Mit dem Speer in die Zukunft

Bremer Tanztheater zeigt „Black Rainbow“

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Pilgyun Jeong, Jordan Gigout und Gabrio Gabrielli (v.l.) blicken in den Spiegel.

Bremen - Von Rolf Stein. Spiegel sind eine tolle Sache. Man kann sich selbst darin erkennen. Sie können allerdings durchaus auch verwirren. Wobei manche Leute auf dem Jahrmarkt ja sogar Geld dafür ausgeben. In „Black Rainbow“, dem neuen Stück des Bremer Hauschoreografen Samir Akika und seinem Ensemble Unusual Symptoms gibt es eine ganze Menge Spiegel, die zudem auch noch bewegt werden.

Eine wenig gastliche Welt, ohne schwarzen Regenbogen, aber doch mit viel Düsternis. Es geht um das, was vor uns liegt. Wobei Akika sich vor allem von den Kinoversionen dieser utopischen Spekulation inspirieren ließ.

Wo nicht nur Hollyood auf gängige Erzählformen setzt, wenn es um die Zukunft geht, verzichtet der Choreograf auf den großen Erzählbogen, an dessen Ende ein glückliches Ende herumliegen könnte. Zwar klöppeln, hämmern und weben Stefan Kirchhoff, Simon Camatta und Jayrope zum wiederholten Male und mit sehr viel Nachdruck und Lautstärke an langen Spannungsbögen. Doch der Szenenreigen ist eher assoziativ angelegt. Wenig mehr als eine Stunde ist der Abend lang. In der geht es aber hoch her.

Wie sonst auch oft bei Akika, spielt sich dabei vieles gleichzeitig ab. „Black Rainbow“ fährt nicht nur Musiker und Tänzer auf, unter denen sich diesmal übrigens drei Gäste befinden, die allerdings tanzen, als wären sie schon immer dabei. Die von Joachim Grundel (Licht) überwiegend dunkel gehaltene Bühne von Elena Ortega bietet auch Raum für eine Projektionsfläche, auf der die unermüdlichen Animationen der Videokünstlerin Julia Müller flimmern.

Und auch die sechs Tänzer beziehen sich nicht immer aufeinander, nur einmal bilden sie eine geschlossene Formation, Duette und Soli scheinen besser in diese Zukunft zu passen, in der es zumal recht archaisch zuzugehen scheint: Sogar Speer und Pfeil und Bogen sind hier einmal die Waffen der Wahl. Und in Anspielung auf Stanley Kubricks „Odyssee im Weltraum“ erwählen sich die Menschen einen Anführer.

Nächste Vorstellung: 9.11., 20 Uhr, Kleines Haus, Bremen.

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