Kulturdeputation bewilligt erneuten Umbau der Bremer Sprechtheaterbühne

Neuestes Schauspielhaus

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„Endspiel“ oder Eigentor: Künftig soll die Sicht im Bremer Schauspielhaus besser werden. Allerdings können weniger zuschauen. Im Bild eine Szene aus der aktuellen Bremer Beckett-Inszenierung mit Jan Byl als Clov (l.) und Gerhard Palder in der Rolle Hamm. ·

Bremen - Das „Neue Schauspielhaus“ des Theater Bremens wird wieder umgebaut. Es bekommt einen steiler ansteigenden Zuschauerraum mit mehr Komfort auf den Plätzen. Der Rang wird abgerissen, außerdem soll die Bühnentechnik erneuert werden. Die Kulturdeputation bewilligte dafür jetzt 1,1 Millionen Euro.

Der Umbau wird von den 50 Million Euro an Steuergeldern bezahlt, die Bremen unerwartet mehr einnimmt. Mit der Spielzeitpause, ab Juli 2012, sollen die Bauarbeiten beginnen. Sie werden voraussichtlich bis Mitte September dauern, würden damit also erst zwei Wochen nach Beginn der Spielzeit des neuen Intendanten Michael Börgerding abgeschlossen sein.

Der Umbau sorgt für Kritik und wurde gegen die Stimmen der CDU beschlossen. Erst 2007 war das Schauspielhaus für 1,6 Millionen Euro renoviert worden. Mit dem neuen Umbau soll eine bessere Sicht und Beinfreiheit für die Zuschauer erreicht werden, dafür wird die Zahl der Sitzplätze reduziert. Bislang konnten 330 Gäste eine Vorstellung besuchen, durchschnittlich war das Schauspielhaus zu 50 Prozent ausgelastet. Nach dem erneuten Umbau werden nur noch 199 Besucher einen Platz finden.

Diese Reduzierung hält die CDU-Kulturdeputierte Elisabeth Motschmann für einen Trick, um die Auslastungszahlen zu beschönigen: „Mehr Besucher erreicht ein Theater durch die Attraktivität des Programmes, nicht durch eine andere Bestuhlung“, so Motschmann.

Für die SPD-Abgeordnete Karin Garling hingegen war die Verbesserung des Sitzkomforts dringend nötig. „Beim ersten Umbau 2007 waren vor allem Sicherheitstechnik und das Foyer saniert worden. Der Umbau des Zuschauerraumes war nach hinten gestellt worden.“ Nun sei Geld da, um die Sanierung zu vollenden. Auf den Weg gebracht worden war der erste Umbau 2006, noch vor dem Regierungswechsel. Damals war Elisabeth Motschmann Kulturstaatsrätin.

„Frau Motschmann sollte sich überlegen, wie weit sie sich aus dem Fenster lehnt“, sagt der frühere Theaterregisseur und jetzige Grünen-Abgeordnete Carsten Werner. „Sie und der damalige CDU-Kultursenator Jörg Kastendiek hatten Hans-Joachim Frey ans Theater Bremen geholt. Und der hat beim Umbau vor allem auf die Optik gesetzt.“

Künstlerisch werde das Schauspielhaus nun aufgewertet, die Produktionen in einem kleineren Haus würden experimenteller und zeitgemäßer. Auch Betriebskosten würden eingespart. Kulturressort-Sprecher Heiner Stahn betont, durch neue Bühnentechnik würden Bühnenumbauten verkürzt und eine höhere Dichte an Veranstaltungen erreicht. Bislang wurden nach Veranstaltungsrecht bei jeder Vorführung eine Feuerwehrmann und ein Bühnenmeister nur für ihre Anwesenheit bezahlt. Bei einer Bestuhlung für unter 200 Personen sei man dazu nicht mehr verpflichtet, so Stahn. · jpb

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