10.500 Fans springen und tanzen mit

Älter, aber noch immer laut: Die Toten Hosen rocken die ÖVB-Arena

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Bremen – Von Jan Dirk Wiewelhove. Land auf, Land ab sorgen Die Toten Hosen für ausverkaufte Hallen, so auch an diesem Wochenende in der Bremer ÖVB-Arena. Zwei Konzerte mit jeweils 10.500 Fans, die nur auf das Kommando von Frontmann Campino warteten, um zu springen, tanzen, klatschen und abzugehen.

Wer befürchtete, dass die Düsseldorfer nach 35 Jahren Bandgeschichte nur noch sanftere und leisere Songs à la „Wannsee“ oder „Laune der Natur“ auf der Bühne spielen, wurde definitiv eines Besseren belehrt. Die Punkrocker präsentierten eine Setlist von mehr als 30 Liedern, die für viele Geschmäcker etwas im Angebot hatte. Denn was schon auffällt ist, dass Die Toten Hosen ein breites Publikum ansprechen, von ganz jung bis alt, von aufgebrezelt bis Fanshirt-Träger. Das könnte eine Entwicklung sein, die durch die teils balladigen Lieder des aktuellen Albums „Laune der Natur“ verstärkt wurde.

Fannähe gehört zum Hosen-Konzept

Was für Campino, Breiti, Andreas Meurer, Andreas von Holst und Vom Ritchie zählt, ist beste Unterhaltung und der enge Kontakt zu den Besuchern. Dazu gehört das Mitsingen von Klassikern wie Pushed again oder Bonnie und Clyde. Auch sind sich die Altrocker noch immer nicht zu schade dafür, von der Bühne in die Crowd zu springen und einfach weiterzusingen. Ganz im Gegenteil, das gehörte in Bremen definitiv zum Konzept der Fannähe, die seit Jahrzehnten Früchte trägt. Da gibt der Frontmann auch mal eine Schnapsrunde für die ersten Reihen aus.

Die Fans danken es den Musikern mit einfach mal abrocken. Sei es im Circle Pit, im Freundeskreis in der zweiten Welle oder auch stehend und springend in den Sitzplatzblöcken. Als Campino, ein passionierter Anhänger von Fortuna Düsseldorf, auf den Fußball zu sprechen kommt, findet er die richtigen Worte, um den Werder-Fans Mut zuzusprechen. Ihnen widmet er in der schweren Zeit die Lieder „Steh auf, wenn Du am Boden bist“ und „Bayern“. Die Arena nimmt den Trost gerne an.

Politisches Statement gegen Nazis und Fremdenhass

Die 35 Jahre Bandgeschichte, die in Bremen ihren Ausgangspunkt hatte, bedeuten keineswegs Stillstand in der Entwicklung. Auf dieser Tour sind zum Beispiel mehrere talentierte Streicher mit auf der Bühne, die sie bei einem Hochschulprojekt entdeckten. Sie begleiten einige Songs wie „Hier kommt Alex“ mit der Geige, einem Cello und einer Bratsche. Sie stören nicht, sondern bereichern den Sound eindeutig.

Was auch zu den Hosen gehört, ist das politische Statement gegen Nazis, Fremdenhass, Ausbeutung und für eine menschenwürdige Asylpolitik und einen fairen Handel. Als die Halle „Nazis raus“ skandiert, bedankt sich der Campino ganz brav und sagt: „Vielen Dank, es tut gut, das zu hören“. Er schreckt auch nicht davor zurück, zum Beispiel den Fall Oury Jalloh, der in Polizeigewahrsam starb, zu verurteilen. „Der Fall muss aufgeklärt werden. So eine Scheiße kann sich ein Land wie Deutschland nicht leisten“, erklärt der 55-Jährige.

Tickets für Konzert auf der Bürgerweide erhältlich

Mit „Tage wie diese“ und dem Stadion-Evergreen „You`ll never walk alone“ endet die zweistündige Party inklusive Pogotanzen, Stagediving und Konfettikanone. Leicht angeheitert und bestens gelaunt strömen die Besucher aus der Halle. Seichte Töne, ja, Die Toten Hosen schlagen auch solche an, aber die Mischung kommt weiter an.

Die Toten Hosen in der Bremer ÖVB-Arena

Wer die Düsseldorfer live erleben will, hat am 16. Juni 2018 auf der Bremer Bürgerweide die Chance. Tickets sind in allen Geschäftsstellen der Kreiszeitung oder online über Nordwest-Ticket erhältlich. 

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