Tenor Klaus Florian Vogt verlässt sich in Bremen ganz auf seine großartige Stimme

Alles laut, alles dick

Klaus Florian Vogt
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Klaus Florian Vogt

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Viele mögen sich an seine Bremer Rollen erinnert haben, die Klaus Florian Vogt zwischen 2002 und 2005 am Bremer Theater so erfolgreich sang: Max im „Freischütz“, Paul in „Die tote Stadt“ und Lohengrin in Wagners gleichnamiger Oper. - Von Ute Schalz-Laurenze.

Viele wissen aber auch um die Weltkarriere, auf deren Weg Vogt sich so zielsicher bewegt: Die Glocke war ausverkauft, als der sympathische Tenor nun zu einem Arienkonzert in die Glocke kam. So künstlerisch wertlos und fragwürdig solche Programme sind, so sehr wurde der Abend dennoch zu einer Freude durch die Präsentation seiner einzigartigen Stimme. Die stimmlichen Facetten von Lohengrin, Stolzing, Tamino und Sou-Chong (Land des Lächelns von Lehar) können so in einer einzigen Rolle ja nicht vorgezeigt werden. Wer also damit zufrieden war – und nur dafür war das Publikum ja gekommen –, kam voll auf seine Kosten.

Es wird immer wieder gesagt, dass man nicht mehr Mozart singen kann, wenn man sich einmal auch im mittleren Wagnerfach bewegt. Große Sänger – wie zum Beispiel Fritz Wunderlich – haben immer das Gegenteil bewiesen. So auch Vogt, der sich klar auf das große Heldenfach zubewegt – 2016 wird er in Bayreuth den Parsifal singen und den Tannhäuser hat er auch schon verbal angekündigt. Seine glockenreine, etwas metallene und geradezu filigrane Stimme erlaubt ihm einen wunderbaren Tamino.

In den Wiedergaben von Lohengnrin und Stolzing war zu beobachten, wie er jegliche Forcierung vermeidet, diese Rollen geradezu leicht singt und eine phänomenal wirkende Kontrolle er über seine Stimme hat. Darüberhinaus ist bei Vogt die Aussprache zu bewundern: Man versteht wirklich alles, was man in der Regel von kaum einem Sänger behaupten kann.

Witzig (die Stories aus dem Opernalltag) und bodenständig (seine Bemerkungen über das geliebte Norddeutschlad und seine Familie) gelang ihm eine Moderation, die in sich eine eigene Qualität hatte: „Vogt erzählt“ wäre auch ein schöner Abend geworden. Er wurde begleitet durch die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von deren schwedischem Generalmusikdirektor Stefan Solyom, der einmal der Deutschen Kammerphilharmonie verbunden war.

Das war natürlich irgendwie gut – die Staatskapelle Weimar ist immerhin das einzige A-Orcherster Thüringens –, aber aus einem solchen Abend, wenn er denn schon sein muss, könnte man doch mehr machen. Irgend einen roten Faden und vor allem Differenzierung der Interpretationen, die kaum stattfand. , nuschelige Artikulationen, sozusagen Durchmarsch ohne Punkt und Komma: Meistersinger- und Zauberflöten, Martha-Ouvertüre, Walkürenritt (Kurzfassung: was soll das denn?), und „Gold und Silber“ von Franz Léhar.

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