Suzi Quatro gastiert im Bremer Metropol-Theater

Die sagt, wo es lang geht

Suzi Quatro führt die Gang an. Foto: Axel Wemheuer

Bremen - Von Rolf Stein. Sie erzählt selbst gern von früher: Suzi Quatro, 1950 in Detroit auf die Welt gekommen, scheut nicht davor zurück, zu sagen, wie alt sie ist. Im gut besuchten Bremer Metropol-Theater zeigt sie am Samstag, dass sie auch mit beinahe 69 Jahren kein Problem damit hat, ihren Musikern zu sagen, wo es lang geht. Wenn sich ihr Saxofonist ein bisschen zu lange vorn an der Rampe solistisch gehen lässt, pfeift sie ihn zurück ins Glied. Klar, das ist Show. Aber diese Inszenierung erinnert auch daran, wie die körperlich eher kleine Musikerin in den Siebzigerjahren ganz groß herauskam.

Musiker wie David Bowie und Marc Bolan hatten begonnen Make-up zu tragen und sich als androgyne Paradiesvögel zu gerieren. Glam Rock hieß der Sound der Stunde. Suzi Quatro drehte den Spieß sozusagen um, kleidete sich in schwarzes Leder, „wie die Anführerin einer Gang“, schreibt Simon reynolds in seinem Buch „Glam. Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert“.

Der Look ist geblieben, und auch musikalisch setzt Suzi Quatro im Jahr 2019 weitgehend auf Bekanntes. Hits wie „Can The Can“ oder „48 Crash“, beide aus dem Jahr 1973, und das ein Jahr später erschienene „The Wild One“ bringt die Sängerin und Bassistin mit ihrer sechsköpfigen Band ohne Schnörkel und sehr zum Vergnügen des Publikums. Poppige Stücke wie das 1978 mit Chris Norman eingesungene „Stumblin‘ In“, vor allem in Deutschland ein großer Hit, sind die Ausnahme.

In knapp zwei Stunden Programm (einschließlich Pause) ist natürlich auch Zeit für ein paar Stücke vom neuen Album „No Control“, die stilistisch nicht weiter herausstechen. Mit „Rocking In The Free World“ von Neil Young gibt es immerhin eine markante Cover-Version. Für einen Song setzt sich sich hinter die Tasten, das Intro zu „Can The Can“ trommelt sie am Schlagzeug mit, und auch die Gelegenheit zu einem Bass-Solo lässt sich Quatro nicht entgehen. Wäre aber gar nicht nötig gewesen. Dass sie hier die Chefin ist, ist auch so jedem klar geworden.

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