„Pinocchios Abenteuer“ punktet in Oldenburg mit Opulenz

Auf ins Spaßland

+
Tanz, Puppe, tanz: Pinocchio (Hagar Sharvit) und sein Meister Gepetto (KS Paul Brady) begeben sich in Oldenburg auf eine Reise durch kuriose Wunderwelten.

Oldenburg - Von Corinna Laubach. Der Fantasie sind bekanntlich keinerlei Grenzen gesetzt. Eindrucksvoll untermalt das jetzt das Staatstheater Oldenburg mit einer rasanten Opernversion des Kinderbuchklassikers „Pinocchio“. Die drehbare Bühne zaubert mit jeder Sequenz eine neue wundersame Welt voller fabelhafter Wesen und Szenarien für das Publikum. Jonathan Doves moderne Oper „Pinocchios Abenteuer“ ist hier Theater zum Sattsehen und -hören.

Eng halten sich Komponist Dove und Librettist Alasdair Middleton in ihrer 2007 uraufgeführten Oper an die weltberühmte Erzählung von Carlo Collodi. Im Mittelpunkt steht natürlich die kleine Holzpuppe Pinocchio (Hagar Shavit), die so gern ein echter Junge wäre. Kaum von Gepetto (Paul Brady) – ein wilder Verschnitt des Erfinders Dr. Brown aus „Zurück in die Zukunft“ – aus einem Baumstamm geschnitzt, beginnen für die schlaksige Puppe in gelbem Hemd und roter Hose die Sinnfragen des Lebens. Geht es um gut oder böse sein? Pflichterfüllung oder Freude? Schule oder Lebenslust? Pinocchio sucht den gesunden Mittelweg. Zwar ist er wissbegierig, aber eben auch mindestens genauso neugierig, lässt sich weder von vorlauten Grillen (Alexandra Scherrmann), noch weisen blauen Feen (Anna Avakian) aufhalten. Und so stolpert er von einem Abenteuer ins nächste.

Für die kleinen und großen Zuschauer (ab acht Jahre) wird Pinocchios Rundreise durch kuriose Wunderwelten nahezu zu einer Reizüberflutung an bunten Bildern: Puppentheater mit lebensgroßen Figuren, Zirkus samt Feuerschlucker und Tanzbär, das Spaßland, das von Conchita Wurst angeführt wird oder der Monsterfisch, in dessen Magen Pinocchio seinen ertrunken geglaubten Vater wiederfindet. Bühnenbau (Dirk Hofacker) und Kostümabteilung (Mathilde Grebot) toben sich in dieser prallen, bunten Inszenierung von Jens Kerbel aus. Selten hat man solch vielfältige Ideen gesehen, die insbesondere bei den Kinder im Publikum ankommen.

Die Verlockungen der Kindheit und die Erwartungen an Erwachsene, in dieser Oper gehen sie eine friedliche Koexistenz ein. Mit zahlreichen schrägen Typen, frechen Tieren und schrulligen Fabelwesen ist es auf der Bühne ebenso schillernd wie im Orchestergraben. Dove in seiner Komposition spielt mit Stilen und Klängen, das einem die Sinne rauschen. Anleihen von Strawinsky, Britten und Adams sind deutlich zu vernehmen. Souverän leitet Carlos Vázquez das Staatsorchester durch die anspruchsvolle Partitur. Das Opernensemble zeichnet sich nicht nur stimmlich, sondern auch durch große Spielfreude aus. Allen voran Hagar Sharvit, die als Pinocchio reichlich Sympathiepunkte sammelt. Großer Applaus.

Nächste Vorstellungen von „Pinocchio“ am Staatstheater Oldenburg: 6. April um 18 Uhr, 12. April um 16 Uhr und 14. April um 19.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Meistgelesene Artikel

Mehr Metal für Bremen: Hellseatic-Festival kommt 2020 an die Weser

Mehr Metal für Bremen: Hellseatic-Festival kommt 2020 an die Weser

Deutliche Worte

Deutliche Worte

Einmal Virtualität und zurück

Einmal Virtualität und zurück

Viel mehr als nur Realität

Viel mehr als nur Realität

Kommentare