie spielen am 6. November „English Pomp and Glory“.

Thomas Alberts Starschülerin Anna Markova interpretiert am 7. November ein Programm mit dem Titel „Brücken zwischen den Welten – deutsche Komponisten in England“; das Ensemble „London Baroque“, dessen deutsche Debutaufnahmen 1978 bei Radio Bremen gemacht wurden, spielt „The English Muse: Zur Geschichte des englischen Bürgerkrieges“. Übergreifendes Thema ist die Beziehung England-Norddeutschland auf der Basis des 350. Todestages von Henry Purcell, des 250. von Georg Friedrich Händel und des 200. von Joseph Haydn.

Die Finanzen sind mini, und es wird zu dritt das gemacht, was alleine schon gar nicht mehr gehen würde: Die Basis ist ehrenamlicher Einsatz und die Begeisterung für die Idee, dass „weitergehen muss, was bei Otte angefangen hat“ (Wolters). Hille Perl, als Kind bei allen Konzerten damals dabei, erinnert sich: „Das war ein persönlicher Stich ins Herz, als das vorbei war“.

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