„Penguins & Pandas“ leuchtet Liebe und Lust aus

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Mitglieder der Tanzkompanie "Unusual Symptoms" im Theater Bremen proben am 19.03.2013 eine Szene aus dem Stück "Penguins & Pandas" von Samir Akika. Das Stück um Auf- und Abbrüche, Ankommen und Abhauen wird am 27.03.2013 in Bremen uraufgeführt und bildet den Auftakt zu der Tanzreihe "Theater Bremen tanzt!" (27.03.-01.04.2013).

Bremen - Von Sabine Komm. Tänzer drehen sich im Kreis. Motor ist die Liebe, die Menschen aufblühen und taumeln lässt. Samir Akikas Tanz-Uraufführung „Penguins & Pandas“ zeigt in starken Momentaufnahmen Gefühle.

Der geflügelte Liebesgott Amor sitzt gelangweilt auf dem Dach und trinkt Dosenbier, während sich unter ihm eine Braut abrackert. Wie eine ferngesteuerte Gliederpuppe wirft sie Körper und Schleier zurück. Immer wieder. Der Computersound lässt ihren Körper spastisch zucken. Samir Akikas Tanz-Uraufführung „Penguins & Pandas“ zeigte am Mittwoch in starken Momentaufnahmen den Irrsinn der Liebe. Das Publikum feierte die 90-minütige Produktion im Kleinen Haus des Theaters Bremen.

Akikas Tanzabend verzichtet auf eine durchgehende Handlung. Stattdessen sind einzelne Episoden zu Themenblöcken geordnet. Eine hochkant installierte Matratze wird zur Insel der Liebe. Im zweiten Teil geht es um Lustträume und schlafwandlerische Langsamkeit. Eine Frau mit Lackstiefeln und Peitsche wird von der Domina zum Opfer. Ein Hase zieht scheppernde Dosen hinter sich her. Dann die Krise. Ein Mann mit Motorradhelm wird von seiner Ehefrau mit Einrichtungsgegenständen bombardiert.

Akika, Tanzchef des Theaters Bremen, spielt auch in dieser Produktion mit schnellen Szenen. Nonstop überraschen alle acht Tänzer in immer neuen Kostümen: als Braut, Indianer, Cowboy, nackte Frau mit Schweinekopf, Anzugträger und Amor. Es wird viel gerannt, innegehalten, weiter gerannt - Sinnbild für seelische Turbulenzen.

Auf der Bühne sind eine Palme und eine begehbare Box installiert. In ein tapeziertes Spießerwohnzimmer gleiten die Tänzer, um bald darauf wieder zu flüchten. Auf der Bühne mischt ein Livemusiker den passenden Sound dazu. Der Berliner Komponist jayrope singt, spielt Ukulele und E-Gitarre, arbeitet mit Echos und lässt Klavierstücke rückwärts laufen. Nebel, farbiges Licht, Leuchtschrift und Livevideos verzaubern die Szenen. Während Tänzerinnen auf den Boden geworfen werden und sich dort weiter drehen, zeigt ein Video Karussells.

Samir Akika, in Algier geboren und in einem Pariser Vorort aufgewachsen, hat an der Folkwang Hochschule in Essen Tanz studiert. Im Unterschied zu früheren Produktionen lässt er seine Kompanie Unusual Symptoms diesmal nicht sprechen, singen, philosophieren. „Penguins & Pandas“ konzentriert sich wieder auf den Tanz.

„Es ist schwierig, mit einer Frau zusammen zu leben. So was lernt man nicht in der Schule“, bekannte Akika kurz vor der Uraufführung. Genau deshalb reizt ihn dieses Thema: „Es ist das erste Mal, dass ich ein Stück über die romantische Liebe mache.“ Inspiriert hätten ihn Geschichten, die die Tänzer nur vom Hörensagen kannten und deshalb nach Belieben ausgeschmückt haben.

Und warum der Titel „Penguins & Pandas“? Der hat nach Angaben des Choreographen wenig mit dem Stück zu tun. Vor einem Jahr habe er dem Bremer Theater mitteilen müssen, wie seine neue Produktion heißen soll. Weil einer seiner Tänzer an der Folkwang Hochschule regelmäßig Pinguine und Pandas gezeichnet hatte, formulierte Akika daraus kurzerhand einen Titel, in dem nun allerdings weder Pinguin noch Panda auftreten. dpa

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