Werke von Louis Gurlitt in Hamburg

Reinheit und Harmonie

Louis Gurlitt: „Küstenlandschaft“, 1844. ·

Hamburg - Von Wilfried Dürkoop · Im Hamburger Jenisch-Haus, hoch über dem Klein-Flottbeker Elbufer gelegen, wird der Altonaer Landschaftsmaler Louis Gurlitt anlässlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstags mit einer feinen Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen und Memorabilien gewürdigt.

Die in Kopenhagener Zeitungen im Sommer 1853 erschienenen Nachrufe auf Louis Gurlitt klangen betrübt und waren viel zu früh erschienen. Der gerade mal 23 Jahre alte verschollen geglaubte Künstler kehrte unversehrt von einer Norwegenreise zurück und überlebte seinen Nekrolog um sechs Jahrzehnte. Gurlitt führte ein rastloses Leben, war ein unsteter Geist. Seine Suche nach Motiven trieb ihn, der in Hamburg, Kopenhagen, München, Düsseldorf, Rom, Dresden und Wien lebte, durch ganz Europa. Nach Skizzen und Ölstudien, die er auf seinen Reisen anfertigte, entstanden anschließend in seinem Atelier großformatige Landschaftsgemälde, die in warmen, goldgetönten Farben reine Harmonie ausstrahlen.

Das wirklichkeitsgetreue und perspektivisch genaue Malen und Zeichnen hatte der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Künstler in Kopenhagen bei Christoffer Wilhelm Eckersberg, dem Vater der Malerei des Goldenen Dänischen Zeitalters, gelernt. Gurlitt verband diese naturgetreue Wiedergabe mit der an der Münchener Akademie gängigen Landschaftsauffassung – diese Symbiose von Realität und Ideal wurde sein Markenzeichen. Ihm kam es darauf an, nicht nur die eigene Wahrnehmung einer Landschaft auszudrücken oder seine Empfindung in ebendieser, sondern das Ideelle, den „Geist der Natur“ zu erfassen.

Gurlitt hatte viele Bewunderer seiner Kunst; Bürger und Adlige erwarben seine Bilder. Allerdings musste er selbst als Verkäufer seiner Werke tätig sein. Und in den späteren Jahren verschlechterte sich der Markt für seine Bilder, seine Kunst hatte sich überlebt. Fast vergessen starb er 1897.

Die Bilder Gurlitts, die in der Ausstellung mit den Landschaftsauffassungen von Studenten der Hamburger Hochschule für bildende Künste collagiert werden, erzählen von der Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, nach Reinheit und Harmonie und sind gerade deshalb von besonderem Reiz.

Bis 25. November im Jenisch-Haus, Baron-Voght-Straße 50, Hamburg. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr.

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