„Thriller Live“: Die Show über den King of Pop begeistert im Berliner Admiralspalast

Nichts für Bewegungsmuffel

Original oder Kopie? Michael Jackson ist in Berlin fast leibhaftig. In der Show „Thriller Live“ wird gesungen und getanzt, was das Zeug hält.

Von Claudia DudaBERLIN (Eig. Ber.) · „Clap your hands and step your feet!“ Die Michael-Jackson-Show „Thriller Live“, die am Mittwoch im Admiralspalast bei der Berliner Premiere bejubelt wurde, ist nichts für Bewegungsmuffel. Hier wird gesungen, getanzt und geklatscht, was das Zeug hält – nicht nur auf der Bühne.

Bereits seit 2006 wird diese Hommage an den King of Pop in London gefeiert, nun ist die Show in der deutschen Hauptstadt angekommen. Und auch wenn in Berlin nicht die Originalbesetzung auf der Bühne steht, so ist das Tournee-Ensemble mindestens genauso professionell. „Das ist noch besser als in London – größer, heller und fröhlicher“, lautete deshalb das Urteil einer Premieren-Besucherin, die das Original bereits gesehen hatte.

Doch „Thriller Live“ ist nicht nur was für eingefleischte Fans. Hier wird nicht das Leben des genialen Musikers erzählt, auch sonst gibt es keinen roten Faden, der die Show trägt. Es ist allein die Musik aus dem 40-jahrigen Bühnenleben Jacksons, die das Programm bestimmt. Es wird gar nicht erst der Versuch gemacht, Michael Jackson zu kopieren. Hier wird dem König gehuldigt, und gerade deshalb wirkt das „Konzert“ in besonderer Weise authentisch.

Trotzdem werden natürlich einzelne Lebensstationen zitiert. Michael als jüngster Bruder der „Jackson 5“, der schon als Kind sein Publikum in den Bann zieht. In Berlin singt und tanzt Jordan Bratton den kleinen Michael. Dieses unglaubliche, junge Talent steht seinem Vorbild in nichts nach. Und besonders im zweiten Teil des Programms, wenn er sich von dem Kind aus den 1970er Jahren löst und ohne Afrolook-Perücke einfach er selbst sein darf, dann ist er eben der Junge, der mit jeder Faser seines Körpers diese Musik lebt.

Selbstverständlich dürfen die großen Hits nicht fehlen. Drei Sänger – die unterschiedlicher nicht aussehen könnten: von groß, dick, schwarz, bis klein, zart und weiß -, sowie eine Sängerin interpretieren die Songs von Beat it, Dangerous, Billie Jean, Heal the world, Bad bis natürlich Thriller, während Jovanny Pichardo den perfekten Moonwalk tanzt. Die Trennung zwischen Sängern und Tänzer ist gewollt und richtig, sie demonstriert die Einzigartigkeit dieses Ausnahmekünstlers, der eben nicht nur singen, sondern auch tanzen konnte. Die Sänger treffen alle den Ton des Originals. Aber wenn der weiße JP Castillo die Lieder präsentiert und man die Augen dabei schließt, erliegt jeder der Illusion, der König selbst singt.

Die Bühne bietet den perfekten Rahmen. Zwei Showtreppen, die durch eine Brücke verbunden sind, lassen viel Raum für das Auf und Ab der zehn Tänzer. Hunderte LED-Lämpchen sorgen für den nötigen Glamour. Die Kostüme sind dem Original nachempfunden, ohne Kopien zu sein. Nicht zu vergessen die Band, die so vollendet den Sound wiedergibt, dass man meinen könnte, die Musik komme aus der Konserve.

Womit wir wieder beim Publikum sind: Wer sich gemütlich in seinen Sitz kuscheln will, um einem Konzert zu lauschen, ist hier fehl am Platze. Im Gegenteil. Schon vor der Show sollte man sich seine Nachbarn genau anschauen, damit man weiß, wer einem später seine Ellenbogen in die Seite rammt, oder wen man selbst treffen könnte. Denn spätestens bei Beat it hält es niemanden mehr auf seinem Platz. Gute Kondition in Handflächen, Unterarmen und Waden ist von Vorteil, denn Mitklatschen und Mittanzen ist ausdrücklich erwünscht!

„Thriller Live“ gastiert noch bis zum 17. Januar im Berliner Admiralspalast, Dienstag bis Samstag 20 Uhr, Sonntag 15 und 19 Uhr, Samstag auch 16 Uhr. Die Karten kosten 23,80 bis 77,85 Euro.

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