Staatstheater

Oldenburg zeigt Wagners „Ring“ komplett

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Oldenburgs Intendant Christian Firmbach.

Oldenburg - Von Rolf Stein. Von Amts wegen müsse er als Intendant natürlich auch etwas zu den Zahlen sagen, sagte Christian Firmbach, Intendant des Oldenburgischen Staatstheaters, als er gestern mit den Leitern der sieben Sparten das Programm der kommenden Spielzeit vorstellte. Dabei muss sich mit solchen Zahlen kein Verantwortlicher verstecken. Stichworte: 86 Prozent Auslastung, ein Plus bei den Abonnements von 780 auf nun insgesamt 5 650 und mehr Wiederaufnahmen als je zuvor in Firmbachs Intendanz.

Nur bei der Zahl der Opernpremieren geht es dieses Mal nicht aufwärts. Das kommt von der „Götterdämmerung“, mit der das ehrgeizige Vorhaben vollendet wird, den ganzen Ring der Nibelungen von Richard Wagner auf die Bühne zu bringen. Darunter, sagt Firmbach, „ächzt das Haus“. Mit dazu gehört nämlich eben auch, den kompletten Zyklus mehr oder weniger in einem Rutsch zu spielen, was in diesem Fall bedeutet: innerhalb von neun Tagen. Das schafft ein Haus wie das Staatstheater am Ende der kommenden Spielzeit immerhin dreimal hintereinander, dann ist Schluss. Wer dabei sein will, sollte sich ab Mitte Juni um Karten bemühen.

Abgesehen davon gehen die Dinge in Oldenburg mehr oder weniger ihren gewohnten Gang. Im Musiktheater gibt es neben Wagner den bewährten Mix aus italienischen Klassikern (Verdis „Maskenball“), Barockoper (Henry Purcell und dessen Zeitgenosse John Blow) und Zeitgenössischem, in diesem Fall „Flight“ von Jonathan Dove nach dem Spielberg-Film „Terminal“. Im Konzertsegment liegt ein Schwerpunkt auf slawischen und estnischen Komponisten.

Im Schauspiel gibt es ebenfalls eine Spannweite von antiken Stoffen („Medea“) über klassische und moderne Klassiker wie Goethes „Faust“ und Brechts „Puntila“ bis hin zu ganz heutiger Literatur, an deren Entstehung das Staatstheater sich unter anderem in Form seiner Zusammenarbeit mit dem Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst beteiligt. Aus dem jährlichern Stipendiat geht diesmal ein Stück von Björn SC Deigner mit dem Titel „Mission Mars“ an den Start. 

Aus dem Oldenburger „Spielplanvolksentscheid“ unter dem Motto „O. – Eine Stadt sucht ein Drama“ ging „Über meine Leiche“ als Siegerstück hervor, das im Mai 2020 Premiere feiert. Und auch Ferdinand von Schirach ist mit einem neuen Stück namens „Gott“ vertreten. Oldenburgs Ballettchef Antoine Jully setzt derweil vor allem auf neuen Stoff, in eigenen Neuschöpfungen, aber auch in Zusammenarbeit mit jungen Choreografen aus aller Welt.

Karten

www.staatstheater.de

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