Festival präsentiert szenische Produktionen / Spektakuläre Messe im Dom zu Verden / Entdeckung in Scheeßel

Viel Theater beim Musikfest Bremen: Rolando Villazón ist „Lucio Silla“

Riechfläschchen bereithalten! Rolando Villazón in „Lucio Silla“. ·
+
Riechfläschchen bereithalten! Rolando Villazón in „Lucio Silla“. ·

Bremen - Von Johannes Bruggaier25 Jahre Musikfest Bremen? Das kommt erst noch. In diesem Jahr (24. August bis 14. September) findet das Festival vorerst zum 24.

Mal statt – was zwar immerhin das zweite Dutzend voll macht, aber nach altem Brauch nicht als feierwürdig gilt. So ist denn auch das Motto „3 aus 24“, mit dem das Musikfest für seine „Große Nachtmusik“ am 24. August wirbt, bloß dem Prinzip dieser Eröffnungsveranstaltung geschuldet: 24 parallel laufende Konzerte in Bremens Innenstadt, aus denen sich der Besucher sein ganz individuelles dreiteiliges Programm zusammenbasteln darf.

Geht es nach Festivalintendant Thomas Albert, so sollte er dabei keinesfalls einen Besuch des Rotterdam Philharmonic Orchestra verpassen. Eines Ensembles, das seit jeher im Schatten des großen Concertgebouw in Amsterdam steht, unter der Leitung des jungen Yannick Nézet-Séguin aber seit einiger Zeit unverhofften Ruhm erntet. Während das Orchester aus Rotterdam in der Glocke sein Musikfest-Debüt gibt, waren die „Musiciens du Louvre“ schon öfter zu Gast. Diesmal allerdings hat sich allein die Bläsergruppe angekündigt, die im Haus der Bürgerschaft unter anderem Werke von Mozart spielen wird. Außerdem am 24. August dabei: Klavier-Shootingstar Kit Armstrong im Haus Schütting, Geigerin Amandine Beyer in der Oberen Rathaushalle sowie der Salzburger Bachchor im St. Petri Dom.

Aus dem reichhaltigen Festivalprogramm ragt neben Christine Schäfers Liederabend am 13. September in der Glocke der Auftritt des jungen Pianisten Rafal Blechacz heraus. Der triumphale Sieger beim weltberühmten Warschauer Chopin-Wettbewerb 2005 ist am 10. September erstmals in Bremen (Glocke) zu Gast und wird neben Werken von Chopin eine Partita von Bach sowie Beethovens Sonate in D-Dur op. 10 interpretieren.

Gleich vier Musiktheater-Produktionen sind angekündigt. Die erste, eine halbszenische Aufführung von Mozarts Opera seria „Lucio Silla“, wird vom bewährten Ensemble „Les Musiciens du Louvre“ aus Grenoble präsentiert (25. August im Musical Theater). Die Titelrolle wird Rolando Villazón ausfüllen, und glaubt man Thomas Albert, so muss man sich angesichts dieser Kombination Sorgen um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung machen. In Salzburg nämlich, weiß der Intendant zu berichten, habe es das Publikum „von den Stühlen gerissen“. Sieben Minuten langer Zwischenapplaus, ja eine zeitweilige Unterbrechung des Konzerts sei die Folge gewesen. Villazón in Bremen: Vielleicht sollte man das nur mit Riechfläschchen im Handgepäck riskieren.

Peter Brook setzt am 11. September im BLG-Forum eine Erzählung des südafrikanischen Autors Can Themba in Szene, drei Tage später präsentiert die Accademia Bizantina in der Glocke eine konzertante Aufführung der Vivaldi-Oper „L‘incoronazione die Dario“. Und dann erfüllt sich auch noch das Versprechen eines guten Freundes: Beethovens „Fidelio“ mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi (25. September in der Glocke).

Die Geschichte, sagt Thomas Albert, reiche bis in die Zeit von Järvis Vertragsunterzeichnung bei der Kammerphilharmonie 2004 zurück. Die Tinte sei damals noch nicht trocken gewesen, da habe er sich mit „Paavo“ auch schon beim Frühstück über Beethoven ausgetauscht. Die Einspielung des gesamten Zyklus sollte in den kommenden Jahren erfolgen. „Wir vereinbarten damals gleich: Und am Ende machen wir den ‚Fidelio‘!“

Außerhalb Bremens dürfte eine angesichts ihrer 40-stimmigen Ausgestaltung spektakuläre Messe des Renaissance-Komponisten Alessandro Striggio im Verdener Dom auf Publikumsinteresse stoßen (31. August). In Scheeßel kommt es derweil zu einer Entdeckung: Michelangelo Falvetti heißt der weitgehend unbekannte Meister des Barock. Sein Oratorium „Il diluvio universale“ reflektiert die Sintflut, in der St.-Lucas-Kirche wird es am 29. August von der „Cappella Mediterranea“ intoniert. Wer sich über den gesamten Terminkalender des Musikfests informieren möchte, ist im Internet richtig aufgehoben:

http://www.musikfest-bremen.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Der neue Defender bringt einen Hauch Safari in den Alltag

Der neue Defender bringt einen Hauch Safari in den Alltag

Die gesündere Alternative zu Weizen?

Die gesündere Alternative zu Weizen?

Meistgelesene Artikel

Rammstein-Video feierte spektakuläre Premiere - Jetzt ist der komplette Clip online zu sehen

Rammstein-Video feierte spektakuläre Premiere - Jetzt ist der komplette Clip online zu sehen

Dynamisches Brodeln

Dynamisches Brodeln

Seuche oder Tyrannei

Seuche oder Tyrannei

Christian Firmbach vom Staatstheater Oldenburg zur Corona-Krise

Christian Firmbach vom Staatstheater Oldenburg zur Corona-Krise

Kommentare