„OpusEinhundert“ bringt in Oldenburg inklusives Musik- und Tanztheaterprojekt auf die Bühne

Raus aus den Nischen

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Ein professionelles Kunstwerk: „OpusEinhundert“ und mehr als 100 Menschen reisen morgen Abend gemeinsam in die neue Welt.

Oldenburg - Von Corinna Laubach. Ein gutes halbes Jahr lang haben sie geprobt. Die mehr als 100 Menschen aus Oldenburg kannten sich bis dahin nicht, hatten keinerlei Berührungspunkte. Sie sind jung und alt, haben Behinderungen oder auch nicht, kommen aus Deutschland und anderen Teilen der Welt. Sechs besondere Monate liegen hinter ihnen. Morgen Abend bringen sie ihr gemeinsames Werk auf die Bühne: „Aus der Neuen Welt“. Ein inklusives Musik- und Tanztheaterprojekt.

Hinter der Idee steht die gemeinnützige Agentur „OpusEinhundert“ aus Bremen, die bereits mehrfach in Hildesheim, Bremen und Hannover unter Beweis stellen konnte, dass sie ein ausgesprochenes Händchen für das Zusammenspiel von Kultur, Gesellschaft und Kulturen hat. Die Werke, die erarbeitet werden, sind fernab aller Klischees und betulichem Theater mit Behinderten. Die Produktionen sind in der Tat besonders – und herausfordernd. Für die Macher, für die Mitmachenden, für das Publikum.

„Kunst ist unser Anknüpfungspunkt. Wir wollen zusammen Geschichten erzählen“, sagt Geschäftsführerin Corinna Bruggaier zur Grundidee der „OpusEinhundert“-Projekte. In der kleinen EWE Arena ranken sich diese morgen und Samstag um Antonin Dvoráks „Aus der Neuen Welt“. Musikalisch begleitet wird das Stück keineswegs vom Band – das Oldenburgische Staatsorchester spielt live. Für die Initiatoren ein unverzichtbares Qualitätskriterium. „Wir wollen mit Laien ein professionelles Kunstwerk machen, jeder wird mit seinen Fähigkeiten einbezogen“, sagt Bruggaier und ergänzt: „Dazu gehört auch eine frühe Verbindung mit den Profis.“ Theaterintendant Christian Firmbach habe die Idee sehr unterstützt und „spontan Ja“ gesagt.

Mit der 9. Sinfonie, die während seines dreijährigen Amerika-Aufenthaltes entstand und 1893 uraufgeführt wurde, schuf Dvorák sein wohl populärstes sinfonisches Werk. Zumindest zählt das eindringliche Stück zu den meistgespielten Sinfonien weltweit. Mitreißend, dynamisch und rhythmisch – so ist nicht nur Dvoráks Werk. Auch die Choreografie, die Alexander Hauer, künstlerischer Leiter von „OpusEinhundert“, mit den Teilnehmern erarbeitet hat, kann damit mithalten. Und gar noch mehr. Es warte auf das Publikum eine „magische Vorstellung mit einer berührenden, exklusiven und wunderschönen Choreographie“, versprechen die Macher.

Rund 60 Minuten vielfältiger, bunter und schwungvoller Bühnenzauber. Gemeinsam mit den Akteuren zwischen 8 und 70 Jahren haben Bruggaier und Hauer ein Tanz-Kunstwerk erarbeitet, bei dem Menschen aus Nischen geholt werden. „Jeder ist wertvoll, das ist unsere Botschaft“, so Bruggaier. Die gemeinsame Zeit schaffe wirkliche Inklusion und Verständnis füreinander. „Solch ein Projekt, das ist ein Erlebnis, das bleibt und nachhaltig wirkt.“

Vorstellungen morgen um 19 Uhr sowie Samstag um 11 Uhr in der kleinen EWE Arena in Oldenburg.

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