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Pet Shop Boys begeistern in Hamburg

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Von: Lars Warnecke

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Wie in den guten alten 80er-Jahren lässt es Sänger Neil Tennant glitzern.
Wie in den guten alten 80er-Jahren lässt es Sänger Neil Tennant glitzern. © Imago/ Stefan M- Prager

Zweimal musste ihr Auftritt wegen der Corona-Pandemie verschoben werden, nun waren die Pet Shop Boys endlich in Hamburg zu Gast. Exakt zwei Stunden dauerte ihr Gastspiel, das die Fans begeisterte.

Hamburg – Musik ist eine schlechte Angewohnheit. Ähnlich wie Nägelkauen. Man sollte damit aufhören, solange man noch kann, sonst ist es ruckzuck 2022, und man steckt mittendrin in einem Pet-Shop-Boys-Konzert. Und dann ist man geliefert. Songs der britischen Synthiepop-Band hört man heutzutage eigentlich nur noch auf zwei Arten – entweder heimlich oder besoffen. Doch beim Konzert in Hamburg ist das Material wieder einmal eines: unverschämt eingängig.

Nachdem der Auftritt im Rahmen ihrer „Dreamworld“-Best-of-Tour zweimal wegen Corona verschoben werden musste, sind sie jetzt also tatsächlich da: Sänger Neil Tennant (67) und Keyboard-Mastermind Chris Lowe (62). Exakt zwei Stunden lang liefert das kongeniale Duo nebst vierköpfiger Begleitband in der fast vollen Barclay Arena ein Hitfeuerwerk ab – aus immerhin vier Jahrzehnten Karriere. „Rent“, „Jealousy“, „Domino Dancing“, „New York City Boy“ „Heart“, „It’s a Sin“, „West End Girls“, „Go West“, „You are always on my Mind“ – inklusive Zugaben spielen die Herren 26 Stücke. Es ist ein Abend, der keine Wünsche offenlässt.

Alles scheint vergessen

Die Stühle hätte es dabei gar nicht erst gebraucht: Schon beim ersten Song, „Suburbia“, hält es niemanden aus dem Mehrgenerationenpublikum auf den Sitzen. Abstandsregeln? Pandemie? Alles scheint vergessen. Dabei beginnt die Show noch recht minimalistisch. Unter zwei Straßenlaternen stehen Lowe und Tennant, dahinter flackern Muster in Schwarz-weiß über die LED-Wand. Erst bei „Opportunities (Let’s Make Lots Of Money)“, dem dritten Lied, kommt Farbe ins Spiel. Aber wegen der modernen digitalen Lichter-Glitzershow ist eh niemand hergekommen. Die Fans wollen mit ihren musikalischen Helden eine Party feiern, nebenbei in Erinnerungen an die eigene Jugend schwelgen (die bei den meisten auch schon lange zurückliegt) – und das gelingt ganz vorzüglich.

Mehrere Dinge fallen auf: Der Sound ist wuchtig, Tennants unverkennbare Stimme glasklar. Und man erkennt jeden astrein produzierten Song, der bis heute im Formatradio rauf und runter läuft, nach nur wenigen Sekunden. Denn zum Glück halten sich die Pet Shop Boys an das Motto ihrer Tour. Nur zwei Stücke ihres letzten Albums „Hotspot“ aus dem Jahr 2020 werden live performt. Als die Töne der letzten Zugabe „Being Boring“ verstummen, ist man doch irgendwie erstaunt darüber, wie schnell die letzten zwei Stunden vergangen sind. Ach Kinners, wat war dat schön!  

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