Rapper Cro spart in der Bremer Messehalle nicht an flackernden Effekten

Immer schön oberflächlich

+
Bevor es ins Bett geht, noch mal schnell den Rapper hochleben lassen: Bei Cro kommen vor allem die jüngeren Fans auf ihre Kosten.

Bremen - Von Jessica Tisemann. Statt Basstürme nur ein weißer Vorhang: Ein heller Lichtkegel wandert langsam über das Laken – und schon kreischt die Masse. Doch plötzlich wird es stockfinster in der Bremer Messehalle. Erste Trompetenklänge kündigen den Maskenmann an. Dann eine Explosion, der Vorhang fällt und Cro lässt die Spiele beginnen.

Die Kamera in der Bremer Stadthalle fängt die Gesichter der ersten Reihen ein, und der Song „Hi Kids“ zeigt, auf wen der Rapper es abgesehen hat: überwiegend Mädchen und Jungen zwischen neun und 13 Jahren. Doch da drücken sich auch ein paar ältere Gestalten im Halbdunkel herum. Ob die ganz freiwillig dort sind? Vermutlich nicht. Und beim Top-Ten-Hit „Einmal um die Welt“ outen sich tatsächlich ein paar der Älteren als waschechte Cro-Fans und unterstützen den Rapper lautstark.

Das ist auch einfach, sind die Songs doch alle irgendwie gleich. Zwar immer mit einem anderen Rhythmus, aber neu erfindet sich Cro damit nicht. Und wäre der Beat nicht tanzbar, würden die Lieder zusätzlich viel von ihrem Charme verlieren. Was der 24-Jährige aber unwidersprochen beherrscht, ist es, eingängige Melodien und Texte zu formulieren. Oft geht es in den Songs um irgendein Mädchen, ob Sunny, Easy oder das „Bad Chick“. Mal verspricht Cro ihr die große Welt, mal schießt er sie in den Wind und dann verfolgt ihn die Eine sogar bis in seine Träume.

Auch in seinem Lied „Du“ geht es um ein Mädchen. Für diesen Auftritt holt sich der Rapper Hilfe von seinem jungen Publikum. Für drei Gesangstalente geht es ab über die Absperrung und zu ihrem Idol auf die Bühne. Doch vor so einem großen Publikum versagt selbst dem mutigsten Mädchen die Stimme, als es den Song vollkommen allein anstimmen soll. Für seine kleinen Fans nimmt sich der Mann mit der Pandamaske Zeit und schenkt jedem der drei mutigen Sänger eine Umarmung und ein Selfie. Auch wenn er sich dabei einen frechen Spruch nicht verkneifen kann: „Erst nicht singen und dann auch noch ein Selfie wollen.“ Das Publikum bejubelt die mutigen Nachwuchstalente trotzdem.

Cro in der Halle 7

Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker
Cro spielte am Mittwoch eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 sorgte der Pandamasken-Rapper für ein volles Haus. © Guido Menker

Was aber bleibt für einen älteren Zuhörer von all dem übrig, außer Gruppenkuscheln und vermeindlich süße Selbstfotos? Nicht viel. Cros Texte bleiben blass, arbeiten sich an Themen wie der ersten Liebe oder dem besten Kumpel ab. Und bleiben dabei immer schön stereotypisch: Die Frauen sind irgendwie ein bisschen verrückt und die Männer, die super coolen Typen. So wie sie, ja so will er sein, der Teenie von heute. Tief gehende Texte, politische Statements? Fehlanzeige! Bei Cro bleibt alles immer hübsch an der Oberfläche. Da könnte man fast den Eindruck gewinnen, die Zielgruppe wolle es nicht anders. Ein Leben voller „Fun“ und „Party“, bloß keine Probleme.

Da passt dann auch die Special-Effekt-Attacke, die den Auftritt überschattet. Denn Cro packt alles aus, was sein Technik-Team zu bieten hat: Flammenwerfer, Explosionen, Flitterkanonen und viele bunte Bildchen, die über die Leinwände rechts und links flackern. Bei all diesem Tamtam scheint es fast so, als ob der Rapper von seinem Gesang ablenken möchte. Dass er dies überhaupt nicht nötig hat, zeigt sich wenig später in einem Duett mit seinem Rapper-Kollegen Teesy. Gemeinsam schlagen sie ruhigere Töne an und singen anspruchsvollere Texte – und wirken zum ersten Mal an diesem Abend überzeugend.

Wo die Techniker mit Spezialeffekten zu großzügig sind, geizen sie bei der Tonabmischung. Ein ums andere Mal gehen die Texte, besonders im Refrain, hinter den dröhnenden Beats unter. Blöd, wenn man hier nicht textsicher ist. Dieses Problem haben die jungen Fans natürlich nicht, sie stimmen mit ein und tragen die Zeilen bis in die hinterste Ecke der Stadthalle.

Diese Engagement zieht sich allerdings nicht durch den ganzen Abend, denn der Konzertspaß ist für viele Jungen und Mädchen schon früh vorbei, trotz einer moderaten Anfangszeit von 19 Uhr. Ein Problem, mit dem der Rapper leben muss. Wer seine Texte für Teenies schreibt, muss seine Konzerte vielleicht bald am Sonntagnachmittag spielen. Nicht dass es in Zukunft für alle vor der Zugabe heißt: Ab ins Bett!

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Heimsieg für Hannover 96 - VfL Osnabrück rückt vor

Heimsieg für Hannover 96 - VfL Osnabrück rückt vor

Empfang für die Feuerwehren in der Gemeinde Weyhe

Empfang für die Feuerwehren in der Gemeinde Weyhe

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Meistgelesene Artikel

Mehr Metal für Bremen: Hellseatic-Festival kommt 2020 an die Weser

Mehr Metal für Bremen: Hellseatic-Festival kommt 2020 an die Weser

Deutliche Worte

Deutliche Worte

Einmal Virtualität und zurück

Einmal Virtualität und zurück

Viel mehr als nur Realität

Viel mehr als nur Realität

Kommentare