Aus Prinzip für alle

Leider zum letzten Mal: Umsonst-und-Draußen-Festival Staatsforsten

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Letzter Walzer für das Staatsforsten-Festival.

Bakum - Von Pia Siber. Zum letzten Mal verwandelt sich am Wochenende ein Stoppelacker in Bakum bei Vechta in ein Festivalgelände. Seit 32 Jahren organisiert der Verein „Open Air Initiative e.V.“ dort ein Umsonst-und-Draußen-Festival.

Mitte der 80er-Jahre wollte eine Gruppe junger Erwachsener aus Cloppenburg eine Alternative zu den immer teurer werdenden Musikfestivals schaffen. „Wir dachten, dass das auch anders gehen muss“, erinnert sich Thomas Klinker, seit dem ersten Staatsforsten-Festival dabei. Eine Veranstaltung zu schaffen, die für jeden zugänglich ist und zur kulturellen Vielfalt in der Region beiträgt, ist bis heute Leitgedanke.

Mittlerweile besuchen jährlich bis zu 5000 Musikfreunde das Open Air, das zu den beliebtesten Festivals im Oldenburger Münsterland gehört. So ein Event auf die Beine zu stellen, ohne sich auf die Einnahmen durch Eintrittsgelder verlassen zu können, ist dabei immer wieder eine Herausforderung.

Die Bands und die Bühne werden hauptsächlich durch Sponsorengelder und Getränkeverkauf finanziert. Die Veranstalter selbst arbeiten ehrenamtlich. Jahrelang hat das gut funktioniert. Doch seit vergangenem Jahr sind die Kosten so stark gestiegen, dass der Verein entschieden hat aufzuhören. „Ohne Eintrittsgelder sind die Kosten nicht mehr zu decken“, sagt Engelmann. 

Engelmann rechnet erneut mit Verlusten

Im vergangenen Jahr habe man bereits Verluste gemacht, und es sei nicht davon auszugehen, dass es dieses Jahr anders werde. Ein Grund sind neue Tarife der Gema. „2016 waren die Gema-Gebühren viermal so hoch wie im Vorjahr“, sagt Engelmann, „ohne dass sich das Festival verändert hat.“ Der Tarif für „Eintrittsfreie Konzerte“ werde nun pauschal nach Band- und Bühnenkosten berechnet. Dass der Eintritt frei ist, werde kaum berücksichtigt.

Zum letzten Mal alles aufzubauen, fällt den Machern schwer: „Das ist schon traurig“, sagt Engelmann, „dieser Moment wenn alles steht und die Besucher auf das Gelände kommen – der wird mir fehlen“. Und auch der Region dürfte das Festival fehlen. „Wir geben jedes Jahr lokalen jungen Künstlern die Chance auf einer großen Bühne zu spielen“, sagt Johannes Heckmann, verantwortlich für das Programm. Mit bekannteren Bands auf der Bühne zu stehen, sei für die lokalen Musiker immer ein Erlebnis.

„Wir wollen jedem den Zugang zu unserem Festival ermöglichen und den kulturellen Austausch fördern“, sagt Heckmann. Daher komme es auch nicht in Frage auf die höheren Kosten mit Eintrittsgelder zu reagieren. „Das widerspricht unserem Prinzip“, sagt Engelmann, „dann wäre es nicht mehr das Staatsforsten-Festival.“

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