Staatstheater Oldenburg zeigt „Das Haus auf Monkey Island“

Revolution: Es geht um die Wurst

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Müssen sich ganz schön umgucken: Thomas Birklein (Hannes), Helen Wendt (Ann), Johannes Schumacher (Andre) und Caroline Nagel (Kristina).

Oldenburg - Von Rolf Stein. Klingt prima: Fleisch kann schon heute hergestellt werden, ohne dass Tiere sterben müssen. Dass diese Art von Ernährung aus dem Labor nicht nur für Tierrechtler interessant ist, liegt auf der Hand: Ein Unternehmen beauftragt in Rebekka Kricheldorfs neuem Stück „Das Haus auf Monkey Island“, das am Sonnabend in Oldenburg Uraufführung feierte, die Wissenschaftler Hannes, Ann, Kristina und Andre damit, in der Abgeschiedenheit einer tropischen Insel eine Marketingstrategie für sogenanntes In-vitro-Fleisch zu entwickeln.

Dem einen geht es dabei schlicht ums Geld, die andere will Tierleid lindern, der dritte träumt von Revolution, der vierten geht es um die Karriere. Dass da kaum an echte Teamarbeit zu denken ist, versteht sich von selbst. Rebekka Kricheldorf, die den Stoff im Auftrag des Staatstheaters während einer Autorenresidenz am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst entwickelt hat, schien sich allerdings nicht entscheiden zu können, ob sie mehr persönliche Konflikte interessieren oder die recht grundlegenden Fragen, die sich aus dem Thema ergeben.

Für rasante Dialoge scheinen sich Letztere weniger zu eignen, hier geraten die Figuren regelmäßig ins Monologisieren. Auch wenn Andre (energetisch: Johannes Schumacher) sich selbst während der Meetings stählt, gibt es auf der Bühne nicht gar zu viel Bewegung. Vielleicht muss sich deswegen das weiße Häuschen ab und an drehen und als Leinwand für Live-Projektionen dienen. Wobei die Schauspieler dann nicht immer gut zu verstehen sind. Recht klar dafür die Figuren: Thomas Birklein gibt den hedonistischen Alt-68er Hannes, Caroline Nagel ist der engagierte Gutmensch Kristina auf der Suche nach Transzendenz, Helen Wendts Ann und Johannes Schumachers Andre verbergen hinter gnadenlosem Ehrgeiz nur notdürftig ihre Traumata.

Ihren Diskussionen und Zusammenbrüchen zu folgen ist dennoch nicht ohne Reiz. Kricheldorf verfügt über einen in den besten Momenten schneidenden Humor, der immer wieder für kluge Pointen gut ist.

Weitere Termine:

Freitag, 1. März, Mittwoch, 6. März, Freitag, 8. März, 20 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater, Kleines Haus.

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