20. Internationales Filmfest Oldenburg

Romantik diesmal erlaubt

Torsten Neumann, Direktor des „Internationalen Filmfestes Oldenburg“. ·
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Torsten Neumann, Direktor des „Internationalen Filmfestes Oldenburg“. ·

Von Johannes BruggaierOLDENBURG · 350 000 Euro als Minimum: Das war einmal. Eigentlich, sagt Filmfest-Direktor Torsten Neumann, bewege sich das Budget seines Festivals unterhalb jener Marke, die für das angestrebte Niveau erforderlich sei.

Und doch wird es auch in diesem Jahr (11. bis 15. September) wieder ein „Internationales Filmfest Oldenburg“ geben, das zwanzigste nach seiner Gründung 1994. Zwar mit ein paar Filmen weniger als noch letztes Mal, dafür aber wieder mit einem dotierten Festivalpreis: Der „German Independence Award“, zuletzt aus finanzieller Not eine reine Angelegenheit der Ehre, wird dank eines lokalen Sponsors nun immerhin mit 4 000 Euro ausgestattet.

Künstlerisch wartet das Festival wieder mit einer Mischung aus Debüts und bereits im Ausland gezeigten, teils auch preisgekrönten Produktionen auf. Zu den Erstlingswerken zählt unter anderem ein echter Cassavetes: nicht John, sondern Xan, die Tochter des legendären Regisseurs. Ihr Film „Kiss of the Damned“ beschreibt Neumann als denkbar weit entfernt von der Ästhetik des Vaters: „Es ist Vampirfilm im Stil der siebziger Jahre.“

Eine andere Debütantin ohne familiäre Bindungen ins Filmgeschäft heißt Hannah Fidell. Ihr Streifen „A Teacher“ hat seine Premiere bereits beim renommierten Sundance-Festival gefeiert, in Oldenburg folgt nun die erste Vorstellung auf internationalem Parkett. Gleiches gilt für „Nos Héros sont morts ce soir“ von David Perrault: Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes hatte die Produktion bereits wohlwollende Kritiken eingefahren. Das mag zu einem guten Teil an Hauptdarsteller Denis Ménochet gelegen haben, den kein Geringerer als Quentin Tarantino einmal als „französischen Robert Mitchum“ bezeichnet haben soll.

Mit „Little One“, einem Film über Vergewaltigung von Minderjährigen, ist auch ein Oscar-Kandidat dabei – zumindest ist er als Vertreter Südafrikas bei der Academy in der Kategorie des besten ausländischen Films eingereicht worden. Eher ungewöhnlich mutet der Programmpunkt „Love is in the air“ an. Wie der Titel schon erahnen lässt, handelt es sich bei Alexandre Castagnettis Film nämlich um eine romantische Komödie: nicht gerade das bevorzugte Genre des Oldenburger Filmfests.

Mit „The List“ meldet sich indirekt das Filmfest 2010 noch einmal zurück. Damals hatten junge Regisseure bei einem sogenannten Speed Pitch Event die Möglichkeit erhalten, Produzenten von ihren Plänen zu überzeugen. Klaus Hüttmann ist dieses Kunststück mit seinem Konzept geglückt. Der Streifen ist mittlerweile abgedreht und feiert nun unter dem Titel „The List“ seine Weltpremiere – natürlich beim Filmfest Oldenburg, wo alles begann.

Größtenteils unverändert geblieben ist die Auswahl der Spielstätten. Aus finanziellen, aber auch aus geografischen Gründen ist das Cinemaxx aussortiert worden, dafür stellt das Staatstheater neben dem Kleinen Haus auch den wenig bekannten „Spielraum“ zur Verfügung. Filme laufen außerdem im Kino Casablanca, dem „Cine K“, der Alten Fleiwa im EWE-Forum, in der Exerzierhalle sowie natürlich auch wieder in der Justizvollzugsanstalt.

Der Abschlussabend am 15. September wird in jedem Fall dem Staatstheater vorbehalten sein, dann soll es auch zur Verleihung des „German Independent Awards“ kommen. Sogar bundespolitische Prominenz habe sich hierzu angekündigt, sagt Neumann: Kulturstaatsminister Bernd Neumann sei in jedem Fall dabei.

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